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Thema: Die Struktur - oft unterschätzt  (Gelesen 5639 mal)

ulimann644

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #60 am: Juli 09, 2017, 03:23:32 Nachmittag »
Das ist weitgehend das, was ich seit Jahren, fast in identischer Form, so mache. ;) :D (*Rote Rundumleuchte und Stimme in Switzer Dütsch* "Wer hat´s erfunden...??")
Ich glaube wirklich nicht, dass dieser Typ das als erster so gemacht - oder gar erfunden - hat.

Worüber ich mich hier wieder mal kaputt lachen muss, sind diese völlig absurden Zahlen, die in den Raum geworfen werden:
Zitat: "Nun sollte man die einseitige Zusammenfassung der Geschichte zu einer vierseitigen Beschreibung erweitern..."
Manchmal erweitere ich eine halbseitige Zusammenfassung zu einer zwanzigseitigen Beschreibung. Und bei anderen Geschichten erweitere ich eine zweiseitige Zusammenfassung zu einer dreiseitigen Beschreibung. Je nach Geschichte, Genre, und dem, was ich gerade brauche.
Na und...??

Solche absoluten Zahlen halte ich für nicht hilfreich, im Gegenteil, das führt IMO zu einer viel zu starren Arbeitsweise, weil gerade Neulinge schnell den Eindruck gewinnen könnten, man MUSS das unbedingt genau so, und nicht anders, machen. Ohne diese Seitenangaben, oder zumindest mit einem expliziten Hinweis darauf, dass diese Angaben - von Projekt und Genre abhängig - stark variieren können würde diese Anleitung IMO mehr bringen.

Unabhängig davon: Die Arbeitsweise als solche ist, nach meiner Meinung, eine der besten. Sonst würde ich sie nicht selbst beinahe identisch, und das seit vielen Jahren, so verwenden.

Kontikinx1404

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #61 am: Juli 09, 2017, 03:50:44 Nachmittag »
Ich habe mir die Schneeflockenmethode durchgelesen und festgestellt, das ich nur Teilweise so arbeite, ohne so viele Zwischenschritte.

Mich würde interessieren wer hier, außer Ulimann644, noch erfolgreich diese Methode anwendet und wie die Erfahrungen damit sind.

Gabi

Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #62 am: Juli 09, 2017, 03:57:19 Nachmittag »
Das ist weitgehend das, was ich seit Jahren, fast in identischer Form, so mache. ;) :D (*Rote Rundumleuchte und Stimme in Switzer Dütsch* "Wer hat´s erfunden...??")
Ich glaube wirklich nicht, dass dieser Typ das als erster so gemacht - oder gar erfunden - hat.

Tja, hättest Du mal ein Buch über Deine Methode geschrieben, bevor er es gemacht hat  ;D

Das mit dem Story auf x Seiten vorschreiben, um nachher auszuschreiben, ist ja bekanntlich nichts für mich. Aber was mir an dem Ansatz gefällt, sind die Überlegungen in Bezug auf die Charaktere. Das ist der eine Punkt, der mich beim Gebrauch von bibisco schon ganz anders hat reflektieren lassen. Wenn man sich das vorher überlegt, dann kommt man nämlich gut aus der Falle von TOS, TNG oder VOY raus, wo die Charaktere von Folge zu Folge mehr oder weniger gleich sind und keine wirkliche innere Entwicklung durchmachen. Und eine Geschichte zu lesen,  in der einer oder mehrere Hauptcharaktere tatsächlich eine innere Reise durchmachen, ist einfach sehr viel interessanter, als nur einem spannenden Plot jedoch mit austauschbaren Protagonisten zu folgen.

@Kontiki: Ich nutze nicht den Szenen-Teil dieser Methode, das habe ich versucht, und festgestellt, dass es für mich so nicht geht. Aber seit ich ein Autorentool verwende (eben das recht einfache bibisco), folge ich dem Charakter-durch-die-Story-begleiten Ansatz. ... auch wenn das noch nicht 100% klappt, denn bei dem, was ich aktuell schreibe, steht plötzlich ein Charakter vor dem Umbruch seiner Weltanschauung, was so überhaupt nicht geplant war und sich aus einer Besprechung im letzten Kapitel ergeben hat, weswegen ich jetzt sehen muss, wie ich speziell für diesen Charakter die nächsten Szenen, die ich bereits vorgeschrieben hatte, wieder abändere.

ulimann644

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #63 am: Juli 09, 2017, 04:59:26 Nachmittag »
Tja, hättest Du mal ein Buch über Deine Methode geschrieben, bevor er es gemacht hat  ;D

Das hätte nichts genützt - ich denke, dass das seit weit vor meiner Geburt schon so gemacht worden ist. ;) :D

BlueScullyZ

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #64 am: Juli 09, 2017, 08:56:27 Nachmittag »
Also bis Schritt sieben läuft bei mir Vieles im Kopf ab, ohne, dass ich es aufschreibe. Ich entwickel eben still vor mich hin und dann kommt der Punkt, an dem ich finde, dass das Hand und Fuß hat und dann schreib ich den ganzen Rotz auf. Also Charaktere, Plots, Kerngedanken usw. In meinem Kopf fängt es meist auch mit einer Idee an, die ich dann weiter ausbaue, für die ich Charaktere besetze und entwickle und dann wird der Plot weiter ausgebaut, die Charaktere ebenfalls mit etwas mehr Tiefgang versehen und dann kommt eben der angesprochene Punkt, an dem ich das Setting gelungen finde und dokumentiere es, bevor ich mich dann an die Feinplanung (Kapitel/Szenen usw.) mache.

Also irgendwie schon nach der Schneeflockenmethode, aber nicht so akkurat wie hier beschrieben mit exakten Satz- oder Seitenanzahlen.

Ich denke aber, dass diese Angaben können - denke ich - für Anfänger eine gute Möglichkeit sein, sich zu Orientieren. Wenn man zunächst mal versuchen muss, die Anzahl an Sätzen oder Seiten zusammenzukriegen, ist man gezwungen, sich Gedanken zu machen, womit man die denn füllen kann und was man noch erwähnen sollte. Vielleicht merkt man dann hinterher auch, dass es viel zu viel Text ist und man besser mit weniger auskommt, aber dafür braucht man erst einmal einen Ausgangspunkt.

Wolf

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #65 am: Juli 09, 2017, 10:11:15 Nachmittag »
Ich versuche es jetzt auch mit der Schneeflockenmethode, es ist zwar nicht schlecht, bis jetzt hat es mich aber noch nicht begeistert...

ulimann644

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #66 am: Juli 09, 2017, 11:15:45 Nachmittag »
Ich versuche es jetzt auch mit der Schneeflockenmethode, es ist zwar nicht schlecht, bis jetzt hat es mich aber noch nicht begeistert...

Ich denke, die meisten Schreiber haben diesen Ansatz, in mehr oder weniger abgewandelter Form, schon unbewusst oder bewusst benutzt. Zumindest rudimentär.

@All
Ich selbst entwickle die Charaktere z.B. nicht an dem Punkt, an dem ich es nach dieser Methode tun soll. Manchmal habe ich sogar einen Charakter gehabt, bevor ich eine Geschichte dazu hatte. Bestes Beispiel: ICICLE. Da hatte ich erst den andorianischen Captain und danach habe ich erst die Episoden entwickelt. Oft ist es ein Mix aus vorher und mittendrin entwickeln.

Darum halte ich auch nicht so viel davon, wenn irgendein US-Gernegroß eine bestimmte Reihenfolge vorgibt. Auf einigen PERRY RHODAN Cons, an denen ich in den frühen 1980ern teilgenommen habe, haben die Autoren, mit denen ich sprach zwar annähernd dieselben Tipps gegeben, doch nie auf eine bestimmte Reihenfolge dabei gepocht - oder auf eine bestimmte Seiten- oder Wortzahl. Die hatten zwar alle eine bestimmte Struktur, aber nach ihren Aussagen zu schließen, hat sie jeder individuell anders aufgebaut.

YKirk

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #67 am: Januar 14, 2018, 04:46:42 Vormittag »
Ich arbeite ebenfalls mit der Schneeflockenmethode. Ich finde dadurch kann man die Spontanität die ich früher für die Plotentwicklung neben beim Schreiben dafür verwenden das die Szenen gescheit geschrieben sind. Da durch kann ich mich beim Schreiben auf die Aktuelle Szene konzentrieren, was dafür sorgt das ich nicht mehr mit Warp 10 durch die Geschichte Rasse.
Auch wenn ich mich nicht zu 100 % an die Reihenfolge halte, jedoch mache ich schon alles was da vorgesehen ist, jedoch in einer anderen Reihenfolge. Den 9. Schritt lasse ich aber komplett aus.
Am Ende des Plotten steht dann eine Excel Tabelle, dort ist jeden Szene mit einer Nummer, der ca. Prozentzahl wie viel von der Szene schon fertig ist, dem Charakter der die Hauptrolle hat, eine zwei bis vier Sätze lange Zusammenfassung der Szene sowie der Handlungsort der Szene. Anbei habe ich eine entspoilerte Version einer solchen Liste:
https://docs.google.com/spreadsheets/d/1zESFzrtXmk8NvibkrD7Bjj24Sjx0_XG16YOwhsSlmws/edit?usp=sharing

Wobei das A hinter der zweiten Szene mit der Nummer 4 bedeutet das diese erst beim Schreiben hinzu gefügt wurde.

BlueScullyZ

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #68 am: Januar 14, 2018, 08:11:10 Vormittag »
Ich gebe zu, immer wenn mir jemand diesen Schneeballbegriff an den Kopf wirft, muss ich erneut googlen, was genau die Schneeflockenmethode ist. Und am Ende stelle ich jedes Mal wieder fest, dass das in etwa das ist, was ich mache. Aber nach keinem festen Schema. Allerdings versuche auch ich, bevor ich anfange zu schreiben, den Hauptplot mit Wendepunkten zu haben und mir meiner Charaktere bewusst zu sein. Es kann immer mal währenddessen was dazukommen - bis hin zu großen Nebenhandlungen - aber am Anfang versuche ich von den Ideen her so viel Fundament zu haben und zu erfassen, dass es allein auch eine Geschichte tragen könnte.

Das mit dem Excelsheet ist echt findig. Ist sicher, um den Überblick zu bewahren eine gute und einfache Hilfe (wobei Einfach davon ausgeht, dass da nicht 1000 Formeln oder JavaScriptCode hinter liegt ;)
Allerdings gibt es diverse Schreibprogramme (Bibisco, Scrivener, YWriter, Manuskript - für die ganz übermütigen Papyrus - und wie sie nicht alle heißen (in Software wurde darüber gequatscht), die eine solche Übersicht automatisch generieren und auch für alle Rechercheinformationen Platz lassen. Vielleicht wär das auch was für dich. David kam letztes Jahr mit Bibisco um die Ecke, woraufhin sich hier einige solche Programme angeschaut und nun ziemlich begeistert sind :)
« Letzte Änderung: Januar 14, 2018, 08:12:44 Vormittag von BlueScullyZ »

YKirk

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #69 am: Januar 14, 2018, 03:40:39 Nachmittag »
Da muss ich in Sachen Software mal gucken, aber eigentlich bin ich mir Word, Excel und einem Programm namens lexican (ne art offline wiki) recht zufrieden.

Persephone

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #70 am: Januar 16, 2018, 02:34:32 Nachmittag »
Lustig, dass ich sowas ähnliches auch in einem anderen Thread beschrieben habe. Aber wahrscheinlich ist die "Schneeflockenmethode" wohl eine der gängigsten Methoden, wenn man denn eine Geschichte überhaupt plant. Dass diese Vorgehensweise einen Namen hat, wusste ich natürlich bisher nicht. Und dass jeder irgendwie anders damit plant, ist ja auch klar.
Bei mir geschieht in der Tat sehr viel erst einmal analog auf Papier. Ich habe so etwas gern vor mir und schreibe mir gern viele Notizen auf. Ich habe mal ein Programm zum Planen von Stories probiert, aber da war mir das Einarbeiten in die Funktionen doch zu mühsam, weshalb ich bei der analogen Vorgehensweise geblieben bin.
Ich muss aber sagen, ich gehe da nicht zu sehr ins Detail. Also, ich habe am Ende eine Art Mindmap, im Grunde 5 Akte, bei denen ich dann Notizen habe, was drin vorkommen soll. Und dann schreibe ich, von einer Szene zur anderen. Ein wenig Spontanität muss dabei sein, sonst macht es mir keinen Spaß. Ich könnte keinen Stichpunktzettel schreiben, wo genau steht, wie die Szenen ablaufen. Das hat für mich einen zu zwanghaften Charakter, dass ich mich an dieses Skript halten muss, dass mir das Schreiben keinen Spaß mehr machen würde. Aber da muss jeder seinen eigenen Weg finden und gehen. Ich finde es aber sehr interessant, wie jeder da vorgeht.

ulimann644

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« Antwort #71 am: Januar 16, 2018, 03:57:22 Nachmittag »
Dass diese Vorgehensweise einen Namen hat, wusste ich natürlich bisher nicht.

Hatte sie so lange nicht, bis irgendein Pseudo-Intellektueller dieser ewig alte Methode, die älter ist, als wir zwei zusammen, einen Namen gab und sie als SEINE geniale Idee verkaufen wollte.
Aber diese Methode ist garantiert älter, als besagter Knilch. Soweit zum Thema: SEINE Idee... ;) :D