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Thema: Die eigene kleine Fanecke  (Gelesen 450 mal)

CAMIR

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Die eigene kleine Fanecke
« am: April 14, 2018, 11:17:55 Vormittag »
*mümmel* Ich werde alt! Ich hätte schwören können, es gäbe diesen Thread irgendwo in den unendlichen Weiten des Forums, habe ihn aber auf die Schnelle nicht finden können, was bedeutet, wenn es ihn gibt, ist er auch ein paar Jährchen alt. Da kann man ihn vielleicht(?) neu eröffnen.
Ich wollte Gabis Post aus "Guinans Bar" dazu zum Anlass nehmen:

Ich stell das mal hier rein, weil ich beim Rumscrollen jetzt nichts gefunden habe, wo das thematisch hingehören würde. Das hat mir heute gezeigt, wie naiv ich doch bin. Ich hielt diesen Tweet für einen Scherz, habe aber die letzte halbe Stunde mit etlichen Fans (natürlich den "nicht echten") gechattet und offensichtlich ist der Typ tatsächlich dieser Meinung. Zu was macht mich das dann, die ich mich 25 Jahre für einen Star Trek Fan hielt, aber mit TOS nichts anfangen kann? Zu einer Missgeburt?
(Ich gestehe ... ich fasse es immer noch nicht, dass ein erwachsener Mensch so etwas in vollem Ernst von sich geben kann. Der hat auch noch 12tsd Follower ... )



Dieser Robert Meyer Burnett hat ja eine sehr präskriptive Meinung darüber, wie "Star Trek Fans" zu sein haben und wie nicht und ist dafür zu recht kritisiert worden. Dahinter steht ja aber wohl eindeutig der Gedanke, dass nur, wer bestimmte Aspekte an Star Trek mag (in seinem Fall TOS), ein Fan sei. Der Rest nicht.
Einige hier an Board schauen Star Trek wegen der Message, andere wegen der Technologie und dem Sci-Fi, wieder andere lieben die Spezies über alles, dritte mögen bestimmte Serien und andere garnicht - kurz, den Star Trek Fan gibt es sowieso nicht.

Daher würde mich interessieren, was euch an Star Trek fesselt und was euch eigentlich egal/nicht so wichtig ist!

Dazu würde ich gerne zumindest ein bisschen auf den Tweet von Burnett eingehen.
Er beklagt ja den Einzug des "Mainstream" in Star Trek, auch wenn nicht ganz klar ist, wo er den ansetzt. Ist alles ab TOS Mainstream? Ist alles ab den Abrams-Filmen Mainstream? Unklar.
Ich selbst, bin ja (noch immer), der Meinung, dass die Abrams Filme alles getötet/ zerstört haben, was Star Trek für mich ausmachte. Von Roddenberrys friedlicher Vision ist zugunsten Geballere und (@David) Super-Duper-Draufhau-Schiffen nichts mehr übrig. Buchstäblich zerstört werden zudem Vulkan und das Sternenflottenhauptquartier, zwei sehr wichtige, gar zentrale Orte des Star Trek Universums, sodass für mich außer beliebigen Namen nicht mehr viel von Star Trek bleibt. Die Filme sind generisch und haben kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderer Sci-Fi. Ich bin per se nicht gegen Geballer, aber da gibt es andere Franchises die eher drauf aus sind, das zu bedienen.
Worauf ich raus will (und vielleicht auch Burnett) ist, dass diejenigen, die erst mit dem Abramsverse zu Star Trek kommen, dies unter einer "falschen Prämisse" tun, weil die Filme die unglaubliche Komplexität des Universums zugunsten anderer Elemente unterschlagen.
Das würde ich aber niemals den Fans ankreiden, sondern den Produzenten der Filme - und im besten Fall entdecken diese neuen Leute, die alten Filme und Serien dann auch für sich. Im "schlimmsten" Fall halt nicht - aber davon bleibt mein Fantum weitestgehend unberührt. Ich komme ja nicht zu Schaden, weil Leute eine andere Auffassung von Star Trek haben.
Deswegen halte ich - trotz eines gewissen Verständnisses für seine Aussage, die aber fehlgeleitet ist - nichts von irgendwelcher Präskriptivität. Das Universum war schon vor dem "Mainstream" (wo immer der ansetzt?) groß genug für alle. Schauen wir uns doch das Forum an:
- Ulimann schreibt mit OCs im Star Trek Universum, erweitert es also, setzt den Fokus auf den technisch/politischen Aspekt
- Gabi schreibt DS9 weiter und jetzt zu Discovery, setzt den Fokus also auf die Charaktere und bestimmte Serien
- Ijan'kato schreibt hauptsächlich Fanfics zu Lon Suder, sie interessiert sich also für einen bestimmten Nebencharakter und haucht den mit Leben ein
- Amber fangirlt Julian/Garak, interessiert sich also - unter anderem - auch für DS9 und für Pairingkram
- Lady Q und USS -Stories schreiben Voyager-Fanfics, auch mit Fokus auf eine Serie und die Charaktere

Es hat doch auch "so" schon irgendwie jeder seine Nische, seine Lieblinge, seine Serie. Und es ist echt spannend, zu sehen, womit sich die anderen beschäftigen. Jede dieser Fanfics hat ihre Daeinsberechtigung und findet ihre Anhänger und was mir nicht gefällt, das umgehe ich.

So.

Mich interessieren an Star Trek am meisten die Haupt-Charaktere (und davon auch wieder spezielle). Merkt man ja garnicht an meinen Fics. Husthusthust. Die anderen Spezies sind für mich nur Beiwerk, ich sehe sie in den Episoden gern, um unseren Protagonisten Schwierigkeiten zu machen, aber ich würde nie eine Story über sie schreiben oder sie weiterentwickeln. Ähnlich ist es auch mit der Technologie und den Raumschiffen - die sind da und ich versuche überzeugend über sie zu schreiben. Aber ich würde mir nicht stundenlang Blaupausen mit der Enterprise u.Ä. anschauen oder eigene Schiffe kreieren um der Technik willen.
Star Trek war für mich immer eine Geschichte über Charaktere. Und so schreibe ich auch. :3

Gabi

Antw:Die eigene kleine Fanecke
« Antwort #1 am: April 14, 2018, 11:53:46 Vormittag »
Ich habe mich gestern Nacht noch einige Zeit mit den Leuten unterhalten und heute morgen war meine Timeline auch schon wieder voll mit diesen tweets. Jetzt folge ich ja nur ganz ausgewählten Leuten, so dass ich natürlich immer nur eine Seite der Medaille mitbekomme (was mich gar nicht stört ;), denn das sind eindeutig die freundlicheren, mitfühlenderen Menschen, die ich da vor mir habe), aber die Wellen sind ganz schön hochgeschlagen.

Es ist so, dass über Star Trek 2009 sehr viele neue Fans ins Fandom gekommen sind und diese von solchen selbstherrlichen Kreaturen wie Mr. Meyer Burnett erstmal frontal gegen die Wand gefahren werden. Dass sich dann manche abwenden und sich sagen "was soll ich denn mit so einem Fandom?" ist natürlich verständlich. Andere versuchen es trotzdem, fühlen sich aber die ganze Zeit wie "Fans, 2. Klasse". Mit Discovery passiert jetzt genau dasselbe. Wer darüber ins Fandom kommt, ist "unwürdig".

Für mich ist das eine Perversion dessen, für das Star Trek für mich steht.

Für mich (ich wurde Fan mit der Ausstrahlung von TNG, TOS hat mir nie etwas gegeben) ist das, was Star Trek ausmacht, ein sehr persönlicher Aspekt. Meine "Hochzeit" war Ende der 90er Jahre, ich habe da praktisch auf Cons gelebt. Ich habe für Fanzines im In- und Ausland illustriert, ich habe einige Fanzine-Reihen als Editor begleitet, ich habe sehr viel betagelesen. Auf Cons war ich nie wegen der Schauspieler, sondern wegen der Fans. Wir haben uns in den Fanräumen (ich weiß nicht, ob es das heute noch gibt) getroffen, und es gab tatsächlich manche Wochenende, wo ich diesen Raum kein einziges Mal verlassen habe. Dort saßen wir zusammen, haben über das diskutiert, was uns bewegte, wo wir das Gefühl hatten, dass wir dank Star Trek und unserer gemeinsamen Liebe dafür einen sicheren Raum hatten. Da ging es dann um Religion, um das Erwachsenwerden, viel um sexuelle Orientierung und was uns sonst noch so bewegte.
Das war der Aspekt, der für mich immer Star Trek ausgemacht hat. Die Serie hat diese Möglichkeit für uns transportiert, sie hat uns zusammengebracht, sie hat uns teilweise zusammengeschweißt.

Als ich 2014 durch Emony nach 14 Jahren Pause wieder zum Fandom zurückkam, fand ich ein anderes vor. Dieses Gefühl von damals habe ich nicht mehr gefunden, dafür vermehrte Gemeinschaften von Technik-Begeisterten oder von Shipping-Begeisterten. Bei beiden habe ich nette Leute kennengelernt und mich da ein wenig eingerichtet. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass ich von außen zuschaue, dass ich nicht zu der Gemeinschaft gehöre.

Mit Discovery hat sich das im letzten halben Jahr radikal geändert. Zum ersten Mal seit den 90ern befinde ich mich wieder in einer Gemeinschaft von Menschen, die ihre Sorgen, ihre Nöte, ihr Selbstverständnis dank einer Serie projizieren und beginnen, darüber mit anderen zu sprechen. Es ist teilweise anstrengend, vor allem, weil ich ohne psychologische Ausbildung und nur über das Internet einfach immer wieder Angst habe, dass ich da mit Profanität ankomme bei Menschen, die viel mehr bräuchten. Aber die meiste Zeit ist es sehr schön. Ich merke, dass ich etwas geben kann und ich bekomme etwas zurück. Und plötzlich ist es bei mir wieder da, dieses Gefühl, was Star Trek immer für mich bedeutet hat.

Von diesem Punkt abgesehen, sind es bei mir die Charaktere, die Star Trek für mich ausmachen. Ich merke das gerade sehr stark, weil ich versuche, mir eine neue ST-Serie an Land zu ziehen, die bei mir so ein wenig von der Begeisterung auslösen kann, wie das Star Trek getan hat und tut. Da ich jetzt ja Netflix habe, ist der Fundus schon mal sehr groß und ich habe auch schon sicher 5 oder 6 Serien durchgeschaut. Teilweise mit guter Handlung. Aber keine davon hat mich an sich binden können. Während Discovery, deren Handlung teilweise arg geholpert hat, mich bereits mit Folge 3 fest im Griff hatte, mir mit Folge 10 einen Nervenzusammenbruch beschert hat, und ich die Folgen 11 bis 15 hassen wollte, es aber einfach nicht konnte. Und der einzige Unterschied, den ich da zu den anderen Serien festmachen kann, sind die Charaktere.

Daher ist für mich das Alleinstellungsmerkmal von Star Trek ganz klar: Charaktere.

ulimann644

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Antw:Die eigene kleine Fanecke
« Antwort #2 am: April 14, 2018, 03:25:30 Nachmittag »
Dieser Robert Meyer Burnett hat ja eine sehr präskriptive Meinung darüber, wie "Star Trek Fans" zu sein haben und wie nicht und ist dafür zu recht kritisiert worden. Dahinter steht ja aber wohl eindeutig der Gedanke, dass nur, wer bestimmte Aspekte an Star Trek mag (in seinem Fall TOS), ein Fan sei. Der Rest nicht.

Diese Aussage geht gar nicht, für mich.
Klar - jeder von uns hat seine Vorstellung davon, was TREK ist und was nicht. Auch ich. Aber das ist ein individuelles Gefühl und nicht Fakt.

Es hat immer mal wieder Fälle gegeben, in denen mir jemand schrieb: "Du, als Trekkie..." Meine Korrektur war dann stets: "Ich bin kein Trekkie, sondern SciFi-Fan, der Trek mag."
Ich könnte mir vorstellen, dass Robert Meyer Burnett vielleicht eher auf diesen Punkt hinaus wollte. Der Unterschied zwischen diesen beiden Fan-Gruppen, denn ich sehe da schon einen Unterschied. Für Trekkies gibt es zuerst einmal - ganz oben - STAR TREK. Dann folgt erst einmal lange gar nichts, bevor der Rest kommt.
Für mich ist ST hingegen "nur" eine Serie unter vielen anderen guten SF-Serien und darüber hinaus LESE ich sehr viel lieber SF, als dass ich sie schaue.

Daher würde mich interessieren, was euch an Star Trek fesselt und was euch eigentlich egal/nicht so wichtig ist!

Schwer zu beantworten.
Als Junge, der sich seinerzeit in den 70ern für TOS begeisterte (da gab es noch keine große Alternative dazu) lag der Fokus für mich an der Weite des Alls, den verschiedenen Spezies und an den fantastischen Geschichten, wobei ich zu dem Zeitpunkt gerade die Zeitreise-Episoden mochte (was sich später etwas gewandelt hat). Später hat sich das natürlich etwas relativiert. Heute gefällt mir an TOS die Kumpelei des Kleeblatts (Kirk, Spock, McCoy) besonders auch im Verbund mit Scotty mit am besten.

Was mir bei DS9 gefallen hat war das Volk der Bajoraner im Verbund mit dem religiösen Aspekt. Aber eben auch, dass es eine durchgängige Handlung gab und einmal gezeigt wurde, wie die Feds auf eine invasive Spezies reagieren, die sich nicht auf Verhandlungen einlässt.

An ENTERPRISE wiederum gefiel mir, dass hier IMO sehr gut gezeigt wurde, wie die Raumflotte funktionierte, bevor es die Föderation und besonders bevor es die allgegenwärtige "Oberste Direktive" gab. Dieses Zurückdrehen der späteren Gegebenheiten gefiel mir, weil ich diesen Ansatz für sehr glaubwürdig halte. Was ENT gleichzeitig bewiesen hat: Man kann die Designs der Raumschiffe durchaus auf einen sehr guten Stand bringen, ohne dass diese Designs abgedreht oder (in Bezug auf die bis dahin gesehenen Designs) unpassend wirken. IMO hätte man auch für DISCO die Raumschiff-Designs toll modifizieren können, so dass sie zu TOS passen, ohne altbacken zu wirken. Dass das geht hat der Indi-Film-Trailer "Prelude to Axanar" eindrucksvoll gezeigt. Und da wurde lediglich mit FAN-MODELLEN agiert (was man dem Trailer absolut nicht ansieht). Was da erst mit der geballten finanziellen Macht von Paramount/CBS gegangen wäre kann man sich vorstellen.

Ich selbst, bin ja (noch immer), der Meinung, dass die Abrams Filme alles getötet/ zerstört haben, was Star Trek für mich ausmachte. Von Roddenberrys friedlicher Vision ist zugunsten Geballere und (@David) Super-Duper-Draufhau-Schiffen nichts mehr übrig. Buchstäblich zerstört werden zudem Vulkan und das Sternenflottenhauptquartier, zwei sehr wichtige, gar zentrale Orte des Star Trek Universums, sodass für mich außer beliebigen Namen nicht mehr viel von Star Trek bleibt. Die Filme sind generisch und haben kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderer Sci-Fi. Ich bin per se nicht gegen Geballer, aber da gibt es andere Franchises die eher drauf aus sind, das zu bedienen.

Zum ersten Satz: 100% agree!
Was ich immer etwas kritisch sehe ist diese Aussage über das ach so friedliche STAR TREK von Roddenberry. Weil gerade in TOS nicht gerade auffällig weniger geballert wurde, als in den übrigen Serien. Nur zu oft wurde in TOS letztlich ein Problem mit Phasern und Photonentorpedos gelöst. Darum frage ich mal: "Wo kann man diese ach so friedliche Vision glaubhaft nachvollziehbar bewundern?" IMO wird hier etwas verklärt dargestellt, was auf dem Bildschirm nie vorhanden war und ist, sondern einzig im Kopf von Roddenberry stattfand. Aber nicht Roddenberry´s Vorstellung ist ST sondern da muss man schon das heranziehen, was tatsächlich produziert wurde. Und das ist alles andere, nur keine "friedliche Vision".

Deswegen halte ich - trotz eines gewissen Verständnisses für seine Aussage, die aber fehlgeleitet ist - nichts von irgendwelcher Präskriptivität. Das Universum war schon vor dem "Mainstream" (wo immer der ansetzt?) groß genug für alle. Schauen wir uns doch das Forum an:
- Ulimann schreibt mit OCs im Star Trek Universum, erweitert es also, setzt den Fokus auf den technisch/politischen Aspekt
- Gabi schreibt DS9 weiter und jetzt zu Discovery, setzt den Fokus also auf die Charaktere und bestimmte Serien
- Ijan'kato schreibt hauptsächlich Fanfics zu Lon Suder, sie interessiert sich also für einen bestimmten Nebencharakter und haucht den mit Leben ein
- Amber fangirlt Julian/Garak, interessiert sich also - unter anderem - auch für DS9 und für Pairingkram
- Lady Q und USS -Stories schreiben Voyager-Fanfics, auch mit Fokus auf eine Serie und die Charaktere

Diese Vielfalt finde ich gut.
Dabei ist klar, dass der eine Fan eher dies, der andere Fan eher das bevorzugt. STAR TREK ist dabei alles, auch wenn sich für mich persönlich dabei das Eine eben mehr, und das Andere eben weniger wie ST anfühlt. Und einiges so gar nicht mehr. Nicht unbedingt wenig beeinflusst durch den Weg, wie ich zu ST kam. Und dieser Weg ist halt, von Fan zu Fan, sehr unterschiedlich, weshalb sich diese Sichtweise auch von Fan zu Fan deutlich unterscheiden kann.

Es hat doch auch "so" schon irgendwie jeder seine Nische, seine Lieblinge, seine Serie. Und es ist echt spannend, zu sehen, womit sich die anderen beschäftigen. Jede dieser Fanfics hat ihre Daeinsberechtigung und findet ihre Anhänger und was mir nicht gefällt, das umgehe ich.

Konsens.

Mich interessieren an Star Trek am meisten die Haupt-Charaktere (und davon auch wieder spezielle). Merkt man ja garnicht an meinen Fics. Husthusthust. Die anderen Spezies sind für mich nur Beiwerk, ich sehe sie in den Episoden gern, um unseren Protagonisten Schwierigkeiten zu machen, aber ich würde nie eine Story über sie schreiben oder sie weiterentwickeln. Ähnlich ist es auch mit der Technologie und den Raumschiffen - die sind da und ich versuche überzeugend über sie zu schreiben. Aber ich würde mir nicht stundenlang Blaupausen mit der Enterprise u.Ä. anschauen oder eigene Schiffe kreieren um der Technik willen.
Star Trek war für mich immer eine Geschichte über Charaktere. Und so schreibe ich auch. :3

Es gibt sehr viele unterschiedliche Aspekte, die ich an ST mag. Das lässt sich in meinem Fall nicht an nur zwei drei Aspekten festmachen.
Die Charaktere sind mir auch schon sehr wichtig, darum arbeite ich die ja auch zum Teil sehr sorgfältig aus. Einige Charaktersheets für meine Charaktere sind allein schon umfangreicher, als die Kurzgeschichten manch anderer Leute. Die Geschichten passieren in meinen Geschichten immer um eine Handvoll Charaktere herum. Dabei mag ich es, auch mal die rangniederen Charaktere handeln zu lassen, wie zwei Crewmen in ICICLE 2 oder einen weiblichen Trill-Master-Chief in "EXODUS-Freunde".

Andererseits mag ich die Herausforderung, dem Leser, wider besseren Wissens, einzureden, wie Technik funktioniert, die es gar nicht gibt. Also gerade auch den technischen Aspekt, der für mich unverrückbar zur SF allgemein gehört. Das gilt auch für meine Original-Fictions. Beeinflusst hat mich da weitgehend PERRY RHODAN, wo gerade dieser Aspekt immer wieder einen breiten Raum einnahm. Nicht selten als ein wesentliches Spannungselement. Ich halte es auch nicht für einen Nachteil zu wissen, wie etwas funktionieren soll oder könnte. Gerade bei DEAN CORVIN stelle ich das gerade wieder, im Kleinen, fest. Wenn ich ein Badezimmer beschreibe und mir eine moderne Duschanlage ausdenke. Oder ein Gerät zur Mundhygiene. Oder das Gerät, dass gerade aktuell ein Sanitöter in dieser DC-Episode einsetzt. SF-Technik, das ist  SO viel mehr, als nur Waffen und Antriebe.

Abhängig davon, welches Unter-Genre man im Bereich SF schreibt, braucht man diesen technischen Aspekt mehr oder weniger. Viele TREK-Geschichten funktionieren sehr gut, OHNE dass man in die Untiefen der Technik absteigen muss. Schreibt man MILITARY-SF dann braucht man diese Technik sehr viel mehr um die taktischen und strategischen Finessen gut in Szene setzen zu können. Und bei Original-Fiction verhilft das Entwickeln der Technik (die bei der FF bereits vorgegeben ist) zumeist auch zu einem besseren Verständnis der Umgebung, in der die Charaktere handeln.

Gelegentlich studiere ich tatsächlich Pläne von ST-Raumschiffen für meine ST-FF. Allerdings zumeist weniger wegen der Technik, sondern um zu wissen, wohin meine Hobbels auf einem Raumschiff laufen (oder mit dem Turbolift fahren), und wie lange die dahin unterwegs sein könnten. Darüber hinaus weiß ich auch gerne, wo welche Abteilung liegt. Wichtig war das für mich besonders bei "Das Sonneninferno". Diese Geschichte spielt weitgehend auf der USS ALAMO, ein Raumschiff der EXCELSIOR-KLASSE. Da war der Schiffsplan, den ich ausgewählt habe (es gibt mehrere verschiedene Versionen), schon hilfreich.

Es ist so, dass über Star Trek 2009 sehr viele neue Fans ins Fandom gekommen sind und diese von solchen selbstherrlichen Kreaturen wie Mr. Meyer Burnett erstmal frontal gegen die Wand gefahren werden. Dass sich dann manche abwenden und sich sagen "was soll ich denn mit so einem Fandom?" ist natürlich verständlich. Andere versuchen es trotzdem, fühlen sich aber die ganze Zeit wie "Fans, 2. Klasse". Mit Discovery passiert jetzt genau dasselbe. Wer darüber ins Fandom kommt, ist "unwürdig".

Für mich ist das eine Perversion dessen, für das Star Trek für mich steht.

Wenn Burnett meint, auf AOS steht nur STAR TREK drauf, aber es ist keins drin, dann bin ich da schon irgendwie bei ihm. Dasselbe gilt, was mich betrifft, für DSC.
Aber das ist eben nur etwas, das mich ganz persönlich betrifft. Deswegen aber Fans, die über diese beiden Aspekte zu TREK kommen herabzuwürdigen, das geht mal gar nicht. DAVON distanziere ich mich ganz klar.
JEDER ST-Fan soll das mögen, was er/sie will. Solange MIR freisteht, diese Aspekte kritisch zu betrachten und auch kritisch meine Meinung zu diesen Aspekten sagen zu dürfen. Denn letztlich ist das keine Bewertung dieser Aspekte (und seiner Fans schon gar nicht), sondern lediglich meine persönliche Meinung dazu.

Mit Discovery hat sich das im letzten halben Jahr radikal geändert. Zum ersten Mal seit den 90ern befinde ich mich wieder in einer Gemeinschaft von Menschen, die ihre Sorgen, ihre Nöte, ihr Selbstverständnis dank einer Serie projizieren und beginnen, darüber mit anderen zu sprechen. Es ist teilweise anstrengend, vor allem, weil ich ohne psychologische Ausbildung und nur über das Internet einfach immer wieder Angst habe, dass ich da mit Profanität ankomme bei Menschen, die viel mehr bräuchten. Aber die meiste Zeit ist es sehr schön. Ich merke, dass ich etwas geben kann und ich bekomme etwas zurück. Und plötzlich ist es bei mir wieder da, dieses Gefühl, was Star Trek immer für mich bedeutet hat.

Was mich dabei etwas erschreckt ist der Punkt, dass Menschen eine Serie benötigen um über ihre Probleme zu sprechen. Vielleicht erschreckt mich noch mehr, dass diese Leute offensichtlich sozial so sehr isoliert sind, dass sie dafür Fremde benötigen, und nicht mit Leuten aus ihrem sozialen Umfeld reden.

Daher ist für mich das Alleinstellungsmerkmal von Star Trek ganz klar: Charaktere.

Auch für mich ein wesentlicher Punkt - der aber letztlich auch auf alle anderen Franchises zutrifft. Mit den Charakteren steht und fällt für mich JEDE Geschichte. Egal ob Serie, Film oder Roman. Weshalb ich selbst es vielleicht hier nicht als Alleinstellungsmerkmal bezeichnen würde. Denn es gibt viele Bücher, deren Charaktere noch deutlich schillernder sind.

Daneben sehe ich einen zweiten Punkt, der gerade in TOS und TNG zum tragen kam. Leider gab es bei TNG einige Charaktere, die mir diese Serie verhagelt haben.
Dieser Punkt ist der "Sense of Wonder". In deutscher SF war und ist dieser Punkt oft sehr deutlich zu spüren gewesen. Gerade in den Romanen der 60er und 70er Jahre. Leider floppen gerade Filme oder Serien heutzutage, wenn sie den Fokus darauf legen. Weil das geneigte US-Publikum halt nur noch jubelt, wenn es bunt, schnell, groß und laut ist. Und die Film und TV-Industrie bedient dieses Publikum - die Qualität der Filme und Serien bleibt dabei auf der Strecke. Leider...

Gerade deshalb finde ich, sollten sich auch einige FF-Autoren Serien wie DSC annehmen, denn eine (nach meiner Meinung) grottenschlechte Serie (ich sage nur: SPACE-ORKS statt Klingons) bedeutet nicht, dass die FF´s dazu ebenfalls schlecht sein müssen. Im Gegenteil, besonders FF-Autoren haben die Gelegenheit, aus (IMO) eher schlecht gemachten Vorlagen etwas sehr viel Besseres zu schaffen.

Gabi

Antw:Die eigene kleine Fanecke
« Antwort #3 am: April 14, 2018, 04:40:02 Nachmittag »
Was mich dabei etwas erschreckt ist der Punkt, dass Menschen eine Serie benötigen um über ihre Probleme zu sprechen. Vielleicht erschreckt mich noch mehr, dass diese Leute offensichtlich sozial so sehr isoliert sind, dass sie dafür Fremde benötigen, und nicht mit Leuten aus ihrem sozialen Umfeld reden.

Das ist aber die Realität. Star Trek vermittelt ein Gefühl von "Es ist okay, dass Du anders bist, Du wirst angenommen". Das war zu Zeiten von DS9 bereits sehr anziehend auf Fans, die sich in ihrer Familie oder ihrem Umkreis nicht verstanden gefühlt haben, und das ist es jetzt mit dem oftmals als "social justice warrior" verschrienen Anliegen von DSC ebenfalls wieder. Wenn Du zuhause keinen Rückhalt findest, dann suchst Du ihn Dir da, wo Du ihn bekommen kannst. Und für manche Menschen bedeutet das eine Fangemeinde. Und das ist eben ein Aspekt, der für mich schon immer eng mit Star Trek verbunden war.
(wir hatten ein ähnliches Thema ja auch schon beim therapeutischen Ansatz von FF-Schreiben, den ich ganz stark in meiner Zeit als Fanzine-Editor miterlebt habe)

Es gibt sicherlich andere Serien, die das auch hervorrufen. Aber da ich mich in anderen Fandoms nicht auskenne, ist das für mich immer ein typisches Star Trek Merkmal gewesen.

Oriane

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Antw:Die eigene kleine Fanecke
« Antwort #4 am: April 14, 2018, 07:51:02 Nachmittag »
Ich selbst, bin ja (noch immer), der Meinung, dass die Abrams Filme alles getötet/ zerstört haben, was Star Trek für mich ausmachte.

Da muss ich leider zustimmen. Ich finde nicht, dass die Abrams-Filme irgendetwas mit Star Trek zu tun haben, bis auf den Namen. Discovery schon eher, aber in meinem Sinne auch nicht so richtig. Dafür passt einfach zu viel in der Serie nicht zusammen. Aber das ist noch lange kein Grund, Leute, die die Abrams-Filme oder DSC mögen, als Star Trek-Fans auszuschließen. Was ich noch sagen könnte, ist: jemand der ausschließlich die neuen Filme gesehen hat, ist für mich kein richtiger Star Trek-Fan. Ich sagen bewusst "gesehen" und nicht "mögen", denn letzteres würde bedeuten, dass man sich zumindest grob mit dem Rest, den das Fandom noch zu bieten hat, beschäftigt hat. Wenn man dann entscheidet, gefällt mir nicht, okay, aber ich würde dann niemandem absprechen, Fan zu sein. Es kann ja auch sein, dass jemand über TNG gekommen ist und sich jetzt aber absolut mit dem Abrams-Verse identifiziert. Ist irgendwie schwierig. Fakt ist, für mich gibt es eine Grenze, aber die ist ziemlich schwammig.

Ganz abgesehen davon, dass sich Leute von Kommentaren wie dem von Burnett ausgeschlossen fühlen, die Leute, die ich in meinem persönlichen Umfeld nicht als ST-Fans sehe, sehen sich selbst gar nicht als Fan und wollen dementsprechend auch keiner sein.

Daher würde mich interessieren, was euch an Star Trek fesselt und was euch eigentlich egal/nicht so wichtig ist!

Ich bin ja mit TOS eingestiegen, was für mein Alter wahrscheinlich ungewöhnlich ist, und ich habe es sofort geliebt. Für mich ist die Vorstellung einer Gesellschaft, wie sie in Star Trek existiert, eine wunderbare Sache, die mich scheinbar fasziniert hat und es immer noch tut. Die Tatsache, dass Menschen sich eine solche Zukunft vorstellen können und die vielen Fans, die diese Vision in gewisser Weise unterstützen, gibt mir Hoffnung, dass die Menschheit es schafft, sich von solchen Leuten wie Trump nicht runterziehen zu lassen und irgendwann darüber steht. Natürlich sind wir meilenweit davon entfernt, aber ich war immer Optimistin und in Star Trek habe ich etwas gefunden, das mir diesen Optimismus, der oft als naiv betrachtet wird, irgendwie bestätigt, unterstützt, ja, rechtfertigt. Und ich glaube fest daran, dass wir es mal zu einer ähnlichen Gesellschaft schaffen, wie die, die Star Trek uns zeigt.

Das ist eigentlich die Hauptsache. Das ganze Technobabbel-Zeug interessiert mich z.B. gar nicht. Klar gibt es Charaktere, die ich lieben gelernt habe, aber die sind austauschbar. Ich schreibe ja auch hauptsächlich mit OCs. Ein, zwei gibt es, die mich stark beeinflusst haben, allen voran Spock. Ich habe lange Zeit, Probleme mit meinen Gefühlen gehabt, was komplexere Ursachen hat und Spock hat mir geholfen, sie einfach wegzuschließen (ob das so gut war, ist eine andere Frage ;) ). Die zweite wäre wahrscheinlich Kathryn Janeway als Frau mit einem "Männerjob". So einen habe ich ja auch gewählt und tu mich manchmal schwer, wenn die ganzen Kerle um mich herum dicke Eier raushängen lassen. Janeway kann sich immer in dieser Männerwelt behaupten und ist trotzdem keine steinharter Charakter. Jedenfalls ist sie super und immer wieder motivierend :D

Die Fangemeinde, die Gabi beschreibt, vermisse ich auch, obwohl ich nie einer angehört habe. Bisher habe ich nicht einen Menschen gefunden, der genauso Trekkie ist, wie ich und ich gehe nicht gerade vorsichtig damit um, dass ich einer bin. Wo sind denn die ganzen Trekkies? Für mich existieren die leider ausschließlich im Internet. Auf Cons fühle ich mich nicht so richtig aufgehoben, weil die meisten da wegen der Schauspieler hingehen und die interessieren mich null. Aber es muss doch auch außerhalb von Cons ein paar Star Trek-Fans geben, oder?

werewolf01

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Antw:Die eigene kleine Fanecke
« Antwort #5 am: April 14, 2018, 09:44:23 Nachmittag »
Zu ST gekommen bin ich auch über TOS, aber wirklich gepackt hat mich DS9. Mich fasziniert der Umgang mit moralischen Fragen (Zb "Der rätselhafte Marritza") und auch mit Schuld und Veratwortung (Zb "Hippokratischer Eid") und Tod und Sterben (zb "Der Klang ihrer Stimme"). DS9 zeigt (wie auch manche Folgen der anderen Serien) ethische Fragestellungen und mögliche Lösungsmöglichkeiten und motiviert den Zuschauer, selbst darüber nachzudenken und sich eine Meinung zu bilden.

Vor allem faszinieren mich insgesamt die z.T, recht starken Charaktere (meiner Meinung nach unter anderem: Dukat, Garak, Damar, Sisko, O'Brien, Bashir sowie Aamin Marritza aus DS9, Chakotay aus Voyager, Madred,Joret Dal und Sito Jaxa aus TNG, Spock und McCoy aus TOS).
Beim Schreiben ist es inzwischen eher so, dass ich gelegentlich die Charaktere dafür entleihe, aber insgesamt eher meine ECs habe und vor dem ST Kontext schreibe. Man kann auch sagen, dass ich mich oftmals etwas zu sehr von ST entfernt habe. Manche meiner FFs könnte ich fast schon als Originalfiction verfassen.
Aber ich bin über ST dazu gekommen, meinen Ideen über das Schreiben Raum zu geben, sodass ST zu einem kreativen Ausgleich für mich wurde sowie zu einer Diskussionsgrundlage über erwähnte Themengebiete.

LG
werewolf

Ijan'kato

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Antw:Die eigene kleine Fanecke
« Antwort #6 am: April 14, 2018, 11:52:57 Nachmittag »
Ach, der gute Herr Meyer Burnett ist doch nur einer dieser Menschen, die für sich selbst beanspruchen, der "einzig wahre Fan" zu sein. Diese Leute gibt es doch in sämtlichen Ecken, in allemöglichen Bereichen. Gerade jetzt fällt mir zum Bleistift ein, wie oft ich schon Leuten begegnet sind, die für sich beansprucht haben, diejenigen zu sein, die "einzig und wahr lieben", während alle anderen das nicht tun ;) Ja, dieser Typus Mensch ist besonders häufig vertreten. Meyer Burnett reiht sich dort ein.

Zitat
Ich selbst, bin ja (noch immer), der Meinung, dass die Abrams Filme alles getötet/ zerstört haben, was Star Trek für mich ausmachte.

D'accord.
Allerdings muss ich dazu schreiben, dass ich -nur, weil ich kein Fan der Abrams Filme bin-, diesen Filmen keine Existenzberechtigung einräume, oder sie gar "hasse" (das täte ich, hätte Uwe Boll die gedreht (>_>)). Hierbei geht es lediglich um mein ganz persönliches Gefühl. Das, was Abrams da gezimmert hat, ist für mich nicht "mein Star Trek". Also jenes Star Trek, mit dem ich groß geworden bin, mit dem ich bestimmte Dinge verbinde, die meinen Erinnerungen ein Zuhause geben, mit denen ich etwas verbinde. Jenes Star Trek, das einen ganz bestimmten "Geist" transportiert hat und den hat Abrams (für mich) nicht mit rübergenommen.

Deshalb spreche ich aber den Fans seiner Filme nicht ab, Fans zu sein. Dann müsste ich ja auch jeden Silent Hill Fan bashen, der den vierten Teil mochte. Und ganz ehrlich, der vierte Teil war für mich auch kein Silent Hill ;) (Sage ich als Silent Hill Uber-Fan). Hätte da was anderes drauf gestanden, als "Silent Hill", wäre es okay gewesen - Als eigenes Spiel wäre das Ding klasse, aber als Silent Hill eben nicht. Und genauso geht es mir mit dem Abrams Zeug und Star Trek. DER macht in meinen Augen nämlich das, was Uli neulich noch in Bezug auf FF gesagt hat: Er nimmt Namen (von Personen, Spezies und Planeten), um sie seinen ganz eigenen, erschaffenen Kreaturen zu geben. Somit heissen die zwar gleich, aber haben nichts mehr mit dem gemeinsam, was man kennt. Also hätte er auch was ganz eigenes machen können.

Aber das sind, wie gesagt, nur meine Empfindungen und trotzdem schimpfe ich nicht auf die Leute, die das mögen. Und auch, was die FF angeht, stimme ich Uli zu. Die Geschichten können trotzdem uka sein. Ich bin nicht umsonst ein Fan von MaLis "Erde".

Zitat
Daher würde mich interessieren, was euch an Star Trek fesselt und was euch eigentlich egal/nicht so wichtig ist!

Das ist eigentlich recht einfach zu beantworten: Ich mag den Geist, der dort transportiert wird. Die Erde in einer wunderbaren Zukunft, in der es kein Leid mehr gibt. Erstmal ist dieses Wissen schon Grund genug, um die Serie aus einem ganz bestimmten Blickwinkel zu sehen und dann - hey, ich bin Eskapist. Ich finde die Welt, in der wir leben, furchtbar. Furchtbar gemein, furchtbar öde, furchtbar unfair, furchtbar lieblos. Für jemanden, der eh immer schon das Gefühl hatte, hier nicht hinzugehören, ist Star Trek DIE Steilvorlage. Ich mag es, meine Seele mit den Crews auf Reisen zu schicken. Ja, ich schaue es wegen der Charaktere und des Zeitgeists. Wegen der Spezies, wegen der Moral. Das ist für mich Star Trek.


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Antw:Die eigene kleine Fanecke
« Antwort #7 am: April 15, 2018, 01:11:11 Nachmittag »
Das ist aber die Realität. Star Trek vermittelt ein Gefühl von "Es ist okay, dass Du anders bist, Du wirst angenommen". Das war zu Zeiten von DS9 bereits sehr anziehend auf Fans, die sich in ihrer Familie oder ihrem Umkreis nicht verstanden gefühlt haben, und das ist es jetzt mit dem oftmals als "social justice warrior" verschrienen Anliegen von DSC ebenfalls wieder. Wenn Du zuhause keinen Rückhalt findest, dann suchst Du ihn Dir da, wo Du ihn bekommen kannst. Und für manche Menschen bedeutet das eine Fangemeinde. Und das ist eben ein Aspekt, der für mich schon immer eng mit Star Trek verbunden war.
(wir hatten ein ähnliches Thema ja auch schon beim therapeutischen Ansatz von FF-Schreiben, den ich ganz stark in meiner Zeit als Fanzine-Editor miterlebt habe)

Es gibt sicherlich andere Serien, die das auch hervorrufen. Aber da ich mich in anderen Fandoms nicht auskenne, ist das für mich immer ein typisches Star Trek Merkmal gewesen.

Diese Tatsache ist (leider) in den meisten (auch internationalen) Foren zu beobachten.
Nicht dass das falsch rüber kommt: Ich bin ja froh, dass diese Leute dann in diversen Foren einen Ersatzhalt finden und seelisch nicht ganz abrutschen. Mir tun diese Leute einfach leid, wenn ich mir deren soziales Umfeld (oder besser gesagt: nicht vorhandenes soziales Umfeld) vorstelle.

Zu ST gekommen bin ich auch über TOS, aber wirklich gepackt hat mich DS9. Mich fasziniert der Umgang mit moralischen Fragen (Zb "Der rätselhafte Marritza") und auch mit Schuld und Veratwortung (Zb "Hippokratischer Eid") und Tod und Sterben (zb "Der Klang ihrer Stimme"). DS9 zeigt (wie auch manche Folgen der anderen Serien) ethische Fragestellungen und mögliche Lösungsmöglichkeiten und motiviert den Zuschauer, selbst darüber nachzudenken und sich eine Meinung zu bilden.

Vor allem faszinieren mich insgesamt die z.T, recht starken Charaktere (meiner Meinung nach unter anderem: Dukat, Garak, Damar, Sisko, O'Brien, Bashir sowie Aamin Marritza aus DS9, Chakotay aus Voyager, Madred,Joret Dal und Sito Jaxa aus TNG, Spock und McCoy aus TOS).

Wäre ich erst halb so alt, dann wäre ich vermutlich am ehesten über DS9 zu Trek gekommen. Und vielleicht als nächstes über ENT.
Als ich zu ST gefunden habe da gab es diese Alternativen leider nicht. Was mir an DS9 Gefällt ist, dass es weniger sauberpoliert daher kommt, als z.B. TNG oder auch VOY, wo die goldene Statue der Obersten Direktive (in der einen, nie gezeigten, Vitrine des Captains) täglich von Janeway persönlich blank poliert wird. ;) ;D

Beim Schreiben ist es inzwischen eher so, dass ich gelegentlich die Charaktere dafür entleihe, aber insgesamt eher meine ECs habe und vor dem ST Kontext schreibe. Man kann auch sagen, dass ich mich oftmals etwas zu sehr von ST entfernt habe. Manche meiner FFs könnte ich fast schon als Originalfiction verfassen.
Aber ich bin über ST dazu gekommen, meinen Ideen über das Schreiben Raum zu geben, sodass ST zu einem kreativen Ausgleich für mich wurde sowie zu einer Diskussionsgrundlage über erwähnte Themengebiete.

Ich habe verschiedentlich schon mal daran gedacht, eine FF zu schreiben, zu einer Zeit, als die Iconianer noch die Galaxis beherrschten (und noch einige Bereiche des Weltalls dazu, die nicht mehr zur Milchstraße gehören). Das wäre - obwohl im Grunde FF - dann zwangsläufig auch so etwas wie Original-Fiction, da es weder vorgegebene Charaktere gibt (Canon) noch (außer der Portaltechnik) Hinweise darauf, über welche Technik die Freunde verfügt haben.
Es gibt einige interessante Vorlagen an Sekundärliteratur und ich meine auch STO hat sich der Thematik mal angenommen. Eine Geschichte aus der Zeit ihres Aufstiegs, oder auch aus der Zeit ihres Niedergangs würde mich schon sehr reizen. Irgendwann einmal...
« Letzte Änderung: April 15, 2018, 01:13:12 Nachmittag von ulimann644 »

YKirk

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Antw:Die eigene kleine Fanecke
« Antwort #8 am: April 15, 2018, 03:06:03 Nachmittag »
Also für mich ist nicht die Frage "Welche Serie Magst du?" oder "Wer ist dein Lieblingscharakter?" entscheidet um jemanden oder mich als Star Trek Fan zu bezeichnen. Ehr "Stehst du zu der Aussage, der Massage von Star Trek?".  Also meint man das Kooperation, Zusammenarbeit und Toleranz gut ist, also alles für was in Star Trek die Föderation steht.

Was total unwichtig ist ob man jede Folge mitsprechen kann, oder gar ob man überhaupt jede Serie/Film gesehen hat. Für mich ist das "Trekki sein" ehr eine grobe Lebenseinstellung. Ich akzeptiere daher auch wen jemand sagt "der Film xy von Star Trek war genial deshalb sehe ich mich als Fan, aber das andere habe ich mir nicht angeguckt".
Wo ich zugegebenermaßen recht Skeptisch werde sind die neuen Fans. Also die die seit ST 11 dazu gekommen sind. dort gibt es einige die sagen "Ja die Filme sind so geil, total viel Action und Ballerei und alles fliegt in die Luft" da sage gut Fan mag der eventuell sein, aber nen Trekki nicht.  wenn derjenige aber sagt "Ich finde die Filme super gemacht und auch die Welt sehr interessant und gut"dann kann ich damit leben.

Was ich sagen will wer nur die Action in Star Trek (egal ob <ST 11 oder >St 11) mag aber die Welt nicht wirklich verstanden hat der ist halt jemand der "nur" die Filme/Serien gerne guckt. Wer aber zumindest die Welt von Star Trek verstanden hat der ist für mich ein Fan.


Ich Persönlich mag eigentlich alles von Star Trek (wobei ich Disco noch nicht gesehen habe da netflix). Wobei ich die Filme ab 11 als enttäuschend sehe, wobei bei dem neusten ja wieder Star Trek rüber kam. Mein absoluter Liebling ist und bleibt halt DS9 einfach der Machweise (grob fortlaufende Story aber in sich Abgeschlossene Folgen) wegen.