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Thema: Enterprise (ENT)  (Gelesen 7832 mal)

Amber

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Antw:Enterprise
« Antwort #120 am: Dezember 30, 2017, 09:13:20 Vormittag »
Ich fand gerade diesen Punkt sehr interessant. Die Frage, was passierte vorher, bevor die Prinzipien der Föderation sich richtig heraus entwickelt haben.
Man hatte noch so gut wie keine Erfahrung im Umgang mit fremden Spezies bei Erstkontakten. Referenzen, die man später bereits an der Akademie vermittelt hat, gab es kaum. Dass man da also diplomatisch einiges mehr an Geschirr zerschlug scheint mir sehr folgerichtig.
Wer da die geschliffene Diplomatie des TNG-Universums erwartet hat, der ist bei ENT nicht richtig aufgehoben, denke ich. Wer sich drauf einlässt, und darauf, dass das 22. Jahrhundert mehr die Zeit der Konflikte war, als spätere Epochen, der wird´s genießen.

Nee, so meinte ich das nicht. Sondern: wenn ich schon jemanden los schicke, der Erstkontakte zu mit Sicherheit sehr fremden Kulturen haben wird, dann würde ich persönlich ein wenig mehr darauf setzen, dass dieser jemand zumindest höflicher ist, als Archer es meistens ist. ^^ Aber ich mag den Kerl und finde auch, dass es zu der Epoche passt, wie er sich verhält. Verständlicher jetzt, was bzw wie ich es meinte?

ulimann644

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Antw:Enterprise
« Antwort #121 am: Dezember 30, 2017, 09:28:09 Vormittag »
Nee, so meinte ich das nicht. Sondern: wenn ich schon jemanden los schicke, der Erstkontakte zu mit Sicherheit sehr fremden Kulturen haben wird, dann würde ich persönlich ein wenig mehr darauf setzen, dass dieser jemand zumindest höflicher ist, als Archer es meistens ist. ^^ Aber ich mag den Kerl und finde auch, dass es zu der Epoche passt, wie er sich verhält. Verständlicher jetzt, was bzw wie ich es meinte?

Tja - das wäre wünschenswert und mir war klar, wie es gemeint war.
Was ich sagen wollte, war: Meistens funzt das (auch im RL heute) zumeist nicht wirklich. Groß die Auswahl an fähigen Raumschiff-Kommandanten (he, da war ja auch noch DIE Funktion) hatte man IMO nicht. Aber auch wenn: Worauf soll man bei dem ersten und einzigen (und damit unersetzlichen) Warp-5-Raumschiff nun mehr Wert legen? Dass ein Top-Diplomat mit lausigen Kommando-Fähigkeiten das Ruder führt, so dass man um sein Schiffchen und das Leben der Besatzung fürchten muss? Oder ein Top-Kommandant, mit Defiziten in der Diplomatie - dafür überleben aber Schiff und Crew?

Die Crux an guten Soldaten ist: Sie sind keine Diplomaten - sonst wären sie schlechte Soldaten (und bessere Diplomaten). Es hat einen Grund, dass Soldaten keine Politik machen.

Ein Fehler in der Grundkonzeption ist IMO, dass man den Sternenflotten-Captains das abverlangt. Statt einer Counselor sollte man viel eher einen permanenten (möglicherweise zivilen) Diplomaten mit an Bord der Schiffe nehmen, der/die dann (und das ausschließlich) für Erstkontakte zuständig ist. Denn diese Zwitterrolle Soldat/Diplomat von einem Captain der Sternenflotte zu verlangen, das ist IMO schon arg an der Realität vorbei.

Racussa

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Antw:Enterprise
« Antwort #122 am: Januar 03, 2018, 05:14:58 Nachmittag »
Das stimmt, aber es orientiert sich nicht nur am 'Trek'-Gedanken der 'weißen' Besiedelung Nordamerikas, sondern auch an derzeitigen NATO-Missionen (anders als bei EU-Missionen). Da kommt der zivile Teil auch erst nach dem - durchaus auch politischen - Militär'erst'kontakt. Da ST in den USA produziert wird, ist es nicht unwahrscheinlich, dass dort diese Diskrepanz gar nicht so auffällt. In Europa, vor allem in Zentraleuropa, ist es aber zumindest seit dem Ende des Ersten Weltkriegs eher ungewöhnlich, dass Staatsoberhäupert oder Diplomaten inmilitärischen UNiformen auftreten (außer den MonarchenInnen...und den MilitärdikatorInnen).

ulimann644

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Antw:Enterprise
« Antwort #123 am: Januar 04, 2018, 09:14:16 Vormittag »
Da ST in den USA produziert wird, ist es nicht unwahrscheinlich, dass dort diese Diskrepanz gar nicht so auffällt. In Europa, vor allem in Zentraleuropa, ist es aber zumindest seit dem Ende des Ersten Weltkriegs eher ungewöhnlich, dass Staatsoberhäupter oder Diplomaten in militärischen Uniformen auftreten (außer den MonarchenInnen...und den MilitärdikatorInnen).

Da ist was dran.

Interessant fand ich in PERRY RHODAN (die größte SF-Serie der Welt - und von Deutschen geschrieben) den Ansatz, militärische Raumflotte und Forschungsflotte (dort Explorer-Flotte genannt) strikt zu trennen. Mit dem Ansatz, dass es quasi eine Zweiteilung in der Kommandokette eines Explorer-Raumschiffs gibt, mit dem Raumschiffkommandant und dem Wissenschaftlichen Leiter als Schnittstelle. Interessanterweise war da (zumeist - weil Widersprüche bei einem großen Autorenteam immer mal vorkommen) die Vorgehensweise so, dass der Kommandant zwar die Raumschiff-Crew kommandiert hat, jedoch das Ziel des Schiffes vom Wissenschaftsleiter festgelegt wird. Die Crew chauffiert da die Wissenschaftler quasi nur von System zu System. Jedoch besitzt bei dem Konzept der Kommandant eine solchen Schiffes (und meistens auch der XO) eine wissenschaftliche Ausbildung, um bei der Auswahl der Ziele fundiert mitreden und Vorschläge mit einbringen zu können.

Ein ähnliches Konzept - vielleicht sogar eine Dreiteilung in Militär, Forschung, Diplomatie - hätte der Sternenflotte IMO nicht geschadet. Darüber hätte man sich spätestens bei TNG mal Gedanken machen können IMO.