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Thema: Die Struktur - oft unterschätzt  (Gelesen 5640 mal)

ulimann644

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Die Struktur - oft unterschätzt
« am: August 28, 2013, 12:44:28 Nachmittag »
Dieser Thread soll sich mit Tipps rund um die Strukturierung einer Geschichte beschäftigen:

Zuerst eimal die Frage: Struktur ?? Was bringt das ??

Meiner Meinung nach ist die Struktur einer Geschichte das Alpha und Omega. Die Struktur einer Geschichte ist sozusagen das Skelett und ohne dieses Skelett kann sie nicht stehen.
Sprich: Man sollte - bevor man die erste Zeile seiner Geschichte schreibt - zuerst einmal wissen WORÜBER man da letztlich überhaupt schreiben wird und was alles passieren soll.

Und zwar von Anfang bis Ende...!!

Nichts ist schwieriger, als "einfach drauflos zu schreiben", denn man kann keine Anspielungen oder Hinweise auf später folgende Ereignisse schreiben, wenn man diese Ereignisse selbst noch gar nicht kennt.

Aus diesem Grunde halte ich vier Schritte beim Schreiben für wichtig:

1. Die Ideensammlung: In dieser Phase schreibe ich quasi alles was mir an Ideen kommt in ein Notizheft - diese Ideen müssen nicht miteinander zusammenhängen, das folgt später.

2. Das Exposé: Hier schreibe ich dann - ähnlich wie in einem Drehbuch - die einzelnen Szenen auf und füge auch vereinzelt sehr detailiert schon Unterhaltungen ein.
Dieses Exposé kommentiere ich mit Gedanken zu den einzelnen Szenen, oder ich füge Fragen ein. Deshalb schreibe ich das Exposé auch so, dass ich jede zweite Zeile frei lasse - das lässt Platz auch mal Dinge umzuschreiben...
Zu den Fragen schreibe ich später auch Antworten in´s Exposé - dieses Fragen und Antworten hilft Logikfehler zu minimieren oder Ungereimtheiten im Ablauf der Geschichte zu erkennen.

3. Ich schreibe mir einen Fahrplan - tatsächlich mit der Zeit, die einzelne Aktionen dauern, um Fehler im Ablauf mehrerer Handlungsstränge zu vermeiden - wenn z.B. ein Landetrupp Tage unterwegs ist, an Bord, bis zu deren Rückkehr aber nur scheinbar Stunden vergangen sind, klingt das später etwas merkwürzig...

4. Erst nun beginne ich mit dem Schreiben der eigentlichen Geschichte, wobei auch in dieser Phase noch neue Story-Elemente mit einfließen können. Mit der beschriebenen Vorarbeit erkennt man jedoch viel besser, was machbar ist, oder wie sich dieses neue Story-Ellement einfügen lässt.

So - dass war´s erstmal von meiner Seite zum Thema Story-Struktur

Jetzt seid ihr dran.
Was denkt Ihr - welche Erfahrungen habt ihr in dieser Hinsicht gemacht...??




Titel geändert von [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt in Die Struktur - oft unterschätzt
« Letzte Änderung: Dezember 04, 2014, 11:48:58 Nachmittag von VGer »

Schafi95

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #1 am: August 28, 2013, 12:46:57 Nachmittag »
Danke für die Infos. Werde sie mir direkt mal abspeichern, auch wenn ich noch nicht genau sagen kann, in welchem Maßstab ich sie umsetzen werde :keks:

ulimann644

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #2 am: August 28, 2013, 12:54:23 Nachmittag »
Zitat von: 'Schafi95' pid='6147' dateline='1377686817'

Danke für die Infos. Werde sie mir direkt mal abspeichern, auch wenn ich noch nicht genau sagen kann, in welchem Maßstab ich sie umsetzen werde :keks:


Da kommt noch mehr... ;)

Emony

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #3 am: August 28, 2013, 07:48:41 Nachmittag »
Ich hab das Problem, dass ich mir die Szenen (bis auf grobe Gerüste) nie vorher aufschreiben darf. Dann vergeht mir während des eigentlichen Schreibprozesses nämlich die Lust. Ich MUSS mich immer mal wieder von meiner Story überraschen lassen. Wenn alles von A bis Z durchgeplant ist, hab ich keinen Spaß mehr dran.

Klar, ein Brainstorming ist sinnvoll - besonders bei einem Roman - aber wirklich alles plane ich nie. Davon abgesehen handeln meine Charaktere nicht immer wie geplant, das heißt ich muss spontan sein können, um meinen Plot umzuschreiben. :D

Schafi95

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #4 am: August 28, 2013, 09:15:25 Nachmittag »
Zitat von: 'Emony' pid='6196' dateline='1377712121'

Ich hab das Problem, dass ich mir die Szenen (bis auf grobe Gerüste) nie vorher aufschreiben darf. Dann vergeht mir während des eigentlichen Schreibprozesses nämlich die Lust. Ich MUSS mich immer mal wieder von meiner Story überraschen lassen. Wenn alles von A bis Z durchgeplant ist, hab ich keinen Spaß mehr dran.


Geht mir ganz ähnlich. Der wirkliche Kreativitätsschub kommt erst beim Schreiben selbst - außerdem befürchte ich, dass ich nicht die Nerven dazu habe, alles zwei Mal (einmal weniger und einmal mehr ausführlich) aufzuschreiben.

ulimann644

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #5 am: August 29, 2013, 12:49:09 Vormittag »
Zitat von: 'Emony' pid='6196' dateline='1377712121'

Ich hab das Problem, dass ich mir die Szenen (bis auf grobe Gerüste) nie vorher aufschreiben darf. Dann vergeht mir während des eigentlichen Schreibprozesses nämlich die Lust. Ich MUSS mich immer mal wieder von meiner Story überraschen lassen. Wenn alles von A bis Z durchgeplant ist, hab ich keinen Spaß mehr dran.


Genau das soll die Struktur ja sein: Ein Gerüst.
Es gibt an beinahe jeder Geschichte die man schreibt Dinge, die von Anfang an klar feststehen. Wenn ich eine Geschichte von einer Raumschiffshavarie schreiben möchte brauche ich ein Raumschiff, das havariert - soviel steht mal fest.
Und es gibt gleichfalls weitere solcher Eckpunkte - die dann eben das Grundgerüst bilden. Und dazwischen spinne ich dann - nach und nach - eine etwas engeres Netz. So eng, wie ich es brauche, mit genügend Platz für kreative Ideen beim Schreiben selbst.
Es liegt dabei natürlich an jedem FF-Autor selbst, wie genau oder weniger genau er dabei vorgeht.
Manchmal ist es aber unabdingbar zu wissen wann ein Charakter stirbt und wie. Sonst kann ich in den Kapiteln vorher nicht die entsprechenden Szenen schreiben, damit es auch wirklich tragisch wird, wenn es soweit ist.
Gelegentlich muss ich dann auch wissen, wo genau sich die einzelnen Figuren zu welchem Zeitpunkt aufhalten.
In anderen Szenen wiederum ist dieser Punkt weniger wichtig. Darum halte ich eine gute Vorausplanung nicht für ganz unerheblich. Besonders ab einer Wortanzahl von 40.000 - 50.000

Zitat von: 'Emony' pid='6196' dateline='1377712121'
Klar, ein Brainstorming ist sinnvoll - besonders bei einem Roman - aber wirklich alles plane ich nie. Davon abgesehen handeln meine Charaktere nicht immer wie geplant, das heißt ich muss spontan sein können, um meinen Plot umzuschreiben. :D


Rennen die ab und an zur Hintertür des Monitors hinaus...?? ;) :D
Ich habe meine gut erzogen - da handelt keiner auf eigene Faust. ;)

Zitat von: 'Schafi95' pid='6207' dateline='1377717325'

Zitat von: 'Emony' pid='6196' dateline='1377712121'

Ich hab das Problem, dass ich mir die Szenen (bis auf grobe Gerüste) nie vorher aufschreiben darf. Dann vergeht mir während des eigentlichen Schreibprozesses nämlich die Lust. Ich MUSS mich immer mal wieder von meiner Story überraschen lassen. Wenn alles von A bis Z durchgeplant ist, hab ich keinen Spaß mehr dran.


Geht mir ganz ähnlich. Der wirkliche Kreativitätsschub kommt erst beim Schreiben selbst - außerdem befürchte ich, dass ich nicht die Nerven dazu habe, alles zwei Mal (einmal weniger und einmal mehr ausführlich) aufzuschreiben.


Der Kreativschub ist auch bei mir dringend nötig - allein wegen der zu 99,9% nicht festgelegten Dialoge, die später geführt werden. Und wegen all der Momente zwischen den festgelegten Eckdaten.
Müsste ich in der Phase auch noch überlegen, wie ich den Schluss schreibe, dann würde ich einen Rappel kriegen.

LieutenantMarseille

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #6 am: September 18, 2013, 01:42:29 Nachmittag »
Danke für Tipps!
Auch wenn ich beim Lesen deiner Vorgehensweise teilweise große Augen hatte - so strukturiert zu schreiben ist mir noch nie in den Sinn gekommen... Ich habe oft das Problem, dass ich am Anfang ganz viele Ideen habe, die ich auch unbedingt für später aufschreiben muss. Und dann scheitere ich so ziemlich immer an meinem Perfektionismus. :argh:

ulimann644

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #7 am: September 18, 2013, 05:53:45 Nachmittag »
Zitat von: 'LieutenantMarseille' pid='7748' dateline='1379504549'

Danke für Tipps!
Auch wenn ich beim Lesen deiner Vorgehensweise teilweise große Augen hatte - so strukturiert zu schreiben ist mir noch nie in den Sinn gekommen... Ich habe oft das Problem, dass ich am Anfang ganz viele Ideen habe, die ich auch unbedingt für später aufschreiben muss. Und dann scheitere ich so ziemlich immer an meinem Perfektionismus. :argh:


Nun ja - der Umfang der Planung sollte sich immer auch an der Größe des Projektes orientieren.
Schreibt man eine Serie, dann sind zwangsläufig mehr Dinge zu beachten, als wenn ich einen Einzelroman schreibe, oder gar nur eine Kurzgeschichte.

Dabei sollte man sich natürlich auch nicht selbst im Weg stehen - man kann Dinge durchaus unerwähnt lassen, wenn sie nicht tragend für die Geschichte sind.

Ein oft gemachter Fehler ist es, dass Jemand ALLE Ideen, die er hat in eine einzige Geschichte packen will - ALLES soll gleichzeitig passieren. Aber so funktioniert es nicht. Die meisten Geschichten leben von nur einer Handvoll von Elementen.

Beispiel STAR WARS Episode 4
- Prinzessin stiehlt den Imperialen die TODESSTERN-Pläne
- Prinzessin wird von Imperialen entführt
- Farmerjunge erfährt davon als er Jedi  trifft
- Beide mieten einen Frachter von und befreien mit Frachterpilot und seinem Co-Piloten die Prinzessin
- Das Imperium macht den Fluchtort ausfindig und greift mit dem Todesstern an
- Raumschlacht und Vernichtung des Todessterns, dank der Analyse der TS-Pläne
- Auszeichnung von Farmerjungen und Frachterpilot

So kann man bei der Geschichte ein simples Script anfangen - das ist schon alles, um die Geschichte zu entwickeln. Später ergeben sich dann die Details, z.B. wer die Pläne in Sicherheit bringt, wer die Prinzessin verfolgt usw.

Was wirklich an Ideen drin ist ist:
- Wichtige Pläne werden dem Feind gestohlen, der sie zurück haben will
- Die Rädelsführerin wird entführt und verhört
- Sie wird befreit.
- Der Todesstern greift an und wird vernichtet

Oder in vier Worten:
- Diebstahl
- Entführung
- Befreiung
- Raumschlacht

Mehr Ideen sind da - vom Grundaufbau - nicht drin.
Wichtig ist es, dass man dann nicht auch noch versucht zehn weitere Grundideen einzuflechten, denn das geht schief. Hier ist gefragt, was man für seine Geschichte wirklich braucht, und was nicht. Und da ist es manchmal unumgänglich auch mal eine Idee zu streichen oder für eine andere Geschichte aufzusparen.

LieutenantMarseille

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #8 am: September 19, 2013, 03:36:59 Nachmittag »
Ich glaube das drucke ich mir aus und hänge es neben meinen Bildschirm. :D
Vielleicht denkt man, oder bzw. ich, auch oft einfach zu kompliziert!

ulimann644

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #9 am: September 19, 2013, 06:21:48 Nachmittag »
Zitat von: 'LieutenantMarseille' pid='7852' dateline='1379597819'

Ich glaube das drucke ich mir aus und hänge es neben meinen Bildschirm. :D
Vielleicht denkt man, oder bzw. ich, auch oft einfach zu kompliziert!


In dem Fall kann man seine Geschichte zuerst einmal geradlinig entwickeln - um dann später mehr Wendungen hinzuzufügen.
Ich selbst gehe den umgekehrten Weg - ich schreibe zu gewissen Situationen mehrere Möglichkeiten auf, und streiche dann, was ich nicht verwende.

Welche Variante besser ist muss jeder FF-Autor am Ende selbst herausfinden. Es mag noch mehr geben...

Gabi

RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #10 am: April 30, 2014, 08:56:52 Nachmittag »
Hi ulimann, ich habe jetzt alle 10 Deiner Autorentipps durchgelesen. Und ich bin wirklich beeindruckt davon, wie viele Gedanken Du Dir machst. (wobei die erste Variante von "Wie schreibe ich eine KG" natürlich das Highlight war :)). Wenn man als Autor einen längeren Roman mit mehreren OCs schreiben möchte, klingen Deine Überlegungen wirklich plausibel. Und dieses Kompliment kommt jetzt von einer "Anfängerin" oder "sturen Nicht-Entwicklerin" entsprechend Deinem Zitat in einem der Tipps ;):

"Fazit: NUR Anfänger und Leute, die schlicht zu stur sind, sich im positiven Sinne hier weiter zu entwickeln, schreiben einfach weiter immer wieder drauflos. Das ist schlicht nur unprofessionell und dumm - und hat nichts mit "persönlichem Schreibstil" oder ähnlichem "Gesülze" zu schaffen. Meine Meinung."

ulimann644

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #11 am: Mai 03, 2014, 12:40:56 Nachmittag »
Zitat von: 'Gabi' pid='17122' dateline='1398884212'

Hi ulimann, ich habe jetzt alle 10 Deiner Autorentipps durchgelesen. Und ich bin wirklich beeindruckt davon, wie viele Gedanken Du Dir machst. (wobei die erste Variante von "Wie schreibe ich eine KG" natürlich das Highlight war :)). Wenn man als Autor einen längeren Roman mit mehreren OCs schreiben möchte, klingen Deine Überlegungen wirklich plausibel. Und dieses Kompliment kommt jetzt von einer "Anfängerin" oder "sturen Nicht-Entwicklerin" entsprechend Deinem Zitat in einem der Tipps ;):

"Fazit: NUR Anfänger und Leute, die schlicht zu stur sind, sich im positiven Sinne hier weiter zu entwickeln, schreiben einfach weiter immer wieder drauflos. Das ist schlicht nur unprofessionell und dumm - und hat nichts mit "persönlichem Schreibstil" oder ähnlichem "Gesülze" zu schaffen. Meine Meinung."


Was korrekt ist:
Die meisten dieser Tipps treffen eher für große Projekte zu, denn auf Kurzgeschichten - weshalb der Part auch extra behandelt wird.

Nur, damit das mit dem "Anfänger" keinen falschen Beigeschmack bekommt:
Dieses Wort ist - in diesem Zusammenhang - keine Abwertung oder Kritik, sondern es steht hier für Leute, die dabei sind, ihre erste(n) Geschichte(n) zu verfassen.
Es ist oft bei Leuten die mit dem Schreiben beginnen (und da war ich selbst keine Ausnahme, als ich damit anfing) zu beobachten, dass sie eben denken, Drauflosschreiben UND Qualität könnten Hand in Hand gehen.

Wer hingegen schon länger schreibt und sich gegen Skripts sperrt - gerade wenn er/sie größere Projekte in Angriff nehmen - und dann noch jammert, von wegen: "Schreibblockade", dann bekomme ich so einen Hals. Denn das ist dann eben in 95% der Fälle keine echte Schreibblockade, sondern einfach Sturheit auf Skripts zu pfeifen.

Grundsätzlich:
Diese Autorentipps sollen natürlich nicht dazu dienen, sich in jeder Extremsituation sklavisch daran festzuhalten. Ebenso, wie ein Skript nichts sein soll, das - einmal geschrieben - in Stein gemeißelt ist.
Skripts z.B. sollen leben - sprich: man lässt sich Raum für Veränderungen. Und es hat schon Skripts gegeben, die ich komplett in die Tonne gehauen habe - um sie durch ein besseres zu ersetzen.

Solche Skripts machen natürlich auch nur wenig Sinn, wenn die Geschichte nur knappe 1000 Wörter lang ist und man sie als Ganzes im Kopf behalten kann - aber so etwas weiß man natürlich und das muss nicht extra betont werden, denke ich.

Und natürlich können solche Tipps auch nicht jede Extremsituation abdecken - aber sie können (nicht müssen) ein Grundstock sein, auf dem man aufbauen kann, wenn man zu schreiben beginnt.
Ob und was sich die Leute daraus mitnehmen möchten, das kann letztlich nur jeder für sich entscheiden.

Schafi95

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #12 am: Mai 03, 2014, 01:22:13 Nachmittag »
Zitat von: 'ulimann644' pid='17139' dateline='1399113656'

Wer hingegen schon länger schreibt und sich gegen Skripts sperrt - gerade wenn er/sie größere Projekte in Angriff nehmen - und dann noch jammert, von wegen: "Schreibblockade", dann bekomme ich so einen Hals. Denn das ist dann eben in 95% der Fälle keine echte Schreibblockade, sondern einfach Sturheit auf Skripts zu pfeifen.


Ich bin ja nicht so der Skript-Fanatiker (auch wenn ich inzwischen zum Teil dazu übergegangen bin, sie zu verwenden), aber was ich für elementar halte ist, dass man sich mal Gedanken zum Verlauf seiner FF macht. Also in dem Sinne von "wo will ich mit meiner FF hin und wie sieht der möglicherweise beste Weg aus".
Denn zumindest mir sind schon zu viele "Anfänger" (in der Definition, wie ulimann sie verwendet) über den Weg gelaufen, die ihr Projekt nach ein, zwei oder drei Kapiteln hingeschmissen haben, weil sie ja zwar Charaktere und ein entsprechendes Setting haben, aber keine nennenswerte Story.

Gabi

RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #13 am: Mai 03, 2014, 01:42:53 Nachmittag »
Zitat von: 'ulimann644' pid='17139' dateline='1399113656'

Nur, damit das mit dem "Anfänger" keinen falschen Beigeschmack bekommt:
Dieses Wort ist - in diesem Zusammenhang - keine Abwertung oder Kritik, sondern es steht hier für Leute, die dabei sind, ihre erste(n) Geschichte(n) zu verfassen.
Es ist oft bei Leuten die mit dem Schreiben beginnen (und da war ich selbst keine Ausnahme, als ich damit anfing) zu beobachten, dass sie eben denken, Drauflosschreiben UND Qualität könnten Hand in Hand gehen.


:) Das hatte für mich keinen faden Beigeschmack, ich meinte mein Kompliment ganz, ganz ehrlich. Ich bin alt genug und schreibe wahrscheinlich auch schon lange genug, um Dir in Deinen Ausführungen zuzustimmen.
Ich musste halt nur so schmunzeln, weil ich leider eine von diesen "fürchterlichen" Typen bin, die nach Jahren immer noch einfach so drauf los schreibt. Da ich in 90% der Fälle KGs schreibe ist das weniger tragisch, denn die schreibe selbst ich meist mit dem Ende vor Augen. Aber ich habe mich einmal an einer längeren Sache versucht - und festgestellt, dass ich die genauso schreibe - einfach drauf los und dann mal sehen, was dabei raus kommt. Ich beschwer mich da auch nicht, wenn ich steckenbleibe. Es ist mir klar, dass das unumgänglich ist, wenn man sich kein Konzept erstellt.
Ich habe nur einmal mit einem Konzept gearbeitet, als ich mit einer anderen Autorin eine größere Serie entworfen habe. Sie war sehr organisiert und hat mich dazu sozusagen gezwungen. Das geht beim gemeinsamen Schreiben auch beim besten Willen nicht anders.



Zitat von: 'Schafi95' pid='17142' dateline='1399116133'

Denn zumindest mir sind schon zu viele "Anfänger" (in der Definition, wie ulimann sie verwendet) über den Weg gelaufen, die ihr Projekt nach ein, zwei oder drei Kapiteln hingeschmissen haben, weil sie ja zwar Charaktere und ein entsprechendes Setting haben, aber keine nennenswerte Story.


Aus diesem Grund würde ich jetzt auch nie eine FF posten, die ich nicht bereits fertig geschrieben habe. Es ist nichts blöder, als ein paar Kapitel hochzuladen und sich dann zu verkrümeln.

Schafi95

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RE: [Autorentipps] 01. Die Struktur - oft unterschätzt
« Antwort #14 am: Mai 03, 2014, 02:31:07 Nachmittag »
Zitat von: 'Gabi' pid='17144' dateline='1399117373'

Zitat von: 'Schafi95' pid='17142' dateline='1399116133'

Denn zumindest mir sind schon zu viele "Anfänger" (in der Definition, wie ulimann sie verwendet) über den Weg gelaufen, die ihr Projekt nach ein, zwei oder drei Kapiteln hingeschmissen haben, weil sie ja zwar Charaktere und ein entsprechendes Setting haben, aber keine nennenswerte Story.


Aus diesem Grund würde ich jetzt auch nie eine FF posten, die ich nicht bereits fertig geschrieben habe. Es ist nichts blöder, als ein paar Kapitel hochzuladen und sich dann zu verkrümeln.


Über die Frage, ob eine FF vor dem Hochladen fertig gestellt sein sollte oder nicht, kann man natürlich endlos diskutieren. Ich persönlich bevorzuge es, während des Schreibens Kapitelweise hochzuladen, um meinen Lesern frühzeitig die Möglichkeit zu geben, mir auf die Finger zu hauen, wenn ich Mist gebaut habe. Denn zumindest ich empfinde es als ... nervig, an schon längst fertig gestellten FFs rumbasteln zu müssen. Wenn man an einer Stelle einen nicht passenden Stein rauszieht, muss man unter Umständen noch an drei anderen Stellen auch nachbessern, weil die eben auf dieser einen fehlerhaften Szene aufbauen. Und da ist es doch irgendwie einfacherer, die Fehler direkt zu beheben, bevor man drauf aufbaut ;)