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Thema: Kommandostrukturen in Star Trek  (Gelesen 1194 mal)

ulimann644

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Kommandostrukturen in Star Trek
« am: März 15, 2015, 05:01:16 Nachmittag »
Nur: Wenn man mal realistische Maßstäbe anlegt, ist die USS Rhode Island von Größe und Besatzungsstärke her am ehesten vergleichbar mit einem Schnellboot oder Minensucher - und die werden zB bei der Marine meistens von einem Kapitänleutnant (vergleichbar Lieutenant) geführt. Was also macht Harry als 4-Pip-Captain auf so einem Kasten?

Wenn es die US-Navy wäre eine berechtigte Frage.

Aus dem ST-Canon heraus kann man ableiten, dass JEDER Kommandierende Offizier eines Sternenflottenschiffes (auch wenn es noch so klein ist) ein Captain-Dienstgrad ist. (Siehe z.B. "Der Zorn des Khan", wo so ein klitzekleines OBERTH-Schiffchen von einem Captain kommandiert wird - oder VOY: "Equinox", wo gleichfalls ein Captain eine NOVA kommandiert.)

Bei meinen Original-Fictions passe ich den Mindestrang für ein Raumschiff an die Schiffsklasse bzw. an den Aufgabenbereich des entsprechenden Schiffes an. Da darf es auf den kleinen Einheiten auch mal ein Major (Lieutenant-Commander) sein, und auf den mittleren Schiffsklassen ein Oberstleutnant (Commander). Mir scheint das irgendwie sinnvoller zu sein.
Für meine ST-FF´s lasse ich es hingegen bei der canonischen Lösung.



Abgetrennt aus dem Voyager-Thread und ins passende Unterforum verschoben. mod/VGer.
« Letzte Änderung: März 16, 2015, 07:45:30 Nachmittag von VGer »

VGer

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #1 am: März 15, 2015, 05:16:11 Nachmittag »
Aus dem ST-Canon heraus kann man ableiten, dass JEDER Kommandierende Offizier eines Sternenflottenschiffes (auch wenn es noch so klein ist) ein Captain-Dienstgrad ist. (Siehe z.B. "Der Zorn des Khan", wo so ein klitzekleines OBERTH-Schiffchen von einem Captain kommandiert wird - oder VOY: "Equinox", wo gleichfalls ein Captain eine NOVA kommandiert.

Andererseits war Sisko "nur" Commander als er DS9 übernommen hat, und in irgendeiner Folge als Dax die Defiant kommandiert sagt sie, dass jeder kommandierende Offizier eines Raumschiffs unabhängig von seinem oder ihrem Rang automatisch als Captain angesprochen wird. Muss ehrlich gestehen, auf die Rangabzeichen habe ich nie geachtet, aber auch diese Erklärung wäre für mich schlüssig. :shrug:

Robi

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #2 am: März 15, 2015, 05:21:01 Nachmittag »
Aus dem ST-Canon heraus kann man ableiten, dass JEDER Kommandierende Offizier eines Sternenflottenschiffes (auch wenn es noch so klein ist) ein Captain-Dienstgrad ist. (Siehe z.B. "Der Zorn des Khan", wo so ein klitzekleines OBERTH-Schiffchen von einem Captain kommandiert wird - oder VOY: "Equinox", wo gleichfalls ein Captain eine NOVA kommandiert.)

Kann man, muss man aber nicht.
Mir fällt auf Anhieb zumindest ein Gegenbeispiel ein: Commander Benjamin Sisko, Kommandierender Offizier Deep Space 9/USS Defiant ;) (Wenn du TAS gelten lässt, wäre da noch Lieutenant Commander Tom Markel, USS Aries)
Deswegen bin ich jemand, der kleineren Schiffen auch gerne mal Kommandanten unterhalb des Rangs Captain zukommen lässt. Steamrunners und Intrepids sind so Fälle, wo ein Commander passen würde, bei Sabers oder Defiants würde ich fast schon einen Lieutenant Commander befürworten...

(Ich nehme an, du meinst die USS Grissom in The Search for Spock? @Oberth)





Titel angepasst. mod/VGer.
« Letzte Änderung: März 15, 2015, 05:22:43 Nachmittag von VGer »

ulimann644

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #3 am: März 16, 2015, 02:22:41 Nachmittag »
Kann man, muss man aber nicht.
Mir fällt auf Anhieb zumindest ein Gegenbeispiel ein: Commander Benjamin Sisko, Kommandierender Offizier Deep Space 9/USS Defiant ;) (Wenn du TAS gelten lässt, wäre da noch Lieutenant Commander Tom Markel, USS Aries)

Yo - irgendein Ausreißer ist irgendwie immer in einem solch umfangreichen Werk dabei.
Okay - sagen wir, zu 98% könnte man die Captains-Theorie vertreten.

Das mit Sisko hat mich eh gewundert. Niemand gibt einem Commander eine Galaxy an die Hand, aber so einen Brummer wie DS9 bekommt er mühelos. Und das, obwohl es da durch seinen persönlichen Verlust bei Wolf 359 eh durchaus Bedenken hätte geben können. Nicht ganz schlüssig für mich.

Deswegen bin ich jemand, der kleineren Schiffen auch gerne mal Kommandanten unterhalb des Rangs Captain zukommen lässt.

Wie gesagt, da bin ich grundsätzlich auf deiner Seite.

Steamrunners und Intrepids sind so Fälle, wo ein Commander passen würde, bei Sabers oder Defiants würde ich fast schon einen Lieutenant Commander befürworten...

Intrepids und Steamrunners für mich jetzt weniger - da die immerhin noch so groß (INTREPID) bzw. fast so groß (STEAMRUNNER) sind, wie die TOS-1701.
Bei den Sabers und Defiants, die man zum Andocken in die linke Beintasche steckt, wäre ich schon eher dafür zu haben. Für meine FF habe ich jedoch irgendwann entschieden: "Ein Schiff - ein Captain" (wobei die DEFIANT-KLASSE in Bezug auf Länge dann wirklich das untere Limit darstellt, bevor ich den Begriff Shuttle oder Runabout verwende - die 120 Meter Version vorausgesetzt).

(Ich nehme an, du meinst die USS Grissom in The Search for Spock? @Oberth)

Jopp - das alte Kanu unter dem Kommando von Captain J. T. Esteban war gemeint. Da war ich einen Film zu früh dran - Alzheimer und so... ;) :D
« Letzte Änderung: März 16, 2015, 02:25:12 Nachmittag von ulimann644 »

Robi

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #4 am: März 16, 2015, 07:28:07 Nachmittag »
Das mit Sisko hat mich eh gewundert. Niemand gibt einem Commander eine Galaxy an die Hand, aber so einen Brummer wie DS9 bekommt er mühelos. Und das, obwohl es da durch seinen persönlichen Verlust bei Wolf 359 eh durchaus Bedenken hätte geben können. Nicht ganz schlüssig für mich.

Naja, da war wahrscheinlich der Gedanke "Das ist ne Bruchbude am Arsch der Föderation, da passiert eh nichts wichtiges" maßgebend. Dass Sisko quasi am ersten Tag ein Wurmloch entdeckt und damt DS9 auf die ganz große Bühne katapultiert, konnte ja keiner ahnen...

Intrepids und Steamrunners für mich jetzt weniger - da die immerhin noch so groß (INTREPID) bzw. fast so groß (STEAMRUNNER) sind, wie die TOS-1701.
Bei den Sabers und Defiants, die man zum Andocken in die linke Beintasche steckt, wäre ich schon eher dafür zu haben. Für meine FF habe ich jedoch irgendwann entschieden: "Ein Schiff - ein Captain" (wobei die DEFIANT-KLASSE in Bezug auf Länge dann wirklich das untere Limit darstellt, bevor ich den Begriff Shuttle oder Runabout verwende - die 120 Meter Version vorausgesetzt).

Ich gehe da mehr nach der Besatzungsstärke - und wenn man sich da mal "vergleichbare" Schiffe anschaut, passt ein Commander als Vorturner eigentlich ganz gut:

Constitution-Klasse - 430 Mann - Captain
Intrepid-Klasse - knapp 150 Mann - Commander

Arleigh-Burke-Klasse - über 300 Mann - Commander
Daring-Klasse - knapp 200 Mann - Commander/Captain
Sachsen-Klasse - runde 250 Mann - Fregattenkapitän (Commander)



Wir kommen schon wieder vom eigentlichen Thema ab, merke ich gerade... Könnte evtl einer der Mods hier mal kurz durchfeudeln bzw die Kommandanten-Diskussion in nen neuen Faden packen?

VGer

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #5 am: März 16, 2015, 07:46:30 Nachmittag »
Wir kommen schon wieder vom eigentlichen Thema ab, merke ich gerade... Könnte evtl einer der Mods hier mal kurz durchfeudeln bzw die Kommandanten-Diskussion in nen neuen Faden packen?

Erledigt! :mopp:

ulimann644

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #6 am: März 17, 2015, 09:58:45 Nachmittag »
Naja, da war wahrscheinlich der Gedanke "Das ist ne Bruchbude am Arsch der Föderation, da passiert eh nichts wichtiges" maßgebend. Dass Sisko quasi am ersten Tag ein Wurmloch entdeckt und damt DS9 auf die ganz große Bühne katapultiert, konnte ja keiner ahnen...

Das Argument ging mir beim Schreiben meines Posts auch durch den Kopf - aber einerseits ist DS9 auch ohne Wurmloch ein "Pulverfass-Job", da zwei Kriegsgegner, die gerade erst von einander abgelassen haben, in der Nähe ihre Heimat haben, da braucht es vielleicht einen erfahreneren Diplomaten (mir schien Cardassia nahe an Bajor zu liegen, da das von Sisko gebaute Lichtschiff - dieses Segelschiff - relativ kurz auf Überlicht gewesen ist), und andererseits hätte man Sisko, spätestens NACH der Entdeckung des Wurmloches schnell wieder abberufen können, vielleicht sogar müssen.

Ich gehe da mehr nach der Besatzungsstärke - und wenn man sich da mal "vergleichbare" Schiffe anschaut, passt ein Commander als Vorturner eigentlich ganz gut:

Constitution-Klasse - 430 Mann - Captain
Intrepid-Klasse - knapp 150 Mann - Commander

Arleigh-Burke-Klasse - über 300 Mann - Commander
Daring-Klasse - knapp 200 Mann - Commander/Captain
Sachsen-Klasse - runde 250 Mann - Fregattenkapitän (Commander)

Yo - nach Menschenführung zu entscheiden ist eine Herangehensweise, und sie macht grundsätzlich Sinn.

Ich selbst habe da jedoch etwas mehr einfließen lassen, wie z.B. auch die Fähigkeit in Diplomatie, wegen möglicher Erstkontakte, die bei Tiefraum-Schiffen (die nicht unbedingt immer an große Besatzungen gekoppelt sind, sondern mehr an Geschwindigkeit und grundsätzlichem Aufgabenbereich), die schneller sind und weiter rauskommen wahrscheinlicher sind, als bei kleinen Hobeln, die in bekanntem Gelände herum eiern.

Dann wäre da noch die OMEGA-Direktive.
Auch hier braucht es IMO einen Kommandierenden Offizier, der nicht wie ein junger Draufgänger entscheidet, sondern wie ein erfahrener, gefestigter Kommandant, der eine bereits etwas erweiterte Sicht auf die Dinge besitzt.

Nicht zuletzt wegen dieser verantwortungsvollen Aufgaben, die jederzeit auf einen Kommandanten zukommen können, habe ich den Captains-Rang für alle meine FF-Schiffskommandanten gewählt. Wäre das ST-Verse weniger auf Einzelschiff-Einsätze und mehr auf Verband-Einsätze ausgelegt, so würde ich wohl auch eher deine Lösung gewählt haben.

In einer reinen Kampfflotte - so, wie ich sie in meinen Original-Fictions habe, und wo die Raumschiffe nur selten ohne Begleitschiffe herumfliegen, so dass immer irgendwie ein hochrangiger Kommandeur dabei ist - kann ich hingegen auch kleinere Raumschiffe mit weniger in Diplomatie erfahrenen, jüngeren Führungsoffizieren besetzen.

Robi

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #7 am: März 17, 2015, 10:36:50 Nachmittag »
Das Argument ging mir beim Schreiben meines Posts auch durch den Kopf - aber einerseits ist DS9 auch ohne Wurmloch ein "Pulverfass-Job", da zwei Kriegsgegner, die gerade erst von einander abgelassen haben, in der Nähe ihre Heimat haben, da braucht es vielleicht einen erfahreneren Diplomaten (mir schien Cardassia nahe an Bajor zu liegen, da das von Sisko gebaute Lichtschiff - dieses Segelschiff - relativ kurz auf Überlicht gewesen ist), und andererseits hätte man Sisko, spätestens NACH der Entdeckung des Wurmloches schnell wieder abberufen können, vielleicht sogar müssen.

Und da spielt halt das mit Benjamin "You don't fuck with the" Sisko und seiner "Funktion" als Abgesandter mit rein.
Abberufen hätte ich ihn nicht unbedingt, ich hätte ihn vielmehr auf DS9 als Sonderbotschafter für Bajor oder meinetwegen zbV gelassen und einem erfahrenem Captain die Station gegeben. Und vor allem hätte ich nicht drei Staffeln gewartet, bevor ich die Station mit etwas besserem als drei interplanetaren Ruderbooten ausstatte...
(Was die Entfernung Bajor-Cardassia angeht, sind das laut den Star Charts (non-canon, ich weiß) läppische 5 Lichtjahre...)

Yo - nach Menschenführung zu entscheiden ist eine Herangehensweise, und sie macht grundsätzlich Sinn.

Ich selbst habe da jedoch etwas mehr einfließen lassen, wie z.B. auch die Fähigkeit in Diplomatie, wegen möglicher Erstkontakte, die bei Tiefraum-Schiffen (die nicht unbedingt immer an große Besatzungen gekoppelt sind, sondern mehr an Geschwindigkeit und grundsätzlichem Aufgabenbereich), die schneller sind und weiter rauskommen wahrscheinlicher sind, als bei kleinen Hobeln, die in bekanntem Gelände herum eiern.

Okay, das ist ein Argument, was die Intrepids angeht.

Dann wäre da noch die OMEGA-Direktive.
Auch hier braucht es IMO einen Kommandierenden Offizier, der nicht wie ein junger Draufgänger entscheidet, sondern wie ein erfahrener, gefestigter Kommandant, der eine bereits etwas erweiterte Sicht auf die Dinge besitzt.

:lol:
Das braucht es in der Tat, wie wir in der betreffenden Voyager-Folge sehen... (SCNR)

Nicht zuletzt wegen dieser verantwortungsvollen Aufgaben, die jederzeit auf einen Kommandanten zukommen können, habe ich den Captains-Rang für alle meine FF-Schiffskommandanten gewählt. Wäre das ST-Verse weniger auf Einzelschiff-Einsätze und mehr auf Verband-Einsätze ausgelegt, so würde ich wohl auch eher deine Lösung gewählt haben.

In einer reinen Kampfflotte - so, wie ich sie in meinen Original-Fictions habe, und wo die Raumschiffe nur selten ohne Begleitschiffe herumfliegen, so dass immer irgendwie ein hochrangiger Kommandeur dabei ist - kann ich hingegen auch kleinere Raumschiffe mit weniger in Diplomatie erfahrenen, jüngeren Führungsoffizieren besetzen.

Wobei das eh so ne Kiste ist...
Es macht ja noch halbwegs Sinn, wenn Picard in Friedenszeiten mit der Big E mutterseelenallein durch die unendlichen Weiten kurvt. Aber wenn in einer Krisensituation die USS Pusemuckel mutterseelenallein durch die Gefechtszone saust, dann ist es kein Wunder, dass die Sternenflotte haarscharf an einer Niederlage im Dominionkrieg vorbeigeschrammt ist.
Ich könnte mir generell vorstellen, dass in den inneren Sektoren der Föderation genau so etwas praktiziert wird - irgendwo auf einer Sternenbasis hockt ein Admiral, dann flitzen Einzelschiffe mit erfahrenen Captains herum und die 08/15-Jobs (Patrouillen, Kartierungen etc) machen kleinere Schiffe mit jüngeren Kommandanten, die so Erfahrungen sammeln können.

ulimann644

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« Antwort #8 am: März 18, 2015, 04:00:50 Nachmittag »
Und da spielt halt das mit Benjamin "You don't fuck with the" Sisko und seiner "Funktion" als Abgesandter mit rein.
Abberufen hätte ich ihn nicht unbedingt, ich hätte ihn vielmehr auf DS9 als Sonderbotschafter für Bajor oder meinetwegen zbV gelassen und einem erfahrenem Captain die Station gegeben. Und vor allem hätte ich nicht drei Staffeln gewartet, bevor ich die Station mit etwas besserem als drei interplanetaren Ruderbooten ausstatte...
(Was die Entfernung Bajor-Cardassia angeht, sind das laut den Star Charts (non-canon, ich weiß) läppische 5 Lichtjahre...)

Nach der Zeit, die der Sternensegler auf Überlicht war könnten 5 Lj sogar in etwa hinkommen. Ich persönlich mag es nicht, wenn Abstände so (relativ) dicht beisammen liegen, und so um die 50 Lj würden mir persönlich besser gefallen (zumal in "Was du zurücklässt" die Zeit die eine moderne Flotte braucht ungleich länger zu sein scheint).

Wobei das eh so ne Kiste ist...
Es macht ja noch halbwegs Sinn, wenn Picard in Friedenszeiten mit der Big E mutterseelenallein durch die unendlichen Weiten kurvt. Aber wenn in einer Krisensituation die USS Pusemuckel mutterseelenallein durch die Gefechtszone saust, dann ist es kein Wunder, dass die Sternenflotte haarscharf an einer Niederlage im Dominionkrieg vorbeigeschrammt ist.

Mitunter habe ich das Gefühl, dass ST samt und sonders nur von Kriegsdienstverweigerern geschrieben worden ist. Da hätte etwas mehr Input von gedienten Leuten nicht geschadet.

Ich könnte mir generell vorstellen, dass in den inneren Sektoren der Föderation genau so etwas praktiziert wird - irgendwo auf einer Sternenbasis hockt ein Admiral, dann flitzen Einzelschiffe mit erfahrenen Captains herum und die 08/15-Jobs (Patrouillen, Kartierungen etc) machen kleinere Schiffe mit jüngeren Kommandanten, die so Erfahrungen sammeln können.

Das wäre für mich eine nachvollziehbare Vorgehensweise - wenn schon Einzelschiffe allein auf große Fahrt gehen.

Grundsätzlich:
Natürlich wäre das einerseits ein Kostenfaktor gewesen, statt eines einzelnen Schiffs permanent einen kleinen Verband zu animieren. Zweitens hätte es dann (ebenfalls ein Kostenfaktor) natürlich auch mehr permanente Nebendarsteller gebraucht. Dennoch würde mir ST in vielerlei Hinsicht logischer vorkommen, wenn da immer ein Pulk von Schiffen unterwegs wäre, statt nur ein einzelnes Schiff - gerade in unbekanntem Territorium, wenn es weiter raus geht, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #9 am: November 23, 2016, 11:32:23 Vormittag »
hab keinen besser entsprechenden Thread gefunden und da ich gerade unheimlich unsicher bin, MA zu dem Thema nicht viel hergibt, dachte ich, ich frage einfach:

Es gibt in Star Trek ja sowohl die Möglichkeit, Regelverstöße, Meinungsverschiedenheiten oder Disziplinarvorfälle zu ahnden und im Vorfeld "juristisch" zu klären.

Da gibt es einmal die "informelle" Klärung (Anschiss vom Vorgesetzten + Rüge), das Disziplinarverfahren (Anhörung aller Beteiligten von einem Vorgesetzten, Entschluss, Disziplinarstrafe), und eine große Anhörung/"Kriegsgericht" (korrekter Weise in Friedenszeiten: Militärgericht, Captain + 2 Offiziere, Anhörung und Urteil).

Wann genau kommt was zur Anwendung?

Klar, den Anschiss, kurz und schmerzlos, mit der Rüge gibts wohl bei eindeutigem Fehlverhalten (Unachtsamkeit, Verstoß gegen Dienstvorschriften), wenn der Schaden überschaubar ist. Oder es folgt nach dem Anschiss noch mehr.

So ein Disziplinarverfahren wird dann vermutlich bei schwerwiegenden Dienstvergehen einberufen und bei uneindeutiger Lage.

Und ein Militärgericht, so vermute ich, wenn böser Wille vermutet werden kann und gegen Militärrecht/Föderationsrecht verstoßen wurde, bzw. bei schwersten Vergehen (z. B. Tötungsdelikte, Grobe Fahrlässigkeiten bei denen Dritte zu ernstem Schaden kamen) und Föderationsfeindlichem Verhalten (Sabotage/Spionage).

So. Das sind die Vermutungen, die auf dem Aufbauen, was ich aus TOS kenne und in MA gefunden haben ...

Aber wie würde Folgendes abgewickelt werden: Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Parteien, einer schubst den anderen weg, der fällt über Gegenstände und bricht sich beim Abfangen den Arm.
Der Verletzte hätte nach deutschen Recht die Möglichkeit seinen Angreifer anzuzeigen und es würd zu nem Verfahren kommen. Ginge das auf einer Enterpriseauch oder liefe das "nur" auf eine Schellte des Vorgesetzten raus?

David

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #10 am: November 23, 2016, 12:46:14 Nachmittag »
Zitat
Wann genau kommt was zur Anwendung?
Das kann ganz unterschiedlich ablaufen und ist meist von den Umständen abhängig.
Kleinere Verstöße werden zumeist mit einer Rüge (kann sowohl "inoffiziell",  als auch "offiziell" erfolgen) geahndet, wie z.B. verspätetes Erscheinen zum Dienst, etc.

Militärgericht ist in der Regel nur bei schwereren Vergehen (Verrat, Meuterei [Unterschiede zwischen ersten Beiden kenne ich jetzt nicht, kann man aber sicher nachschlagen], Mord, Vorbereitung eines Angriffskrieges, Verstoß gegen die Oberste Direktive, etc.) vorgesehen.

Alles dazwischen (also auch Angriff auf einen vorgesetzten Offizier) dürfte wohl eher zu Disziplinarverfahren folgen.
Allerdings gilt wahrscheinlich auch in der Sternenflotte und in der Föderation das Prinzip "Wo kein Kläger, da kein Richter".
Also können Dinge auch mal "untern Tisch" fallen.

Zitat
Aber wie würde Folgendes abgewickelt werden: Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Parteien, einer schubst den anderen weg, der fällt über Gegenstände und bricht sich beim Abfangen den Arm.
Der Verletzte hätte nach deutschen Recht die Möglichkeit seinen Angreifer anzuzeigen und es würd zu nem Verfahren kommen. Ginge das auf einer Enterpriseauch oder liefe das "nur" auf eine Schellte des Vorgesetzten raus?
Zu diesem speziellen Fall:
Diese Aktion ist im Zweifel eine Affekthandlung und somit keine vorsätzliche Körperverletzung, kann aber zumindest eine Rüge aufgrund eines Disziplinarverstoß nach sich ziehen.

Ich gehe mal davon aus, dass es auch hier wieder auf das Verhältnis zwischen den beteiligten Personen ankommt:
Sind beide ranggleich ist es wohl eher ein disziplinarischer Verstoß, kann aber durchaus Folgen haben.
Sind jedoch zwei Personen unterschiedlichen Ranges beteiligt, komme noch Insubordination und Angriff auf einen vorgesetzten/ranghöheren Offizier als Anklagepunkt hinzu.
Und das kann dann schon böse Folgen haben (Degradierung, Freiheitsentzug, etc.)

Es gibt aber auch Situationen, in denen so eine Sache keine Anwendung finden kann.

Rügen, Verweise, etc. finden in der Regel einen Eintrag in die Personalakte, aber selten mehr.
Alles Darüber ist in der Regel ein Fall für das Starfleet JAG.
Zumeist klärt man das an Bord mit der Sicherheit (Freiheitsentzug, etc.), aber bei schweren Vertößen ist die "Militär"-Justiz dafür zuständig.
Standgerichte sind in der Föderation n.H.M. des Fandoms illegal, da sie gegen die "Garantien" verstoßen (darunter die "Siebte Garantie", welche in TOS angesprochen wurde.

Anmerkung:
Diese Ausführungen basieren auf persönlichen Einschätzungen und Teilwissen, sind daher weder canon, noch mit der "Realität" zu vergleichen.

Beispiele kann ich gerade mal eben nachliefern
:
Tom Paris wurde zweimal inhaftiert: 1x vor seiner Zeit auf der Voyager und ein weiteres Mal auf der Voyager wegen Verstoßes gegen die Oberste Direktive.
« Letzte Änderung: November 23, 2016, 12:57:57 Nachmittag von David »

BlueScullyZ

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #11 am: November 24, 2016, 07:09:55 Vormittag »
@David
Danke dir, das deckt sich ja mit meinen Überlegungen, zumindest einem Teil :)

Gabi

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #12 am: Dezember 13, 2016, 07:20:52 Vormittag »
Passt vielleicht nicht 100% hier rein, aber ich möchte nicht wegen jeder Frage einen neuen Thread eröffnen:

A - Weiß jemand, wovon die Beförderung abhängig ist? Dienstalter? Verdienste? Läuft das mehr oder weniger selbstständig ab, so dass jeder Offizier irgendwann mal bei Commander anlangt, oder hängt es davon ab, wie sich die Personen hervortun?

B - Wie ist das mit der Eingliederung von Militärstrukturen in die Sternenflotte bei Aufnahme in die Föderation? Müssen alle Militärangehörigen dann erst einmal eine Art Sternenflotten-Crash-Kurs absolvieren? Wie sieht es mit der Übergangszeit aus? Die Sternenflottenuniform bedeutet im Prinzip ja, dass man die Akademie erfolgreich hinter sich gebracht hat, was von der neuen Spezies niemand getan hat. Bleibt das neue Militär autark?

David

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #13 am: Dezember 13, 2016, 08:11:21 Vormittag »
Zu A:

In der Regel sind/sollten Beförderungen primär von Leistung abhängig sein, nur sekundär von Dienstzeit.
Ein schönes Beispiel zeigte die alternative Zeitlinie in TNG, in der Picard - Dank Q - sein Leben ändern konnte und kein künstliches Herz brauchte.
Er ging dann in den Augen der Sternenflotte immer auf "Nummer sicher" und war selbst mit 40 noch Lieutenant.

Und natürlich gibt es auch Beförderungen im Felde, die recht schnell folgen können.
Nog hatte nach nicht mal 2 Jahren Dienst den Posten eines Chefingenieurs und die Beförderung zum Lieutenant inne.

Also klar: Leistung und besondere Leistungen (hervortun) werden entsprechend in eine Laufbahn (Beförderung) einfließen.

Zu B:
Darüber ist IMO nicht viel bekannt.
Es wurde nur erwähnt in DS9, dass das bajoranische Militär in die Sternenflotte integriert werden müsse.
Ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass das "planetare Militär" prinzipiell autark bleibt, aber natürlich immer das Angebot besteht, zur Sternenflotte zu wechseln.
Ich schätze, ein paar gewisse "Crashkurse" sollten schon nötig sein, allein was Protokolle und Technologie angeht (immerhin dürfe allein schon das LCARS Betriebssystem eine Herausforderung sein)

Ich vermute stark, dass das Militär eines Planeten relativ autark bleibt, da die Föderation ein relativ lockerer Völkerbund ist (Schlagwort "Einzelstaatenrechte")
Daher wird die Föderation bzw die Sternenflotte sich nicht direkt in deren Angelegenheiten einmischen
Ein anderes Beispiel:
Die Sternenflotte besitzt ja den Geheimdienst (SIA oder SIF - nennt es wie ihr wollt), die Vulkanier haben aber immer noch ihren eigenen, nämlich den V'Shar.

Zitat
Die Sternenflottenuniform bedeutet im Prinzip ja, dass man die Akademie erfolgreich hinter sich gebracht hat,
Nicht zwingend.
 Es gibt bei der Flotte "Offiziere mit Patent" und "ohne Patent" z.B. O'Brien, der angeblich nie die Akademie absolviert hat.

Gabi

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Antw:Kommandostrukturen in Star Trek
« Antwort #14 am: Dezember 13, 2016, 08:30:45 Vormittag »
Danke für Deine Ausführungen, David.

Ja, stimmt: Das mit der Sternenflottenuniform habe ich falsch ausgedrückt. Ich hatte mich da geistig auf die Offiziere bezogen. Für die Uniform selbst braucht es keine Akademie, da hast Du völlig recht. Mir spukt halt immer der Fall Bajor im Kopf herum, wo sich doch etliche höhere Offiziere (siehe Kira) aus Personen zusammensetzen, die Zeit ihres Lebens Guerilla-Kämpfe gefochen haben, sicherlich keine höhere Schulbildung besitzen und höchstwahrscheinlich auch nicht sehr viel Wissen um Dinge außerhalb Bajors - einfach, weil sie in der Zeit der Besatzung in den Arbeiterlagern und später auf der Flucht im Widerstand dazu schlicht keine Zeit/Möglichkeit hatten. Solche Personen dann nach der Integration einfach zu Commander oder Captain aufsteigen zu lassen, stelle ich mir doch etwas problematisch vor.

Wegen der Beförderung geht es mir mal wieder vor allem um den wissenschaftlichen Sektor. Was wäre denn da vonnöten, um in der Rang-Liste aufzusteigen? Für einen Mediziner? Für einen Naturwissenschaftler? (Beispiel Bashir: startet als Lieutenant, endet als Lieutenant, wobei seine medizinischen Erfolge unbestreitbar sind. Die sind also nicht ausschlaggebend für eine Beförderung. Er müsste sich dann auf dem Kommandosektor irgendwie hervortun?)
« Letzte Änderung: Dezember 13, 2016, 08:33:03 Vormittag von Gabi »