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Thema: Definition Star Trek  (Gelesen 1324 mal)

Emony

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Definition Star Trek
« am: Juni 06, 2016, 02:38:31 Nachmittag »
Jedes Mal, wenn eine neue Star Trek Serie oder ein neuer Film kommt, meckert ein Teil der Fangemeinde mit der Begründung, das sei ja kein richtiges Star Trek mehr. In einem anderen Forum habe ich eine nahezu ähnlich Diskussion verfolgt. Jetzt wollte ich aber mal von euch wissen, was eurer Ansicht nach Star Trek definiert.

Wer anfängt bekommt einen virtuellen Keks von mir.  :keks:

Gabi

Antw:Definition Star Trek
« Antwort #1 am: Juni 06, 2016, 04:07:49 Nachmittag »
 :P Ich habe gerade Heißhunger auf Kekse - also fang ich an:

Was macht für mich Star Trek aus?

a) Teamaktionen: Star Trek funktioniert für mich als Crew-Show, einzelne Episoden legen die Schwerpunkte auf unterschiedliche Charaktere, jeder hat mal mehr oder mal weniger seine Momente. Es ist keine Ein-Captain-mit-Beiwerk-Show
b) positive Aussicht auf die Zukunft: Das war für mich schon immer das A und O von Star Trek. Gesucht wird ein Miteinander mit neuen Lebensformen und nicht ein Gegeneinander, daraus resultiert dann gleich
c) kein Military-SF: das gehört für mich überhaupt nicht zu Star Trek. DS9 ist da mit dem Dominion-Krieg am Ende schon ziemlich an der roten Linie für mich entlang geschrammt. (dafür gibt's B5, Stargate, nBSG etc. )
d) Erforschung des Weltalls, Betonung auf Weltraumphänomene, fremde Lebensformen, fremde Kulturen, das Fremde in einem Selbst ... natürlich sehe ich auch gerne Storybögen mit kriegerischen Konflikten, aber sie sollten für mich nie das ausschließliche Element einer Serie sein
e) Serienform ... ich kann mich einfach nicht mit Star Trek im Filmformat anfreunden. Das, was Star Trek für mich ausmacht, gehört in einer längerlaufende Serienform.

Hm ... wahrscheinlich ist da noch mehr, wenn ich weiter darüber nachdenke, aber das wäre es erst mal für den Anfang von mir, wobei Punkt b) für mich wohl der absolut wichtigste ist, weil er Star Trek einfach schon immer von anderen SF-Serien unterschieden hat.

Emony

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #2 am: Juni 06, 2016, 04:49:51 Nachmittag »
Was du beschreibst, Gabi, trifft auch Größtenteils auf mich zu und man merkt deiner DS9-Fortsetzung diese Vorliebe auch deutlich an. :)

Ich habe nicht dagegen, wenn es auch mal etwas mehr Aktion gibt. Ich muss aber sagen, dass mir die vielen Kriegs-Episoden bei DS9 gegen Ende schon auch etwas auf den Keks gingen.

Drago

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #3 am: Juni 06, 2016, 05:09:49 Nachmittag »
So wie's die Gabi da oben beschrieben hat, so würd ich das auch sagen eigentlich. Star Trek muss mit Phänomenen, neuen Spezies und einer Prise Action gesegnet sein, das sind für mich die drei Schlüsselwörter.
Nun kann man noch argumentieren, was noch alles rein muss, und wer, wann, was, wieso, warum, weshalb, wie und so weiter. Da gefallen mir diese konservativen Star Trek Serien wie TNG, DS9, VOY besonders gut, denn die sind ja eben das Paradebeispiel und Begründer dieser Definition. 

Wäre mal neugierig auf eine andere Meinung, weil ich selten solche höre.

Oriane

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #4 am: Juni 08, 2016, 12:13:39 Vormittag »
Tjaa, irgendwie hat Gabi die Diskussion erstickt  :D
Was du sagst, formuliert wunderbar, was ich mir auch dachte. Nur bei der Serienform würde ich das nicht so streng sehen. Ich mag die alten Filme und ich finde auch hier werden die meisten Punkte gut umgesetzt. Gut, es ist schwierig, in einem Film jeden Charakter zu beleuchten, aber wenn jeder so seine Momente bekommt, reicht mir das für die zwei Stunden ST.

Und für mich gehört noch Gesellschaftskritik dazu. Eine Brückencrew aus einem Asiaten, einem Russen, einer schwarzen Frau und einem merkwürdigen spitzohrigen Alien, das musste man sich erstmal trauen. War jetzt ein starkes Beispiel, ich denke, ihr wisst aber, was ich meine. Diesen Mut habe ich an ST immer bewundert.

Emony

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #5 am: Juni 08, 2016, 07:11:31 Vormittag »
Zitat
Und für mich gehört noch Gesellschaftskritik dazu.

Ja, das stimmt. Das gehört auf jeden Fall dazu! Wobei die Zuschauer inzwischen etwas aufgeschlossener sind. Wir hatten inzwischen regelmäßig diverse Kulturen (einen Deutschen fänd ich allerdings mal cool!), Aliens, Hautfarben ...

Was mir bisher abging - und nein, das muss nicht übertrieben im Vordergrund stehen - wäre ein männlicher homosexueller Charakter. Weibliche gab es im TV schon oft, nur an männlichen hapert es. Es sei denn man schaut sich Queer as Folk an. ;) Das wäre was, das ich mir in Star Trek noch wünsche, weil das heute immer noch ein gewisser kritischer Punkt ist.

Drago

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #6 am: Juni 08, 2016, 07:21:26 Vormittag »
Ich denk das kommt schon noch. Ich mein mal gehört zu haben, das man damals, bei TOS (das muss irgend so eine Kuss-Szene gewesen sein zwischen einem weißen und einer Schwarzen) sehr vorsichtig rangegangen ist, weil die armen Leut noch kein hohes Ansehen besaßen. Ich glaube, die gleiche Entwicklung kann man hier beobachten.
Hat nicht der JJ sogar in irgend einem Interview gesagt, das er sich über homo Charaktere Gedanken macht.

Nerys

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #7 am: Juni 08, 2016, 07:30:52 Vormittag »
Zwischen Kirk und Uhura, das hat damals wohl einen ziemlichen Wirbel ausgelöst. In den 60ern war die Stellung der Schwarzen/Farbigen in den USA sehr schlecht, darauf geht auch die DS9-Folge "Jenseits der Sterne" ein. Der Kuss zwischen zwei Frauen, Jadzia Dax und Lenara Kahn, hat Jahre später wieder einen Wirbel ausgelöst.

Gabi

Antw:Definition Star Trek
« Antwort #8 am: Juni 08, 2016, 11:48:48 Vormittag »
Tjaa, irgendwie hat Gabi die Diskussion erstickt  :D

:D Da müssen die anderen sich einfach mehr anstrengen ;)

Zitat
Und für mich gehört noch Gesellschaftskritik dazu. Eine Brückencrew aus einem Asiaten, einem Russen, einer schwarzen Frau und einem merkwürdigen spitzohrigen Alien, das musste man sich erstmal trauen. War jetzt ein starkes Beispiel, ich denke, ihr wisst aber, was ich meine. Diesen Mut habe ich an ST immer bewundert.

Stimmt, das ist noch ein wichtiger Punkt. Wobei mir der persönlich nicht so sehr auffällt, da ich im Prinzip nur TNG und DS9 innerhalb ihres gesellschaftlichen Umfelds geschaut habe. Der Rest ist bei mir Jahre nach Entstehen über den TV geflimmert und da fehlte mir dann manches Mal der direkte Zusammenhang.

Ein etwas untergeordneter Punkt ist mir noch gekommen, der aber für mich irgendwie auch zu Star Trek gehört, und der mir immer mal wieder auffällt, wenn ich FFs unter die Finger bekomme, die ihn eben nicht beachten: Eine gehobene Sprache.  Stammtischjargon, Umgangssprachliches und coole Sprüche sind selten bis gar nicht zu finden. Besonders auffällig war das für mich auch, da ich sowohl TNG als auch DS9 im Original geschaut habe, und trotz leidlicher Englischkenntnisse problemlos mitgekommen bin. Daraufhin schaute ich mir B5 ebenfalls im Original an, in der irrigen Annahme, ich könne ja Englisch verstehen, und da stieß ich bei etlichen Schauspielern an die Verständnisgrenzen.

Was mir bisher abging - und nein, das muss nicht übertrieben im Vordergrund stehen - wäre ein männlicher homosexueller Charakter.

Na da kann ich doch nur wärmsten die Abriachan-Reihe einer nicht näher genannten Autorin empfehlen ;) (aber ich glaube, Du hast das mal angefangen und gemeint, dass das nichts für Dich ist ...)

Scherz beiseite, etwas fortschrittlicher Umgang mit Beziehungen wäre auch von meiner Seite wünschenswert.

Amber

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #9 am: Juni 08, 2016, 07:11:35 Nachmittag »
Wir hatten inzwischen regelmäßig diverse Kulturen (einen Deutschen fänd ich allerdings mal cool!), Aliens, Hautfarben ...

Ich suche und krame im Oberstübchen, meines Erachtens gab es tatsächlich einen Deutschen. Jetzt muss ich nur noch drauf kommen, es war TNG (da bin ich fast sicher) und in einem Roman (relativ sicher). Aber als Redshirt in einem Roman
.. okay, das zählt nicht so?

Mei, ich komm noch drauf... kann bei einem der "neuen" TNGs gewesen sein... :denken:

Drago

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #10 am: Juni 08, 2016, 07:22:26 Nachmittag »
In der Bücherserie New Frontier gab es einen Charakter, der Deutsch war: Kat Müller, die leitende Nachtschichtoffizierin der U.S.S. Excalibur.

Emony

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #11 am: Juni 08, 2016, 07:27:26 Nachmittag »
Ja, stimmt. Ich erinnere mich an die. Aber Bücher sind nicht Kanon. Ich hätte das gerne mal in einer Serie. ;)
So wie bei Stargate Atlantis, wo es Tschechen und Deutschen und alles mögliche neben Amerikanern, Engländern, Schotten, Kanadiern etc. gab. Ich fand es immer so lustig SGA im Original zu schauen und im Hintergrund deutsche oder tschechische Flüche zu hören. :D

Drago

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #12 am: Juni 08, 2016, 07:34:51 Nachmittag »
Ja das klingt witzig.  ^^

ulimann644

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #13 am: Juni 09, 2016, 10:39:20 Nachmittag »
Gabi hat es im Großen und Ganzen auf den Punkt gebracht.
Allerdings lehne ich Military-SF Elemente nicht rundheraus ab. Man muss das nicht so sehr zu einem zentralen Thema machen, wie in DS9, aber zu glauben, dass es keine bewaffneten Konflikte geben kann, nur weil eine Föderation der Planeten das so beschlossen hat wäre für mich irgendwie weg von folgerichtiger SF.

Leider wurde - durch die oft dämliche Oberste Direktive - eine tolle Chance vergeben, in den Serien mal zu thematisieren, dass die Feds in bewaffneten Konflikten (vielleicht weniger weit entwickelter Spezies) eingreift, sprich die Vermittlerrolle als neutrale Partei ergreift und das nicht nur im Hintergrund oder auf diplomatischer Ebene, sondern aktiv. Das wäre für mich Stoff für viele Episoden - mit sicherlich einigem diplomatischen, wie moralischem Konfliktpotenzial.

Racussa

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Antw:Definition Star Trek
« Antwort #14 am: Juni 24, 2016, 10:04:00 Nachmittag »
Mir gefällt auch die steigende Buntheit (allerdings hat sie in ENT stark nachgelassen); allerdings verstehe ich nicht, wie jemand auf die Idee kommen kann, ST sei nicht militärisch:
90% der Darsteller tragen Uniformen
Captains können im Ernstfall absolut allein entscheiden
die Sternenflotte betreibt für die Föderation nicht nur Verteidigung, sondern auch Forschung und Diplomatie (Kirk!!!!)

Alles in allem entspricht ST dem Forschungs- und Expansionsmodell Großbritanniens, Frankreichs oder der Niederlande im 16. Jahrhundert.
Trotzdem mag ich die Serie, weil sie eine Familiengeschichte im Weltraum ist, mit vielseitigen Charakteren, die nicht nur gut oder böse sind. Kirk, Tomalak, Weyoun, Ichep, Trip und Co. reden nicht nur, sie prügeln, lieben und lachen. :)