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Thema: Erzählperspektiven  (Gelesen 1215 mal)

Nerys

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Erzählperspektiven
« am: Februar 14, 2015, 02:34:18 Vormittag »
Welche bevorzugt ihr? Wechselnde Betrachtung mehrerer wichtiger Chars und ihrer Handlungsstränge? Fokus auf einen zentralen Char, mit dem die Geschichte steht und fällt? Ein neutraler Erzähler? Personale Form? Ich-Perspektive? Oder gar ein sogenanntes "allwissendes" Über-ich?

Für meinen Teil liebe ich das personale Erzählen und habe auch gerne die Ich-Form. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Geschichte irgendwie selbst bestimmt, wie sie erzählt werden will. Auch bei der Erzählzeit, weil ich für kurze Ficlets gerne mal das Präsens verwende. Ich fange an und merke schon bei den ersten Sätzen, dass ich das nur ganz genau so erzählen kann. Gerade bei der Zeit wechsle ich unbewusst einfach ohne es zunächst zu merken.

Gabi

Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #1 am: Februar 14, 2015, 10:00:38 Vormittag »
 ;D Da hat jemand eine schlaflose Nacht gehabt.
Schöne Themen bringst Du zur Zeit auf, Nerys!

Für Kurzgeschichten bevorzuge ich die POV-Form. Ein Erlebnis aus der Sicht eines Charakters. Manchesmal auch eine gleichberechtigte Betrachtung zweier Charaktere (keine Ahnung wie das stilistisch korrekt heißt).
Präsenz verwende ich nur in Form von Vignetten und das nur sehr selten.

Bei längeren Projekten bin ich ganz klar ein Fan von wechselnden Handlungssträngen, je cliffie-mäßiger ich den Wechsel vollziehen kann, desto höher hüpft mein Herz ;) (sagen wir mal als wohlklingende Ausrede: ich bevorzuge retardierende Momente in meinen Spannungsbögen  :P ). Ich merke bei längeren Sachen immer wieder, dass ich absolut KEINE Romanschreiberin bin, sondern mich ganz deutlich an dem episodenartigen Aufbau der Serien (also eher drehbuchartig) orientiere.

VGer

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Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #2 am: Februar 14, 2015, 12:07:27 Nachmittag »
Ich bevorzuge anundfürsich einen neutralen, mehr oder weniger auktorialen Erzähler. Natürlich fließt hin und wieder der eine oder andere persönliche Gedankengang oder subjektive Sichtweise bzw. Emotion eines einzelnen Charakters ein, aber meist trenne ich nicht streng in POVs auf (ich meine damit explizite POV-Kapitel im GRRM-Style – das finde ich irrsinnig interessant, aber eben auch einschränkend). Richtig ungern schreibe ich aus der Ich-Perspektive.

Nerys

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Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #3 am: Februar 14, 2015, 12:12:07 Nachmittag »
GRRM-Style ist bitte was?

ulimann644

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Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #4 am: Februar 14, 2015, 12:22:50 Nachmittag »
Die Ich-Perspektive ist für mich eine tolle Form der Erzählung, die ich in ICICLE-1 innerhalb des Romans für eine Rückblende genutzt habe, als Dheran seiner XO von einem Einsatz gegen Ende des Dominion-Krieges erzählt. Für mich ist also auch ein Wechsel der Erzählform innerhalb einer Episode nicht undenkbar (sofern die Gelegenheit da ist - immer mache und mag ich das nicht).
Wie gut mir diese Form der Erzählung beim Schreiben gefiel erkennt man daran, dass aus den ursprünglich geplanten 4-5 DIN-A-4 Seiten für diese Rückblende am Ende 12 wurden, und somit eine eigene kleine Geschichte in der Geschichte daraus wurde.

Bei Kurzgeschichten (und die dehne ich schon auf bis zu 19 DIN-A-4 Seiten - 12px Font, also etwa 40 Buchseiten - aus) bleibe ich bei einem Main-Character. Alles andere (mehrer Handlungsstränge) wären für mich bereits keine KG mehr. Für KG´s ist diese Art der Erzählung zumeist typisch (es kann natürlich immer Ausnahmen geben).

Bei längeren Episoden oder Oneshots habe ich gerne mehrere Handlungsstränge. Bestes Beispiel ist die letzte ICICLE-Episode in der ich beim hauptsächlichen Einsatz zwischen Bodentruppen, den auf sie wartenden drei Schiffen, und den sieben Raumschiffen, die gleichzeitig ein Ablenkungsmanöver in Richtung Wurmloch fliegen, hin und her springe. Dasselbe geschieht in der TIMELINE-Episode "Rückkehr ins Licht" wo es immer mal einen Wechsel zwischen der Hauptfigur Namoro Kunanga und der Romulanerin Ti´Maran gibt, bis beide am Ende zusammentreffen. Ab diesem Zeitpunkt findet dann aber ein Wechsel zwischen diesen Leuten und z.B. den Jem´Hadar statt.

Überhaupt macht es mir Spaß, bei einem Raumgefecht, oder einer Verfolgungsszene, nicht nur die Handlungen der "Heldentruppe" zu erzählen, sondern ich springe dann gerne auch mal an Bord eines Feindschiffes oder eines Verfolgerschiffes und beleuchte die gerade stattfindende Handlung dann aus deren Sichtweise. Ich finde es spannender den Leser mit mehreren Seiten und mehreren Hintergründen zu konfrontieren, und nicht nur eine Sicht zu erzählen, denn bekanntlich hat jedes Ding drei Seiten.

Durch das Lesen sehr vieler SF-Werke bin ich - mehr als nur etwas - vorbelastet und schreibe eher wie ein typischer Romanautor und weniger, um es mal so zu formulieren, wild (was jetzt bitte Keiner auf die Goldwaage legt).
Sprich: Ich habe von Beginn an eine bestimmte Vorstellung von der Gesamtgeschichte und lege diese in einem Exposé fest - wobei dieses Exposé aber lebendig bleibt. Dieses Skript ist nicht in Stein gemeißelt, nur weil ich es schriftlich niederlege - da können auch noch beim Schreiben der Geschichte Änderungen erfolgen - ich nutze das Skript also nicht als Fixvorgabe, sondern als ein flexibles Gerüst, das mir beim Schreiben hilft, nicht aber in der Kreativität behindert oder einschränkt. Die Form des Inhaltes bleibt dabei also über weite Strecken fließend - gerade Dialoge entwickeln sich zu 95% sehr spontan und wenig geplant.
Dabei weiche ich zwar nicht von den festgelegten Eckpunkten/Eckdaten der Geschichte ab, die ich für die Erzählung unbedingt brauche aber wie ich dorthin gelange ist mitunter schon ein spontaner Prozess, wo auch die ein oder andere Blitzidee Einzug halten kann.

Dabei gelingt selten jedes Skript zu einer Episode gleich gut. Ich habe z.B. bei ICICLE 1 und 2 gefühlt 98% der ursprünglichen Ideen umgesetzt, während es bei "Rückkehr ins Licht" bestimmt weniger als 40% der ursprünglichen Notizen gewesen sind, die letztlich in die Geschichte gelangt sind. Dieser Prozess der Exposé-Nutzung läuft also bestimmt nicht nach Schema F ab sondern kann stark variieren. Zumeist liegt er irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.

Für mich sind in der SF zwei verschiedene Arten der Erzählung (es gibt mehr) auffallend.
Einerseits gibt es eine Reihe von Autoren, die das Große Ganze aus einem neutralen Standpunkt erzählen (oft hier mit monumentalen Schlachtenszenen).
Andere Autoren greifen sich lieber einzelne Charaktere heraus anhand deren Schicksal sie dann dieses Große Ganze erzählen, wobei das Große Ganze hier eher schmückendes Beiwerk ist - statt im ersten Fall die Hauptsache.

Ich selbst tendiere beim Schreiben dazu ein bis zwei Main-Charakters (oder auch mal eine kleine Gruppe) zu nutzen deren Schicksal und deren Erlebnisse die Handlung vorantreiben. Bei größeren Gefechten springe ich zwar auch mal in die erste Form der beschriebenen beiden Erzählungen z.B. bei einem größeren Raumgefecht und beschreibe quasi von außerhalb der beteiligten Raumschiffe was passiert. (Oder aber, wenn der Main-Character einige Dinge, die der Leser wissen soll noch nicht wissen kann oder, zugunsten des Nervenkitzels, noch nicht wissen darf.) Irgendwann kehre ich dann jedoch wieder an Bord zurück und ab da erlebt der Leser dann wieder die Ereignisse aus der Charakter-Sicht.

Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass ich primär die Erlebnisse der Charaktere erzähle, und sekundär die Hintergrundgeschichte, die mehr schmückendes Beiwerk ist.
Es gibt eine Reihe von kommerziellen Autoren, die das anders herum machen. Bei deren Geschichten bleiben IMO aber die Handlungsträger zu blass.
JRR Tolkien (neben einigen anderen Autoren) hat es sehr gut verstanden diese beiden Formen der Erzählung auf seine eigene Art zu koppeln und dafür bewundere ich ihn posthum noch.

Gabi

Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #5 am: Februar 14, 2015, 12:26:06 Nachmittag »
GRRM-Style ist bitte was?

 ;D George RR Martin, der Autor von "Song of Ice and Fire " ("Game of Thrones" im TV) Er schreibt seine Kapitel strikt in POVs, was den riesigen Vorteil hat, dass man als Leser problemlos hunderte von Seiten überspringen kann ohne auch nur im Geringsten den Anschluss an das zu verlieren, was einen wirklich an den Romanen interessiert  ;D (habe ich bereits erfolgreich ausprobiert, weil er mit seinen Charakteren so ausufert)

Nerys

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Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #6 am: Februar 14, 2015, 12:53:03 Nachmittag »
Übrigens soll sich der Thread auch darauf beziehen, welche Perspektiven ihr gern lest. Geht nur leider nicht wirklich aus meinem Eingangspost hervor.

Danke, Gabi! Von dem weiß ich auch nur, dass es existiert. Warum auch immer die fürs TV nicht den poetischen Titel der Buchreihe übernehmen konnten.
« Letzte Änderung: Februar 14, 2015, 12:55:24 Nachmittag von Nerys »

Gabi

Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #7 am: Februar 14, 2015, 12:57:51 Nachmittag »
Oh ... ne, das ging leider nicht daraus hervor. Ich bin davon ausgegangen, Du meintest, welche Perspektive wir beim Schreiben vorziehen.

Hmm ... beim Lesen? Ich glaube, da habe ich keine unbedingte Vorliebe. POVs lese ich sehr gerne, Präsenz mag ich allerdings nur im Zusammenhang mit einer Vignette. Ansonsten korrigiere ich beim Lesen andauernd in Gedanken und das macht mich mürbe.

VGer

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Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #8 am: Februar 14, 2015, 01:39:09 Nachmittag »
;D George RR Martin, der Autor von "Song of Ice and Fire " ("Game of Thrones" im TV) Er schreibt seine Kapitel strikt in POVs, was den riesigen Vorteil hat, dass man als Leser problemlos hunderte von Seiten überspringen kann ohne auch nur im Geringsten den Anschluss an das zu verlieren, was einen wirklich an den Romanen interessiert  ;D

Danke für die Erklärung, Gabi! :D

Ich finde diese Herangehensweise einerseits irrsinnig interessant, aus den von Gabi genannten Gründen und auch weil man eben explizit nur das weiß was der Protagonist oder die Protagonistin des Kapitels zum gegebenen Zeitpunkt weiß, und teilweise die Geschichte in zwei Kapiteln dasselbe aus einem anderen Blickwinkel erzählt (z.B. einmal aus der Sicht des Verurteilten und einmal aus der Sicht des Königs), aber generell finde ich (zumindest zum Schreiben) diese Vorgehensweise ziemlich rigide, auf Dauer wäre das nix für mich ...

Übrigens soll sich der Thread auch darauf beziehen, welche Perspektiven ihr gern lest. Geht nur leider nicht wirklich aus meinem Eingangspost hervor.

Beim Lesen habe ich keine expliziten Vorlieben ... hauptsache gut geschrieben!

BlueScullyZ

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Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #9 am: Dezember 20, 2017, 11:53:51 Vormittag »
Was ich gerne lese: Personaler (gern auch wechselnd) oder neutrale Erzähler im Präteritum für Romane. Gegenwart lese ich ganz selten gern. Bei Kurzgeschichten bin ich flexibel. Da schnupper ich auch schonmal in den Du-Erzähler rein. Wichtig ist mir inzwischen, dass die Zeit auch konsequent gehalten wird und Rückblenden passend gebeugt oder gekennzeichnet werden. Auch bei Kurzgeschichten lese ich die Ich-Perspektive aber auch nur dann wirklich gern, wenn sie nah an der Handlung geschrieben ist und die Perspektive konsequent durchgehalten wird. Gleiches gilt für den Du-Erzähler. Und auch alle anderen Perspektiven.

Was ich schreibe: Ich-Perspektive sehr selten, da ich sie sehr herausfordernd finde. Ich find es echt schwer, die so zu schreiben, dass ich selbst von mir behaupten könnte, das Gedöns hinterher noch lesen zu wollen. Gleiches gilt für die Du-Perspektive - höchstens für Kurzgeschichten. Am liebsten schreibe ich aus Personaler Sicht. Inzwischen auch nicht mehr nur wechselnd. Und dank Oriane, die mich da drauf aufmerksam gemacht hat, seit Alter Normen Schuldigkeit auch wirklich personal und nicht auktorial mit Konzentration auf die wechselnden oder einer Person(en).

ulimann644

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Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #10 am: Dezember 20, 2017, 02:23:48 Nachmittag »
Ich-Perspektive sehr selten, da ich sie sehr herausfordernd finde. Ich find es echt schwer, die so zu schreiben, dass ich selbst von mir behaupten könnte, das Gedöns hinterher noch lesen zu wollen.

Bei der ersten ICICLE-Episode habe ich eine Rückblende so geschrieben. Dheran erzählt in dem Kapitel seiner XO von einem Ereignis zum Ende des Dominion-Kriegs.
Es ist in der Tat eine Herausforderung. Der Vorteil dieser Variante: Man ist sehr nahe bein dem Hauptcharakter. Der Nachteil: Szenenwechsel sind dabei nur bedingt möglich. Für Episoden mit monumentalen Ereignissen ist das nichts. Bei einer kleinen Gruppe von Handlungsträgern und nur einem Handlungsstrang kann man das durchaus mal wagen.

Gabi

Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #11 am: Dezember 20, 2017, 03:25:25 Nachmittag »
Was ich gerne lese: Personaler (gern auch wechselnd) oder neutrale Erzähler im Präteritum für Romane.

Ich habe in letzter Zeit festgestellt, dass ich mit neutralem Erzähler Probleme bekomme. Geschichten, die nicht mindestens im auktorialen Stil geschrieben sind, verlieren mich ziemlich rasch. Mir fehlt dann rasch der tiefere Bezug zu einem der Charaktere und damit erlischt mein Interesse. Alterserscheinung?  ;D

Wolf

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Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #12 am: Dezember 20, 2017, 09:35:43 Nachmittag »
Ich mal allgemeine Worte:

Zur Zeit lese ich viele Reader-Inserts also Du-Form forallem um mich aufzubauen (Fluffige FF inden man mit den Characteren befreundet ist) aber wenn es zu Büchern kommt lese ich vorallem aus der 3. Person erzählte sachen, vorallem die die in die Köpfe der Charaktere gucken können.

Ich lese auch Ich-Erzähler Romane (Das Geheimnis von Askir von Richard Schartz ist so ergreifend und episch geschrieben, aber ich glaube nur wegen der Perspektive und dem flüssigen Schreibstiel), generell lese ich aber alles.

Zeitform: Präteritum bevorzugt, Präsens kann auch funktionieren.

Das einzige an was ich mich nicht rantraue ist 1st Person, wenn der erzähler ständing wechselt es ist so schwer mit zu kommen. (The Girl on the Train ist das das beste Beispiel als ich das erste mal gelesen habe hatte ich danach eine Knoten im Kopf, habe mir die deutsch Version gegeben und war noch verwirrter)

Wenn es aber zum selber schreiben geht, bevorzuge ich 3. Person mit einsicht in Köpfe oder erste Person (aber nur OF zur zeit) obwohl ich auch schon ein paar Reader-Inserts für tumblr verfasst habe, das ist halt immer schwer weil man den Charakter so machne muss, dass sich fast jeder mit ihm identifiziert. Zeitform ist fast immer Präteritum und für Storytechnische Elemente Präsens und Plusquamperfekt  oder Futur 1.

BlueScullyZ

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Antw:Erzählperspektiven
« Antwort #13 am: Dezember 21, 2017, 06:43:24 Vormittag »
@Gabi Obwohl ich finde, dass man über den neutralen Erzähler auch viel zum Charakter vermitteln kann. Klar, Gedanken fallen weg, alles was er hofft, befürchtet oder an das er sich erinnert muss man irgendwie in Dialogen unterbringen oder anders kenntlich machen. Aber es geht! Glaub allerdings, dass das echt schwer ist. Das wär mal wieder so ein Fall für einen Test OneShot ... :)

@Wolf Was meinst du mit Storytechnischen Elementen? Da bin ich gerade total neugierig, für was man Futur I gebrauchen könnte. Außer Foreshadowing eines auktorialen Erzählers ("Sie wussten nicht, was sie erwarten wird!") und wenn dann ist ja auch das meist im Konjunktiv gehalten ("Sie ahnten nicht, welchen Verlauf die Dinge nehmen würden."). Da bin ich gespannt

Wolf

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« Antwort #14 am: Dezember 21, 2017, 08:29:46 Nachmittag »
@Wolf Was meinst du mit Storytechnischen Elementen? Da bin ich gerade total neugierig, für was man Futur I gebrauchen könnte. Außer Foreshadowing eines auktorialen Erzählers ("Sie wussten nicht, was sie erwarten wird!") und wenn dann ist ja auch das meist im Konjunktiv gehalten ("Sie ahnten nicht, welchen Verlauf die Dinge nehmen würden."). Da bin ich gespannt

So in der Art. *sucht beispiel*

Eine Fortbildung an der XSO- Akademie in Luecury zum Thema "Persönliche Drohnen" - die bald eingeführt werden sollten - stand an.
... klar auch Foreshadowing, ich weiß

Oh ein Auszug aus einer geheimen Crackfic...
“Jacob, Coleen - USS Enterprise. Kaiser, Wilhelm - USS Horizon…”
Jetzt konnte ich nur hoffen wenigstens eine andere meiner Freundinnen mit  abzubekommen, alleine konnte ein Raumschiff ein Problem werden.
“Kurasale, Kai - USS Enterprise. Lachmund, Pauline - USS Enterprise. Lopez, Marc - USS Helios. Stauch, Sophie - USS Enterprise.”


Oder wenn der ich-erzähler eine Plan im Kopfausheckt nutze ich es noch oft.

Beispiele:
Ich wollte noch zwei Jahre eine ruhige Kugel schieben, bevor das Abitur losging, danach wollte ich die Russen fragen, ob sie mit mir in den Weltraum fliegen. Warum die Russen? Nun die Leute der NASA und der ESA waren mir nicht besonders sympathisch. Falls die Russen mich nicht wollen würden, würde ich mich bei der Universität für Humanmedizin bewerben, um Gerichtsmedizinerin zu werden, würde auch das scheitern, würde ich Sprachwissenschaften studieren. Oder doch Informatik? Herr Gott, Entscheidungen waren nicht meine größte Stärke.

Hugo wird nur leicht gebremst und läuft weiter erst nach dem 12. Schuss geht er auf die Knie. Ich werde dann  hinlaufen, um ihm mit dem Hinterschaft (Teil eines Gewehres) das Genick zu brechen.

Mehr finde ich jetzt nicht, ich hoffe du verstehst wie ich das meine :)