Redshirts
« am: Juli 23, 2014, 10:52:25 Nachmittag »
"Redshirts" (John Scalzi) bei Amazon

Bei diesem Roman des Scifi-Autors John Scalzi handelt es sich zwar nicht direkt ein Star Trek Roman, er nimmt aber stark darauf (TOS) Bezug. Im Wesentlichen geht es um den jungen Fähnrich Andy Dahl, der zusammen mit drei anderen Junioroffizieren neu an Bord der Intrepid, des Flaggschiffes der Universalen Union ist. Er merkt bald, dass es an Bord nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Todesrate unter Fähnrichen ist bei Außenmissionen sehr ungewöhnlich hoch, während den Senioroffizieren entweder gar nicht erst ein Haar gekrümmt wird oder sie jedes Mal wundersam rasch von allen Verletzungen und Krankheiten genesen. Dahl macht sich mit seinen drei neuen Freunden daran, diesem Mysterium auf den Grund zu gehen.

Nein, diese Geschichte kann und darf man nicht ernst nehmen! Es ist eine Parodie auf die sogenannten "Rothemden" in TOS, deren Charakter in der jeweiligen Folge neu eingeführt wird, um auf der nächsten Außenmission als Phaserfutter für Kirk, Spock und Co ein rasches Ende zu finden. Entsprechend skurril ist das Geheimnis, das von Andy Dahl und seinen Freunden ergründet wird.

Der Roman ist ziemlich kurz, die Geschichte selbst nimmt nicht die angegebenen über 400 Seiten in Anspruch, da es noch Nachworte, sogenannte Codas gibt, die zwar zur Geschichte gehören, aber nicht mehr zur eigentlichen Handlung. Bei Amazon wird vorwiegend die Schriftgröße und Papierdicke kritisiert, dazu kann ich nichts sagen, da ich das eBook habe.

Mein Hauptkritikpunkt ist aber ganz klar der Stil. Es wird rein gar nichts beschrieben. Wir erfahren nicht, wie die Hauptfiguren aussehen (abgesehen davon, dass Dahl Sommersprossen hat), noch werden die Intrepid oder sonstige Handlungsorte beschrieben. Man erfährt nur das Allernötigste für die Handlung, etwa auf welche Art und Weise die bedauernswerten Jungoffiziere zu Tode kommen. Mangels Beschreibungen werden andauernd die Namen der Figuren fast Satz für Satz wiederholt und in Dialogen wird - das mag vielleicht eine Folge der Übersetzung sein - beinahe ausschließlich gesagt und gefragt. Bei "Was?", sagte Dahl. "Was?", sagte Kerensky stellen sich mir ehrlich gesagt die Haare auf, ebenso wie beim ständigen IN der Intrepid. Ich habe mir beim Lesen wirklich oft gedacht, stilmäßig könnte das jeder von uns FF-Schreiberlingen hier besser.

Kennt jemand von euch Redshirts bzw. hat es gelesen?

John Scalzi dürfte als Scifi-Autor ja schon einige Erfahrung haben, zumindest hat er schon einige Bücher in diesem Genre geschrieben. Kennt denn jemand von euch weitere Bücher von ihm? Mich würde ja brennend interessieren, ob sein Stil da anders ist.
« Letzte Änderung: Juli 23, 2014, 11:27:57 Nachmittag von Nerys »