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Thema: Die Struktur - oft unterschätzt  (Gelesen 5636 mal)

ulimann644

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #15 am: Mai 03, 2014, 02:46:26 Nachmittag »
Zitat von: 'Schafi95' pid='17142' dateline='1399116133'

Ich bin ja nicht so der Skript-Fanatiker (auch wenn ich inzwischen zum Teil dazu übergegangen bin, sie zu verwenden), aber was ich für elementar halte ist, dass man sich mal Gedanken zum Verlauf seiner FF macht. Also in dem Sinne von "wo will ich mit meiner FF hin und wie sieht der möglicherweise beste Weg aus".
Denn zumindest mir sind schon zu viele "Anfänger" (in der Definition, wie ulimann sie verwendet) über den Weg gelaufen, die ihr Projekt nach ein, zwei oder drei Kapiteln hingeschmissen haben, weil sie ja zwar Charaktere und ein entsprechendes Setting haben, aber keine nennenswerte Story.


DAS ist der wesentlichste aller Punkte:
Verwendet man ein Skript, dann wird einem sehr schnell klar OB man eine Story hat oder nicht - und evt. erspart man sich selbst (und Anderen ;)) unnötiges Leid und Mühe.

Ein Skript - egal ob kurz oder lang - vermittelt schnell ein Gefühl dafür ob alle relevanten Punkte für eine Story da sind.

Auch ein Punkt, den viele Neulinge nicht berücksichtigen: Der Umfang.
Es ist besser mit Kurzgeschichten zu beginnen und auf dem, was man dabei schnell lernt aufzubauen, als von einem zu großen Projekt demoralisiert zu werden, weil dabei zu viele Punkte, die man zwangsläufig noch nicht so sehr beherrscht, auf einmal auf einen einstürmen.

Zitat von: 'Gabi' pid='17144' dateline='1399117373'

:) Das hatte für mich keinen faden Beigeschmack, ich meinte mein Kompliment ganz, ganz ehrlich. Ich bin alt genug und schreibe wahrscheinlich auch schon lange genug, um Dir in Deinen Ausführungen zuzustimmen.
Ich musste halt nur so schmunzeln, weil ich leider eine von diesen "fürchterlichen" Typen bin, die nach Jahren immer noch einfach so drauf los schreibt. Da ich in 90% der Fälle KGs schreibe ist das weniger tragisch, denn die schreibe selbst ich meist mit dem Ende vor Augen.


Wie gesagt - KG´s sind nicht so tragisch.
Ich habe für "Noch einmal leben" (ich sehe das gerade noch als KG) gerade mal 20-30 Stichpunkte gehabt (aber nur, weil ich die Charaktere schon kannte, da es sich grundsätzlich um ICICLE-Charaktere handelt - auch wenn zwei davon Parallelwelt-Charaktere (aber nicht das MU) sind).

Wichtig ist grundsätzlich, dass man den gesamten Plot überblicken kann, was bei den meisten KG´s wegen der eher übersichtlichen Länge und Handlung der Fall ist.

Zitat von: 'Gabi' pid='17144' dateline='1399117373'
Aber ich habe mich einmal an einer längeren Sache versucht - und festgestellt, dass ich die genauso schreibe - einfach drauf los und dann mal sehen, was dabei raus kommt. Ich beschwer mich da auch nicht, wenn ich steckenbleibe. Es ist mir klar, dass das unumgänglich ist, wenn man sich kein Konzept erstellt.
Ich habe nur einmal mit einem Konzept gearbeitet, als ich mit einer anderen Autorin eine größere Serie entworfen habe. Sie war sehr organisiert und hat mich dazu sozusagen gezwungen. Das geht beim gemeinsamen Schreiben auch beim besten Willen nicht anders.


100 % Agree.
Gerade wenn man zu mehreren im Verbund schreibt sind Skripts das A und O und selbst MIT kann noch Einiges, trotz Absprache, schief gehen... ;)

Schafi95

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #16 am: Mai 03, 2014, 03:11:29 Nachmittag »
Zitat von: 'ulimann644' pid='17155' dateline='1399121186'

DAS ist der wesentlichste aller Punkte:
Verwendet man ein Skript, dann wird einem sehr schnell klar OB man eine Story hat oder nicht - und evt. erspart man sich selbst (und Anderen ;)) unnötiges Leid und Mühe.


Jepp. Zumindest ich ärgere mich immer tierisch, wenn eine im Grunde recht vielversprechende FF schon in einem sehr frühen Stadium kommentarlos abgebrochen wird. Es können natürlich auch etliche andere Gründe hinter dem Abbruch einer FF stehen, aber wenn der Autor schon in den Autorenanmerkungen des ersten Kapitels angibt, dass er noch keine Idee für's nächste Kapitel hat, ist das ... schade.

Zitat
Auch ein Punkt, den viele Neulinge nicht berücksichtigen: Der Umfang.
Es ist besser mit Kurzgeschichten zu beginnen und auf dem, was man dabei schnell lernt aufzubauen, als von einem zu großen Projekt demoralisiert zu werden, weil dabei zu viele Punkte, die man zwangsläufig noch nicht so sehr beherrscht, auf einmal auf einen einstürmen.


Da kann ich inzwischen auch nur zustimmen. Viele "Anfänger" (und da muss ich mich auch mal schuldig bekennen) machen sich beispielsweise oft keinerlei Gedanken über die Form ihrer Texte - und hauen in Folge dessen einen Textblock ohne Absätze raus oder machen stilistische Fehler, etc, pp. Und bei Kurzgeschichten, wo man noch nicht so sehr nach Logiklöchern und ähnlichem gucken muss, kann man sich eher mal auf die oben genannten Fehler konzentrieren.

Gabi

RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #17 am: Mai 03, 2014, 03:29:58 Nachmittag »
Zitat von: 'Schafi95' pid='17154' dateline='1399120267'

Über die Frage, ob eine FF vor dem Hochladen fertig gestellt sein sollte oder nicht, kann man natürlich endlos diskutieren. Ich persönlich bevorzuge es, während des Schreibens Kapitelweise hochzuladen, um meinen Lesern frühzeitig die Möglichkeit zu geben, mir auf die Finger zu hauen, wenn ich Mist gebaut habe. Denn zumindest ich empfinde es als ... nervig, an schon längst fertig gestellten FFs rumbasteln zu müssen. Wenn man an einer Stelle einen nicht passenden Stein rauszieht, muss man unter Umständen noch an drei anderen Stellen auch nachbessern, weil die eben auf dieser einen fehlerhaften Szene aufbauen. Und da ist es doch irgendwie einfacherer, die Fehler direkt zu beheben, bevor man drauf aufbaut ;)


Sorry, Schafi, das war nicht allgemein gemeint :(. Ich meinte mich damit, dass ich keine Sachen hochladen würde, die nicht mehr oder weniger fertig sind - eben weil ich so unorganisiert bin.
Dass Autoren, die ihre FF gut im Überblick haben, während des Schreibens kapitelweise hochladen, ist völlig okay. Vor allem macht dann ja das interaktive Feedback (so man es erhält ;)) viel mehr Sinn und Spaß

Schafi95

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #18 am: Mai 03, 2014, 03:47:27 Nachmittag »
Zitat von: 'Gabi' pid='17159' dateline='1399123798'

Sorry, Schafi, das war nicht allgemein gemeint :(. Ich meinte mich damit, dass ich keine Sachen hochladen würde, die nicht mehr oder weniger fertig sind - eben weil ich so unorganisiert bin.
Dass Autoren, die ihre FF gut im Überblick haben, während des Schreibens kapitelweise hochladen, ist völlig okay. Vor allem macht dann ja das interaktive Feedback (so man es erhält ;)) viel mehr Sinn und Spaß


Das war jetzt auch nicht speziell auf dich oder den Vorgehen gemünzt ;) Von daher auch nicht böse oder gar gegen dich gerichtet gemeint :keks:

VGer

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #19 am: Mai 03, 2014, 03:59:46 Nachmittag »
Zitat von: 'Gabi' pid='17159' dateline='1399123798'

Zitat von: 'Schafi95' pid='17154' dateline='1399120267'

Über die Frage, ob eine FF vor dem Hochladen fertig gestellt sein sollte oder nicht, kann man natürlich endlos diskutieren. Ich persönlich bevorzuge es, während des Schreibens Kapitelweise hochzuladen, um meinen Lesern frühzeitig die Möglichkeit zu geben, mir auf die Finger zu hauen, wenn ich Mist gebaut habe. Denn zumindest ich empfinde es als ... nervig, an schon längst fertig gestellten FFs rumbasteln zu müssen. Wenn man an einer Stelle einen nicht passenden Stein rauszieht, muss man unter Umständen noch an drei anderen Stellen auch nachbessern, weil die eben auf dieser einen fehlerhaften Szene aufbauen. Und da ist es doch irgendwie einfacherer, die Fehler direkt zu beheben, bevor man drauf aufbaut ;)


Sorry, Schafi, das war nicht allgemein gemeint :(. Ich meinte mich damit, dass ich keine Sachen hochladen würde, die nicht mehr oder weniger fertig sind - eben weil ich so unorganisiert bin.
Dass Autoren, die ihre FF gut im Überblick haben, während des Schreibens kapitelweise hochladen, ist völlig okay. Vor allem macht dann ja das interaktive Feedback (so man es erhält ;)) viel mehr Sinn und Spaß


Ich denke es gibt einfach zwei Typen von Fanfiction-Autoren: diejenigen, die sich im stillen Kämmerlein einsperren und erst wieder 'rauskommen um ihrer versammelten Leserschaft ganz stolz ihr fix-fertiges Meisterwerk zu präsentieren und sich dafür dann belobhudeln lassen, und diejenigen, die das Schreiben eher als interaktiven Prozess sehen, und die im Sinne eines gewissen Community-Gedankens auch den Austausch mit den Lesern und die Inspiration von den Lesern aktiv ins Schreiben miteinbeziehen wollen. Das ist einfach nur Typsache, und da gibt es auch dezidiert kein Richtig oder Falsch.

Da kommt – vor allem bei langen Projekten – die Struktur ins Spiel: ohne einen groben Überblicksplan über die Geschichte noch während dem Schreiben mit dem Hochladen zu beginnen ist gefährlich, eben deswegen weil einem im blödesten Fall nach drei Kapiteln die Ideen ausgehen. Aber wenn man von Vornherein in weitesten Zügen weiß was man erzählen will, spricht meiner Meinung nach nichts dagegen – auch wenn's dann manchmal etwas länger dauert.

Ich für meinen Teil bin sehr froh, dass ich schon "während dem Schreiben" hochlade, denn gerade die Interaktion mit meinen Lesern, ihre laufenden Kommentare und ihre beständige Motivation gibt mir enorm viel. Da geht's nicht nur um das sofortige Umsetzen von konstruktiver Kritik, sondern um wesentlich mehr. Einige meiner liebsten Charaktere (z.B. Melis Medina, einfach weil Schafi einen eklatanten Mangel von Romulaner(inne)n lamentiert hat), Szenen und Plot-Twists wurden direkt durch Kommentare inspiriert (z.B. dass Teddy von der Akademie fliegt war geplant, doch dann schrieb roru in einem Kommentar "Und falls du für Teddy nach dem EMIL-Debakel einen neuen Job brauchst, dann lass ihn einfach bei Redbay vorbeischauen - oder andersherum. Der Gute kennt da so eine Organisation, die immer nach neuen Leuten Ausschau hält." und die ganze S-31-Geschichte incl. Beteiligung von Belle / Helen Savage war geboren, von allein wäre mir das nie eingefallen und das wäre so unheimlich schade...) – und ich bin echt froh darüber und kann jedem der dafür offen ist nur empfehlen, solche Chancen und Synergien zu nutzen wenn sie sich ergeben.

Gabi

RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #20 am: Mai 03, 2014, 04:07:47 Nachmittag »
Zitat von: 'VGer' pid='17162' dateline='1399125586'

Ich denke es gibt einfach zwei Typen von Fanfiction-Autoren: diejenigen, die sich im stillen Kämmerlein einsperren und erst wieder 'rauskommen um ihrer versammelten Leserschaft ganz stolz ihr fix-fertiges Meisterwerk zu präsentieren und sich dafür dann belobhudeln lassen, und diejenigen, die das Schreiben eher als interaktiven Prozess sehen, und die im Sinne eines gewissen Community-Gedankens auch den Austausch mit den Lesern und die Inspiration von den Lesern aktiv ins Schreiben miteinbeziehen wollen. Das ist einfach nur Typsache, und da gibt es auch dezidiert kein Richtig oder Falsch.


Oh VGer, Du bist echt der Knaller! :D Ich darf nichts mehr trinken, während ich Deine Kommentare lese, weil ich es sonst eh wieder über die Tastatur pruste. Da schreibst Du, dass es eine Typsache ist, die nicht mit richtig oder falsch bezeichnet werden kann, und belegst dann aber den einen Typ mit negativen Attributen und den anderen mit Positiven. Das war genial :thumbup:


NACHTRAG: Aber was das interaktive Schreiben angeht ... gibt es hier denn überhaupt genügend Feedback während des Schreibens? Im Archiv sind ja fast keine Kommentare zu den Kapiteln längerer FFs vorhanden. Oder macht Ihr das hier im Forum über Threads?

ulimann644

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #21 am: Mai 04, 2014, 10:14:01 Vormittag »
Zitat von: 'VGer' pid='17162' dateline='1399125586'
Ich denke es gibt einfach zwei Typen von Fanfiction-Autoren: diejenigen, die sich im stillen Kämmerlein einsperren und erst wieder 'rauskommen um ihrer versammelten Leserschaft ganz stolz ihr fix-fertiges Meisterwerk zu präsentieren und sich dafür dann belobhudeln lassen, und diejenigen, die das Schreiben eher als interaktiven Prozess sehen, und die im Sinne eines gewissen Community-Gedankens auch den Austausch mit den Lesern und die Inspiration von den Lesern aktiv ins Schreiben miteinbeziehen wollen. Das ist einfach nur Typsache, und da gibt es auch dezidiert kein Richtig oder Falsch.


Der Beginn dieses Absatzes klingt mir ein wenig negativ.
Denn ich habe den Eindruck, dieses Ablegen in eine solche Schublade ist grundfalsch. Wer gerne fertige Geschichten hoch lädt, der holt sich intelligenter Weise sein Feedback natürlich während des Schreibens offline - so wie ich das praktiziere. Ich binde für solche Feedbacks dann halt nur nicht Unbekannte aus dem Internet ein, sondern mein Herzblatt, Familie, Bekannte, Freunde, Nachbarn, sonstige Personen die ich persönlich kenne, Landsleute, etc. pp.

Auch hat das wenig mit "Lobhudelei" zu schaffen, sondern eher damit, dass im Allgemeinen (das ist zumindest bei mir so) immer noch Passagen rausfliegen, andere dafür eingefügt und abgeändert werden, wenn ich das Gesamtwerk nochmal kritisch durchlese - und das ist bei einem hochladen einzelner Kapitel etwas blöd für jene Leser, die Geschichten kapitelweise lesen, und dann die fertige Version, in der möglicherweise noch 5-10 Seiten dazu kommen, gar nicht kennen und nur ein Zerrbild der Geschichte vermittelt bekommen.

Sicherlich mag es diese "Typen im stillen Kämmerlein" auch geben, aber ich würde wetten, dass die in der Minderheit sind, denn zumindest die meisten anderen Leute die ich kenne, und die ihre Episoden als Ganzes hochladen, holen sich schon ihr Feedback - genauso wie jene Leute, die ihre Werke gestückelt hochladen und dann später stückweise korrigieren, was IMO am Ende dann wirklich Stückwerk ist und nicht so toll für den Leser.

Ich habe mit diesem Jahr beginnend mal auch den anderen Weg eingeschlagen und ein paar Werke hier kapitelweise veröffentlicht. Bei BREAKABLE macht das auch Sinn, da die Kapitel quasi kurze Einzelepisoden sind, die ich so auch anderweitig veröffentliche.
Bei DIVIDED bin ich hingegen nicht sicher, ob ich diesen Weg beibehalten werde, da bei größeren Serienepisoden dann doch gerne mal später noch Passagen für frühere Kapitel dazukommen können.

Zitat von: 'VGer' pid='17162' dateline='1399125586'
Da kommt – vor allem bei langen Projekten – die Struktur ins Spiel: ohne einen groben Überblicksplan über die Geschichte noch während dem Schreiben mit dem Hochladen zu beginnen ist gefährlich, eben deswegen weil einem im blödesten Fall nach drei Kapiteln die Ideen ausgehen. Aber wenn man von Vornherein in weitesten Zügen weiß was man erzählen will, spricht meiner Meinung nach nichts dagegen – auch wenn's dann manchmal etwas länger dauert.


Du vergisst hier IMO den wesentlichen Faktor, dass auch spätere Korrekturen ein Problem sind, denn es kann einem bei Kapitel 11 immer noch einfallen, dass man in Kapitel 2 vergessen hat, etwas Wichtiges für Kapitel 11 anzukündigen, oder zu erwähnen.
Da hilft dir auch die beste Struktur nichts, solange du nicht wirklich die fertigen Kapitel hast und solche Dinge erkennst.

Zitat von: 'VGer' pid='17162' dateline='1399125586'
Ich für meinen Teil bin sehr froh, dass ich schon "während dem Schreiben" hochlade, denn gerade die Interaktion mit meinen Lesern, ihre laufenden Kommentare und ihre beständige Motivation gibt mir enorm viel.


Wie gesagt - das mache ich lieber von Angesicht zu Angesicht.
Auch gibt es bei kapitelweisem Feedback IMO zu viel Punkte, die sich bei einem Lesen der Gesamtstory von selbst erledigen, denn Vieles lässt in einem einzelnen Kapitel noch gar keinen Sinn oder Zusammenhang erkennen - das im Verbund mit allen anderen Kapiteln dann aber sehr wohl Sinn macht. Sprich: Ich müsste permanent auf Kritikpunkte eingehen, die beim Lesen der Gesamtgeschichte gar nicht aufkommen würden.

Ein zusätzlicher Punkt, für mich speziell jetzt, weniger auf kapitelweises Hochladen zu setzen ist, dass mich das aus dem Schreib-Rhythmus bringen würde, denn zumeist wollen einen fünf verschiedene Leser in mindestens ebenso viele verschiedene Richtungen zerren, was sich naturgemäß eh nicht machen lässt. Und manchmal ist es eher kontraproduktiv, wenn man über einen Plot ZU VIEL nachgrübelt, statt ihn einfach zu schreiben. Kann also auch schon mal nach Hinten losgehen (muss nicht, aber kann... ;))

VGer

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Antw:[Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #22 am: Dezember 01, 2014, 10:28:24 Nachmittag »
Thema verschoben von Schmökerecke nach Schreibtisch. mod/VGer.

Racussa

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #23 am: Juni 10, 2016, 05:49:38 Nachmittag »
3. Ich schreibe mir einen Fahrplan - tatsächlich mit der Zeit, die einzelne Aktionen dauern, um Fehler im Ablauf mehrerer Handlungsstränge zu vermeiden - wenn z.B. ein Landetrupp Tage unterwegs ist, an Bord, bis zu deren Rückkehr aber nur scheinbar Stunden vergangen sind, klingt das später etwas merkwürzig...
Titel geändert von [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt in Die Struktur - oft unterschätzt

'Merkwürzig' ist ein toller Ausdruck. Ich sehe das genau so: wenn ich am Anfang noch nicht weiß, worauf es hionausläuft, kann ich keine Hinweise verstecken; andererseits ergibt sich aus manchen Szenen dann eine ungeplante Richtungsänderung, die Charaktere entwickeln so was wie ein Eigenleben. Trotzdem könnte ich nie ohne einen Plan mit relativ fixiertem Ende an eine Geschichte herangehen.

ulimann644

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #24 am: Juni 11, 2016, 11:13:47 Vormittag »
Ich sehe das genau so: wenn ich am Anfang noch nicht weiß, worauf es hionausläuft, kann ich keine Hinweise verstecken; andererseits ergibt sich aus manchen Szenen dann eine ungeplante Richtungsänderung, die Charaktere entwickeln so was wie ein Eigenleben. Trotzdem könnte ich nie ohne einen Plan mit relativ fixiertem Ende an eine Geschichte herangehen.

Ich selbst denke, das mit dem Eigenleben scheint nur so - denn letztlich ist es doch der Autor, der im Hintergrund (um)plant und ausführt.

Ich weiß aber, was du damit sagen willst - mitunter hatte ich auch schon den Eindruck, dass sich eine Figur selbst entwickelt. Ein Effekt, der entsteht, wenn man zuvor ein gewisses Handlungskonzept eines Charakters hatte, und man es später, bedingt durch seine vorangegangenen Handlungen und Aussagen, anpasst. Sprich: Ich bekomme oft erst beim Schreiben der Geschichte eine Sichtweise auf einen Charakter, die am Beginn noch gefehlt hat - ich lerne dabei also meinen Charakter (besser, oder überhaupt erst richtig) kennen.

Nun ist es auch nicht so, dass ich nicht schon ein Ende auch mal umgeschrieben hätte oder größere Parts einer geplanten Story eingefügt oder gestrichen hätte - das kommt schon auch vor. Durch die Struktur der Geschichte erkenne ich persönlich aber eher, was dabei geht, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren, und was nicht.

Drago

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #25 am: Juni 11, 2016, 11:39:11 Vormittag »
Das mit der Struktur und dem Brainstorming vor dem Schreiben ist eine grundsätzlich gute Idee.
Allerdings bin ich allergisch gegen sie. Ich verlasse mich beim Schreiben komplett auf spontane Eingebungen und gehe nur von meiner Grundidee aus, wie das Thema der Geschichte lauten soll. Für mich macht das Schreiben sonst gar keinen Spaß, weil es sich für mich anfühlt, als würde ich mir den ganzen Freiraum nehmen oder als würde ich auf Auftrag arbeiten und darin bin ich grottenschlecht.
Mir macht es viel mehr Spaß wenn ich das, was die Charaktere erleben selbst ein wenig miterleben kann, ohne das ich schon weiß, was als nächstes kommt.

Aber das soll jeder machen, wie er meint.

Gabi

Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #26 am: Juni 11, 2016, 02:54:48 Nachmittag »
Ach, Drago, Du hörst Dich ganz genauso an wie ich. Das finde ich sehr erfrischend  :keks: .
Ich wage das ja gar nicht mehr so laut zu sagen, aber ich mache das genau wie Du und genau aus den gleichen Gründen wie Du (und hab' mir dafür schon einiges anhören dürfen). Was ich letztens an "Inhaltsangaben" für meine geplanten DS9-Episoden (siehe dieser Thread) aufgeschrieben habe, ist so ziemlich diejenige Information, mit der ich ans Schreiben gehe. In 75% der Fälle kenne ich das Ende nicht, wenn ich mit Schreiben beginne.

Ich mache ein bis zweimal im Jahr bei NaNoWriMo-Schreibmarathons mit, wo es auch immer viele Autorentipps, Gespräche mit bereits etablierten Autoren etc. gibt, und die sagen dort auch ganz klar, dass diese Art des Herangehens eine Art ist, die manche Autoren einfach haben, und die für diese Autoren auch funktioniert. Sie hat den netten "Fachbegriff" seat-of-the-pants-writer :D .

Amber

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #27 am: Juni 11, 2016, 06:37:12 Nachmittag »
Ich schließe mich Gabi und Drago an. Meistens ist es so, dass mir EINE einzige Szene im Kopf rumschwirrt. Ich weiß dann noch nicht, ob es eine Anfangs- und Schlussszene ist, die Geschichte entwickelt sich, sobald ich schreibe.

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #28 am: Juni 12, 2016, 01:10:43 Nachmittag »
Auffällig bei diesem "Spontanschreiben" ist für mich:
Das ist (zu 99,9%) ein reines Hobby-Autoren-Ding. So gut wie kein kommerzieller Autor (Bekannte Ausnahme: Konsalik hat das gemacht, aber das hat man seinen Geschichten - negativ - angemerkt) tut sich das an. Gerade bei Geschichten, die über eine Kurzgeschichte weit hinaus gehen.

Komischerweise glauben viele Hobby-Schreiber, das wäre kreativer, aber da bin ich grundsätzlich anderer Meinung, denn letztlich bleiben die Überlegungen und Vorgehensweisen - egal ob nun mit Skript, Struktur, etc. pp. oder ohne - dieselben, sie finden halt nur einmal völlig chaotisch statt, und ein anderes Mal organisiert. Sprich: Auch mit Skript bleibt der kreative Part - und zwar in demselben Umfang - erhalten. Man entwickelt und schreibt halt nur nicht in einem Aufwasch (was so irgendwie auch nicht korrekt ist, denn auch mit Skript finden sehr viele Detailarbeiten noch spontan statt) sondern man entwickelt erst, bevor man schreibt.

Letzteres verhindert (sogenannte) Schreibblockaden, die keine sind, sondern nur das Ergebnis planlosen und unstrukturierten Vorgehens. Man macht sich, schlicht gesagt, selbst das Leben schwer.
Aber das muss nun wirklich jeder mit sich selbst abmachen - wer´s unbedingt schwer haben will... ;)

Amber

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Antw:Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #29 am: Juni 12, 2016, 02:06:49 Nachmittag »

Komischerweise glauben viele Hobby Schreiber, das wäre kreativer (...)




Aber das muss nun wirklich jeder mit sich selbst abmachen - wer´s unbedingt schwer haben will... ;)

Da kann ich dir in meinem Fall widersprechen. :) Ich denke nicht, dass ich dadurch kreativer bin, es ist einfach meine Art.

Beim Musik machen oder malen ist es auch so.

Musik: ich habe zwar (meistens) die Noten des Stücks, aber wenn ich mich stur daran halten würde, würde die Musik leblos klingen. Klar, in der Gruppe achtet man aufeinander.

Und beim Malen weiß ich auch, welches Motiv, aber entscheide dann spontan, welches Material und welcher Stil.

Und so zieht es sich durch mein Leben: beim Kochen, im Garten, beim Packen. Die Ergebnisse sind immer (also, fast immer ;)  ) sehr gut.

Dadurch mache ich es mir nicht schwerer. Jeder arbeitet halt anders. Würde ich mich so arg an eine von mir auferlegte Struktur klammern, wäre ich weder glücklich noch wäre das Ergebnis gut. :)

::)



Mir ist noch was eingefallen. Bestimmt, weil ich keinen festen Plan hatte. ;) :lol:

Nämlich: ich habe noch nie ausprobiert, auf deine Art zu schreiben. Hast du schon mal intuitiv geschrieben? (Ehrliches Interesse, kein Piesacken! ;) ::)  )
« Letzte Änderung: Juni 12, 2016, 02:31:28 Nachmittag von Amber »