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Thema: Geschichten ausbauen  (Gelesen 140 mal)

Wolf

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Geschichten ausbauen
« am: Januar 08, 2018, 08:37:20 Nachmittag »
Geschichten ausbauen. Wie stelle ich das an.

Da ich folgenden Satz nun schon zum vierten Mal gehört habe, muss ich mal fragen ob da jemand Tipps hat.
Bis jetzt betrifft es zwei Geschichten eine VOY-FF aus dem Trekverse (ja Gabi, ich kümmere mich mal nach langer Zeit) und eine aus dem eigenen Universum. Erstere ist noch nicht öffentlich die andere schon, daher gleich 3 Kommentare zu dem Thema.
Ich soll die Geschichte ausbauen. Sie wirkt wie eine zusammenfassung und ist daher auf (hier 5fache der Wortzahl einblenden) Wörter ausbaufähig.

Und damit zu meiner Frage; Wie mach ich das? Extra Scenen würden sich doch wie Filler anfühlen, oder? Vielleicht auf extra Details herumreiten? Ich will ja auch nicht, dass die Spannung/Fluss der Ereignisse flöten geht.

Jemand so was schon mal gemacht? Irgenwelche Tipps? ... Ich habe nämlich null Ahnung von der Sache.

Schonmal  :keks: im voraus.

Persephone

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Antw:Geschichten ausbauen
« Antwort #1 am: Januar 08, 2018, 09:32:37 Nachmittag »
Hm, das ist schwer so pauschal zu beantworten. Am besten wäre es da, wenn du einen Link zu der öffentlichen Geschichte hier lässt, dann kann ich versuchen, es dir an Beispielen mal ein wenig zu erklären. Ich bin da sicher auch kein Profi, während ich meinen Beitrag für den NaNo überarbeite, merke ich aber, dass ich an einigen Stellen viel zu wenig geschrieben habe. Beim Schreiben geht es mir so, dass ich einfach schnell alles sagen will, was mir durch den Kopf geht. Manchmal braucht der Leser aber ein wenig mehr Background, was einem als Autor aber nicht so bewusst ist.

Am besten kann dir aber wohl eine Beta dabei helfen und dich auf solche Probleme aufmerksam machen :)

Janora

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Antw:Geschichten ausbauen
« Antwort #2 am: Januar 08, 2018, 09:53:33 Nachmittag »
Wie Persephone schon sagt, ist es wohl am einfachsten, wenn man da konkrete Textbeispiele hat.

Wenn es heißt, dass es sich zu sehr nach einer Zusammenfassung liest, gibt es vielleicht zu viel erzählenden Text anstatt direkter Rede und Aktion. Du musst ja nicht unbedingt mehr Szenen reinbringen, sondern diejenigen, die schon da sind mehr ausbauen. Oder Übergänge zwischen einzelnen Szenen mit Zeitsprung verändern.
Ich persönlich finde es auch immer schön, wenn man bei längeren Geschichten ein wenig Alltag der Charaktere einbringt. Nichts, das wichtig für die Handlung ist, sondern einfach um sich mehr in die Welt und das Leben der Charaktere zu versetzen.

Wenn ich eine längere Geschichte Plane, hab in anfangs meist ein paar Schlüsselszenen im Kopf, die ich schreiben will, und mühe mich dann oft damit ab von einer Szene zu der nächsten zu kommen, weil dazwischen einfach viel Zeit liegt. Ich finde es schwierig, es nicht zu abgehackt zu machen, aber andererseits auch unnötiges Erzählen zu vermeiden. Das Ausbauen ist wirklich nicht immer einfach

Lady Q

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Antw:Geschichten ausbauen
« Antwort #3 am: Januar 08, 2018, 10:32:04 Nachmittag »
Bei der Story, die ich akuell schreibe, mache ich das grade. ALso das ausbauen.
Die Story an sich wurde erst geplottet, dann hab ich eine ca. 3000-Wort-Zusammenfassung geschrieben, und jetzt hab ich ungefähr 1/3 der Geschichte geschrieben. In meinem Fall hab ich das Problem, das mein Prota anfangs sprachlos ist, ich also bei wörtlicher Rede auf Hände und Füße ausweichen muss. Sehr schwer. Aber machbar. Aber genau an dem Punkt bin ich grade - ich baue aus. Ich bringe Überlegungen des Protas mit rein, mehr Gedanken (ist personal erzählt). Ich verknüpfe Gedankengänge mit Vorkommnissen, dass klar wird, wie der Prota in dem Moment darauf kam. Momentan bin ich damit auch noch nicht fertig - eigentlich stecke ich immer noch in der Exposition (und ich bin in Kapitel 7).

EInfach zusätzliche Szenen bringe ich eigentlich nicht rein. Nur schildere ich das, was da ist, detailreicher, mit hinführenden Vorkommnissen, und Folgerungen daraus...
...kann ich nun anders nicht erklären.

Wolf

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Antw:Geschichten ausbauen
« Antwort #4 am: Januar 09, 2018, 06:12:02 Vormittag »
Okay das wird auf alle fàlle eine Herausforderung für mich.
Beispiele wàren supi. Danke schonmal für alles, was ihr dagelassen habt.
Hier der Link: https://www.fanfiktion.de/s/5898f6ec000555783414d485/4/Nebengeschichten-zu-quot-Verborgen-Die-Geheimnisse-des-Lewindarium-quot-

Persephone

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« Antwort #5 am: Januar 09, 2018, 09:59:29 Vormittag »
Möchtest du die Antwort direkt hier im thread haben oder lieber per PN? Würde dir heute Mittag antworten  :)

Wolf

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« Antwort #6 am: Januar 09, 2018, 11:18:08 Vormittag »
Ich denke thraed ist oke

Persephone

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« Antwort #7 am: Januar 09, 2018, 02:19:35 Nachmittag »
Okay.

Ohne die Geschichte gelesen zu haben, also einfach nur der erste Eindruck, wenn ich mir die Story anschaue: ich sehe vier Abschnitte. Drei kurze und einen langen. Allein von diesem Aussehen her kommt in mir (ohne es gelesen zu haben!) die Frage, was wohl die drei kurzen Abschnitte beinhalten. Wenn es jetzt Drabble wären, hätte ich da kein Problem gesehen, aber du schreibst ja eine Geschichte, also denke ich mir, dass wahrscheinlich der Inhalt dieser Abschnitte schon kurz ist.

Dann habe ich diese drei Abschnitte gelesen. Von meiner Warte als Autor: ich frage mich beim Schreiben der Szenen immer "Was will ich dem Leser mitteilen?". Mit jeder Szene, die man schreibt, hat man eine bestimmte Absicht: am Anfang einer Geschichte sollten die Charaktere vorgestellt werden. Das ungefähre Umfeld sowie die aktuelle Ausgangslage (eventuell die Beziehungen der Charaktere untereinander). Deine Geschichte ist Teil einer Reihe, demzufolge gehe ich davon aus, dass du deinen Charakter bereits an anderer Stelle vorgestellt hast. Aber auch in dieser Geschichte möchtest du dem Leser etwas über den Charakter mitteilen.
Der erste Abschnitt. Du beschreibst den Morgen, wie Natascha aufwacht und feststellt, dass sie verschlafen hat.

Zitat
Gott, war es toll auszuschlafen. Moment, es war Samstag. Halt, es war doch nicht etwa der 2. September? Doch war es und sie hatte verschlafen.
Das hier ist zum Beispiel sehr gut - knappe, aussagekräftige Sätze, die den Gedankengang super unterstreichen. So etwas auszubauen ist mMn vollkommen unnötig, das kannst du so lassen.

Zitat
Augenblicklich fühlte sie sich wieder in die Zeit bei der russischen Infanterie versetzt: Raus dem Bett und rein in die Stiefel.
Doch schon der nächste Satz holt mich ein wenig aus dem Lesefluss heraus. Du beginnst hier mit einer kleinen Rückblende. Die umfasst aber leider nur einen Satz. Als Leser hatte ich mich dann darauf eingestellt, im nächsten Satz noch ein paar Infos mehr zu der Zeit in der russischen Infanterie zu erhalten. Stattdessen machst du im normalen Ablauf weiter. Ich bin an der Stelle also ins Stolpern geraten und musste diesen und den nächsten Satz noch einmal lesen, um zu verstehen, dass sie sich den Sesamriegel wirklich geschnappt hat und es nicht nur eine Erinnerung war. An dieser Stelle könntest du also gut noch ein paar Sachen einfügen über die Zeit bei der Infanterie (Stell es dir wie eine kleine Anekdote vor:
"Raus aus dem Bett und rein in die Stiefel. Es war ihr in Fleisch und Blut übergegangen, sie brauchte über diesen Ablauf nicht mehr nachdenken. Daher schaffte sie es auch jetzt in Rekordzeit sich anzuziehen. Noch schnell einen Sesamriegel geschnappt, die Ausrüstung und den Rucksack geschultert und die Treppen zur Straße hinunter gehetzt."
(Ich möchte jetzt nicht den Anspruch erheben, dass das die perfekte Lösung ist. Es gibt keine perfekte Lösung und mein Beispiel ist auch eher "quick&dirty". Ich möchte dir damit nur veranschaulichen, was ich mit meiner Erklärung meine.)

Zitat
Das Privatauto erlaubte es ihr nicht schnell zu fahren, sie war nicht im Dienst.
Der Verkehr war nicht dicht gewesen und so kam sie gerade noch rechtzeitig an um sich noch etwas Nachschlag aus dem Snackautomaten zu holen.
"Ich nehme an, Sie wünschen Stille im Wagen?", fragte Jurow später, als sie mit 150 km/h den Motorweg hinunterrasten. Sie wollte lieber fragen, da Ellswoth das letzte Mal einen Brüller losgelassen hatte, nur weil sie sich mit Springfield unterhalten wollte.
"Nicht notwendig, nennt mich Jon", Ellsworth hatte heute offenbar einen guten Tag. Jurow hatte sich im Laufe der letzten Monate schon gefragt, ob es überhaupt einen Ellswoth gab, der nicht ständig griesgrämig und mies drauf war. 
Bei dieser Stelle fühle ich mich als Leser auch "gehetzt".
Sie sitzt im Auto, dann holt sie sich Snacks. Sie ist in einem anderen Wagen, mit ihren Kollegen/Vorgesetzten. Sie bekommt das "du" angeboten. Ihr Vorgesetzter ist ein griesgrämiger Mensch.
An der Stelle würde ich mir einen Satz wünschen, der ein wenig erklärt, was zwischen dem Snacks holen und der folgenden Fahrt passiert. Sie ist ja wahrscheinlich zu ihrer Gruppe gegangen, dann sind sie in einen Wagen gestiegen (hier ist es immer sehr schön, alle weiteren Charaktere kurz einzuführen. Das könnte ungefähr so aussehen:
Als sie zum Treffpunkt kam, warteten Ellsworth und Springfield bereits auf sie. Während Springfield sie mit einem freundlichen Lächeln begrüßte, sah Ellsworth so aus, als ob ihm sein Frühstück nicht geschmeckt hätte. Wobei er immer den Eindruck machte, als würde ihm etwas nicht schmecken. Sie fragte sich, ob er der Typ Mensch war, der zum Lachen in den Keller ging oder auch aus sich herauskommen konnte. Sie würde es wohl nie erfahren.
Damit hast du ein wenig die Charaktere angeschnitten und der Leser weiß, auf was er sich hier einlassen muss (dann solltest du aber die Erklärung später, dass er griesgrämig ist, rausnehmen, das wäre sonst nur doppelt). Übrigens: Fährt sie denn das Auto selber? Wahrscheinlich, aber mit einem "Sie stieg auf der Fahrerseite ein und startete den Wagen." hast du eine prima Überleitung zu dem darauf folgenden Gespräch.

Gefühle. Gefühle sind was Tolles. "I love feeling feelings." (sorry for that^^)
Es ist wichtig, mal ein wenig Einblick in deinen Protagonisten zu geben. Bisher ist es so, wie es dir bereits in Reviews gesagt wurde: Es liest sich wie eine Zusammenfassung. Du schreibst, was die Personen machen, einen Ablaufplan. Das ist gut, denn im Grunde kannst du das als Roadmap nehmen. Jetzt ist es wichtig, auch ein paar Gedanken einzubauen.
Zitat
"Ich nehme an, Sie wünschen Stille im Wagen?", fragte Jurow später, als sie mit 150 km/h den Motorweg hinunterrasten. Sie wollte lieber fragen, da Ellswoth das letzte Mal einen Brüller losgelassen hatte, nur weil sie sich mit Springfield unterhalten wollte.
Was hat sie damals gedacht? Wie hat sie sich gefühlt? Lässt sie sich gern anbrüllen? Wohl kaum. Wie steckt sie so etwas weg? Sie will es ja vermeiden, also war es wohl unangenehm. Ist es ihr noch lange durch den Kopf gegangen? Zwei bis drei Sätze über ihre Gefühle und Gedanken würden das hier ein wenig auflockern.

Zitat
"Nicht notwendig, nennt mich Jon", Ellsworth hatte heute offenbar einen guten Tag. Jurow hatte sich im Laufe der letzten Monate schon gefragt, ob es überhaupt einen Ellswoth gab, der nicht ständig griesgrämig und mies drauf war. 
Jurow drehte sich zu Springfield um, sie warfen sich triumphierende Blicke zu. Er hatte beiden das "Du" angeboten.
Gleiches Spiel. Vor allem während der Interaktion von zwei oder mehreren Charakteren bietet es sich hervorragend an, die Gedanken zu beschreiben. Das muss nicht bei jeder Aussage geschehen. Vor allem bei kurzen Sätzen wie "Ist das Ihr Ernst?" - "Ja, das ist mein Ernst." - "Das ist doch Schwachsinn!" ist es nicht nötig, das Gespräch mit Einschüben zu stören.
Er hat ihnen aber gerade das "Du" angeboten. So eine Geste ist es wert, dass man ihr mehr als zwei Sätze widmet. Ist das triumphierende Gefühl das einzige, was sie spürt? Fühlt sie sich nicht auch ein wenig stolz? Vielleicht sogar überrascht, weil sie damit eventuell nicht gerechnet hat? Das sind Dinge, die du durchaus thematisieren darfst.

Ich höre jetzt hier erst einmal auf, vielleicht möchte sich noch jemand anders dazu äußern. Das war jetzt nur der erste Abschnitt, den ich auseinander genommen habe. Ich bin mir sicher, dass du es schaffst, diesen mindestens um ein Drittel der Länge zu erweitern, wenn du ein paar erklärende Sätze einfügst.
Was mir immer hilft: Schreiben und weglegen. Und dann, ein paar Tage später, wieder rausholen und nochmal lesen. Da fallen mir schon so viele Dinge auf, die unglücklich geschrieben sind. Mit ein wenig Abstand zur Story hat man auch den genauen Ablauf nicht mehr im Kopf und merkt selber schon, wo Lücken sind. Ansonsten versuch' doch mal, dich in einen Leser hineinzuversetzen, der die Story zum ersten Mal liest. Lies die Story mit den Augen dieser Person. Welche Fragen hättest du nach dem Lesen? Sind wirklich alle Fragen beantwortet? Auf diese Art finde ich bei mir viele Stellen, an denen ich noch arbeiten muss.

Um noch auf deine eingangs erwähnte Frage zu antworten:
Zitat
Und damit zu meiner Frage; Wie mach ich das? Extra Scenen würden sich doch wie Filler anfühlen, oder? Vielleicht auf extra Details herumreiten? Ich will ja auch nicht, dass die Spannung/Fluss der Ereignisse flöten geht.
Extra Szenen töten eine Geschichte. Was nicht wichtig ist, lass weg. Du musst die Geschichte nicht künstlich auffüllen, damit du auf X Worte kommst.
Auf Details herumreiten: Jein. Das ist im Grunde das, was ich dir oben geschrieben habe. Es sind keine extra Details nötig. Gib der Geschichte Tiefe, indem du den Personen Tiefe gibst. Sie haben Gedanken und Gefühle. Verbinde lose Handlungen, indem du Überleitungen schreibst, ein paar Punkte, was zwischen Aktion 1 und Aktion 2 folgt (Beispiel: Aktion 1: Sie holt sich Snacks, Aktion 2: Sie fahren die Straße entlang.

Ich möchte auch mal die Tipps meiner Vorredner einbinden:

Wenn ich eine längere Geschichte Plane, hab in anfangs meist ein paar Schlüsselszenen im Kopf, die ich schreiben will, und mühe mich dann oft damit ab von einer Szene zu der nächsten zu kommen, weil dazwischen einfach viel Zeit liegt. Ich finde es schwierig, es nicht zu abgehackt zu machen, aber andererseits auch unnötiges Erzählen zu vermeiden. Das Ausbauen ist wirklich nicht immer einfach
Schreib dir die Szenen auf, die du einbinden möchtest. Ich mache das bei langen Geschichten auch so: einen groben Fahrplan, was alles passieren soll. Und zwar wirklich ganz, ganz grob.
1. Tag beginnt
2. Angriff des Feindes
3. Gefangenschaft
4. Flucht
5. Happy End
Mehr muss das erst einmal nicht sein. Und dann nehme ich mir jeden Punkt vor. Bei Punkt 1 zum Beispiel:
Wer ist alles dabei? Will ich alle Charaktere im ersten Akt vorstellen? Wie baue ich Atmosphäre auf, wie bereite ich den Leser auf die Geschichte vor - wie fessel ich ihn, dass er weiterlesen möchte? (Das ist wichtig!)
Und dann lasse ich das reifen ;) Also, ich schreibe nicht sofort los. Ich mache mir eine Mindmap. Schreibe alles auf, was mir einfällt (das bedeutet in meinem Fall, dass ich mir viele Dinge notiere, auch wenn ich den Zettel nicht dabei habe und es dann darauf übertrage). Und ja, ich arbeite da altmodisch mit Papier und Füller.
Nach und nach erhalte ich dann eine Karte mit der Geschichte drauf. Und dann fange ich an zu schreiben. Ich habe mit der Mindmap einen roten Faden, dem ich folgen kann, so verliere ich mich nicht in Belanglosigkeiten und sehe gleichzeitig, worauf ich hinarbeiten will, wenn ich beim Schreiben an einer Stelle bin, wo ich die Szene beendet habe, aber merke, das meine Charaktere für diesen nächsten Punkt noch nicht bereit sind. Dann muss da notfalls auch noch eine Szene kommen :)

Das sind alles Erfahrungswerte! Meine ersten Geschichten sind zum Wegrennen, die kann man niemanden zeigen. Im Laufe der Zeit entwickelt man ein Gefühl für das Schreiben. Wichtig ist aber, dass man schreibt. Also: schreib' um dein Leben  :D Und wenn es mal nicht so leicht von der Hand geht, zwing dich nicht. Leg es weg, lass es liegen, mach was anderes. Nimm es irgendwann wieder und schreib weiter.

So, noch ein paar abschließende Worte: Das hier ist nicht der ultimative Guide für besseres Geschichtenschreiben. Das sind nur meine persönlichen Gefühle und Gedanken. Ich hoffe, ich konnte dir damit aber ein wenig verdeutlichen, was die Reviewer mit ihren Kommentaren sagen wollten.
Ich hoffe, dass es nicht zu sehr nach Oberlehrer klingt, es sind nur Tipps von einem Autor zum anderen. Wenn du fragen hast, nur zu :)

Wolf

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« Antwort #8 am: Januar 09, 2018, 03:00:12 Nachmittag »
Erstmal ein dickes, fettes Danke und  :keks:, dass du dir Zeit für mich genommen hast. Fragen habe ich noch nicht, aber die werden bestimmt im Prozess hoch kommen.
 Als ich gesehen habe wie viel du geschrieben hast dachte ich so: "Wow, kann man dich buchen?" Noch Mal danke.

An alle anderen: ich freue mich natürlich auch über zweit- und drittmeinungen .

Janora

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« Antwort #9 am: Januar 09, 2018, 07:55:37 Nachmittag »
Und dann lasse ich das reifen ;) Also, ich schreibe nicht sofort los. Ich mache mir eine Mindmap. Schreibe alles auf, was mir einfällt (das bedeutet in meinem Fall, dass ich mir viele Dinge notiere, auch wenn ich den Zettel nicht dabei habe und es dann darauf übertrage). Und ja, ich arbeite da altmodisch mit Papier und Füller.

Wie schön, dass ich in diesen Zeiten von Readers, Tablets und einer Million Schreibprogrammen nicht die einzige bin, die erst mal auf Papier und Stift zurückgreift! ^^

Ich finde du hast den Arbeitsprozess des 'Reifens' schön in Worte gefasst. So ähnlich mache ich das auch.
Vor allem: wenn man an einer Stelle nicht weiterkommt, sollte man lieber erst an einem anderen Punkt arbeiten und später noch mal darauf zurückkommen. Wenn etwas Zeit dazwischen liegt, bekommt man selbst noch mal einen anderen, neutraleren Blick auf seine Geschichte. Man sieht eher, was vielleicht noch fehlt oder wie man etwas besser ausschreiben kann.


@Wolf: Es ging jetzt erst mal um 'Die Mauer' als Kapitel, oder?
Ich schreib hier mal auf, was mir aufgefallen ist, unabhängig von dem, was Persephone schon dazu gesagt hat.

Zitat
Der Verkehr war nicht dicht gewesen und so kam sie gerade noch rechtzeitig an um sich noch etwas Nachschlag aus dem Snackautomaten zu holen.
"Ich nehme an, Sie wünschen Stille im Wagen?", fragte Jurow später, als sie mit 150 km/h den Motorweg hinunterrasten.

Hier ist ein kleiner Zeitsprung zwischen den Sätzen. Für den Lesefluss fände ich einen Absatz ganz gut.
Beim Lesen stelle ich mir, wenn ich wirklich drin bin, alles wie ein kleinen Film vor. Hier kommt es mir wie eine kleine aneinander gereihte Episode von kurzen Sequenzen vor: Jurow springt ins Auto, steht im Vekehr, man bangt, ob sie es rechtzeitig ab. Vielleicht mit hektischer Musik und wildem Hupen unterlegt. Dann: Erleichterung, sie ist pünktlich. Kurz Snackautomat. Sprung zur Fahrt mit dem Team.
Für mich ist das die erste Stelle, an der es wie eine Zusammenfassung klingt.
Vielleicht würde es helfen, wenn man einfach ein paar Satze hinzu fügt, in denen alle einsteigen und sie losfahren und hinaus aus der Stadt. Und das 'später' streichen. Dann wäre der Sprung nicht so groß.


Zitat
Das Radio, das von Ellsworth lauter gedreht wurde, riss sie aus ihren Gedanken.
Die Autofahrt dauerte noch etwa acht Stunden und die Fortbildung war zwar interessant, aber nicht sonderlich aufregend.

Der letzte Satz stört mich ein wenig. Die Fortbildung an sich ist nicht wichtig, die Schlüsselszene war der ganze Absatz davor.
Genaue Zeitangaben in Stunden und Minuten finde ich immer problematisch und nicht schön zu lesen. Man könnte es vielleicht ändern, indem man sagt, die Fahrt dauerte den halben Tag und ebenso unaufgeregt wie die Fortbildung, zu der sie führte.

Was mich viel mehr interessiert, wäre, was vorher im Radio lief. Warum reißt es sie aus ihren Gedanken? Weil es laut ist? Läuft Musik oder ein interessanter Beitrag? Gibt es von den anderen auch Reaktionen darauf?
Hier könnte man einiges einfügen, das das ganze lebendiger macht und verhindert, dass es nach Zusammenfassung klingt.
Emotionen und Stimmungen sind für sowas immer gut, habe ich gemerkt. Seit einiger Zeit versuche ich das immer aktiver einzubringen, weil ich finde, dass es den Lesern besser in die Welt der Charaktere bringt.

Zitat
Am letzten Ausbildungstag während des Mittagessens gab es eine Durchsage an alle Mitarbeiter des Xinanischen-Sicherheitsbüros. Offenbar wurden auch andere Kurse hier an der Akademie unterrichtet. Denn im Speisesaal saßen auch Leute, die nicht bei der Drohnen-Schulung teilnahmen.

Ich bin verwirrt. Geht es hier um die Fortbildung oder eine frühere Ausbildung?
Falls ersteres der Fall ist, würde ich den vorherigen Satz über den Verlauf der Fortbildung komplett weglassen.
Generell finde ich bei dem ganzen Absatz, dass die Kombination von direkter Rede (Durchsage) und darauf folgenden Zeitsprung wieder den Eindruck von schnellen, kurzen Filmsequenzen vermittelt, die man nutzt, wenn man einen längeren Zeitraum in kurzer Zeit zusammenfassen will.

Im nächsten Absatz geht es direkt wieder zum Plot, wenn erklärt wird, was passiert wird. Bevor der erste den Mund aufmacht, könntest du zum Beispiel beschreiben, was dem Team von Ellsworth durch den Kopf geht. Wie finden sie es, dass ausgerechnet sie mit ein paar anderen zuerst gerufen wurden. Glauben sie, dass etwas passiert ist? Haben sie vielleicht sogar Angst? Oder vielleicht freuen sie sich, dass die bisher "zwar interessante aber unaufgeregte Fortbildung" unterbrochen wird und sie etwas spannenderes machen können. Welchen Eindruck vermitteln die "Herren in Uniformen" ihnen, wenn sie den Raum betreten. Sind die ungeduldig, angespannt oder relativ gleichgültig?
Das Hilft dem Leser die Situation einzuschätzen und sich mit dem Team zu freuen oder gespannt zu sein.

Zitat
Jurow war etwas nervös, Ellsworth freute sich einfach nur und Lúthien war einfach zu sehr damit beschäftigt ihre Kollegen zu beobachten.

Den Ansatz von Emotionen finde ich gut, aber da kannst du noch mehr rausholen. Wie äußert sich Jurows Nervosität? Ist er schreckhaft, unruhig, redselig? Und was sieht Lúthien, wenn sie ihre Kollegen beobachtet?
Würde mich als Leser alles sehr interessieren und mich den Charakteren näher bringen.

Kleiner, unwichtiger Einschub: "Team Alpha-Kevin" als Code-name ist ebenso schlimm wie super  ;D

Ich mach jetzt hier auch mal Schluss, weil ich glaube, dass das schon ein ganz schön langer Post ist :'D
Wie gesagt, das sind einfach meine Gedanken zu den Stellen, von denen ich denke, dass es diese unerwünschte Zusammenfassung vermitteln kann. Es wurde schon mal gesagt und ich stimme zu, dass man sowas auch gut mit einer Beta besprechen kann. :)

Persephone

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« Antwort #10 am: Januar 09, 2018, 08:18:46 Nachmittag »
Erstmal ein dickes, fettes Danke und  :keks:, dass du dir Zeit für mich genommen hast. Fragen habe ich noch nicht, aber die werden bestimmt im Prozess hoch kommen.
 Als ich gesehen habe wie viel du geschrieben hast dachte ich so: "Wow, kann man dich buchen?" Noch Mal danke.

An alle anderen: ich freue mich natürlich auch über zweit- und drittmeinungen .
Nicht dafür, ich habe mich ja angeboten, da helfe ich gern :)

Zum Thema buchen: wenn du in "meinen" Fandoms schreibst, helfe ich gern als Beta  :keks:

Wie schön, dass ich in diesen Zeiten von Readers, Tablets und einer Million Schreibprogrammen nicht die einzige bin, die erst mal auf Papier und Stift zurückgreift! ^^

Ich liebe es, "altmodisch" zu schreiben xD Es geht einfach schneller und ist auch direkter. Außerdem habe ich auch wenig Lust, mich in entsprechende Mindmap-Programme einzuarbeiten^^ Ich besitze zwar eines, welches man wohl gut zum plotten nehmen kann, aber das ist mir viel zu überladen mit Funktionen xD



Was mir gerade noch einfällt: ich nutze seit Kurzem das Programm "Scrivener" zum Schreiben. Ich kann es jedem nur wärmsten empfehlen! Man kann seine Geschichte wunderbar unterteilen, hat immer den Überblick über alle Szenen, kann die einzelnen Szenen stichpunktartig zusammenfassen, damit man schnell weiß, was passiert und... ach, das sollte man einfach selber rausfinden :D An die Rechtschreibkorrektur von Word kommt es zwar nicht ran, aber dafür gibt es ja notfalls eine fähige Beta :)
Wer es also Leid ist, in seiner Geschichte im Word andauernd zu scrollen oder nicht mehr einen Haufen einzelner Dateien will, der sollte sich das wirklich mal ansehen :) Achso: die Konvertierung in ein .docx bekommt das Programm genauso hin, wie in viele andere Formate! (Klinge ich gerade wie ein Verkäufer? Tut mir leid! xD )

Wolf

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« Antwort #11 am: Januar 10, 2018, 07:24:57 Nachmittag »
Wie schön, dass ich in diesen Zeiten von Readers, Tablets und einer Million Schreibprogrammen nicht die einzige bin, die erst mal auf Papier und Stift zurückgreift! ^^

Ich benutze auch Papier und Stift für die grundplanung und auch fürs schreiben, vorallem da man im Untericht sein Handy aushaben muss und mir da die besten Ideen kommen.

Was mir gerade noch einfällt: ich nutze seit Kurzem das Programm "Scrivener" zum Schreiben. Ich kann es jedem nur wärmsten empfehlen! Man kann seine Geschichte wunderbar unterteilen, hat immer den Überblick über alle Szenen, kann die einzelnen Szenen stichpunktartig zusammenfassen, damit man schnell weiß, was passiert und... ach, das sollte man einfach selber rausfinden :D An die Rechtschreibkorrektur von

Ich nutze Bibisco. Das kann auch einiges und jetzt habe ich mich eingefuchst.

Kleiner, unwichtiger Einschub: "Team Alpha-Kevin" als Code-name ist ebenso schlimm wie super  ;D

Ja. Grund dafür war, dass es nachts um Eins war und ich es später doch zu lustig fand um es herau zu kürzen.

Danke Janora, ich verarbeite gleich deine Tipps.  :keks: Danke. Danke. Danke.

BlueScullyZ

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« Antwort #12 am: Januar 13, 2018, 09:39:04 Vormittag »
Ist zwar recht spät - also nein, es ist morgens, aber das Thema ist ja vor drei Tagen besprochen worden, daher ist meine Antwort etwas spät. Ich ergänze aber nur mal, weil Janora und Persephone das schon sehr schön ausgeführt haben.

Was Extraszenen angeht, finde ich, dass es auf die Szenen ankommt. Schreibt man die Szene, weil man noch X Wörter haben will, ist das eine Motivation, die mit hoher Wahrschienlichkeit zum Filler-Effekt führt. Sprich, der Leser merkt, dass diese Szene nur Füllstoff ist. Das wäre schlecht. Dann gibt es Szenen, die SOLLEN das Erzählte in die Länge ziehen. Jup, manchmal will man genau diesen Effekt haben, um beispielsweise das Leiden der Charaktere, während sie auf etwas Warten, zu skizzieren. Und dann gibt es noch Szenen, die ich nicht als Filler, sondern als Missing-Scenes bezeichnen würde. Man liest sich sein Kapitel noch einmal durch und auf einmal fällt einem noch ein Aspekt ein, der wichtig wäre, der aber in den vorhandenen Szenen nicht dargestellt werden kann. Also hat man etwas, das man vermitteln und erzählen will und ergänzt das zusätzlich.
Letztlich kann es einem schließlich auch beim Ausarbeiten bestehender Szenen passieren, dass man in sinnloses Schwafeln verfällt und sich dann versaut, was vorher gut war. Man kann auch Texte zu Tode überarbeiten. (Nicht, dass mir das JE passiert wäre *hust*) Wichtig ist, denke ich mal, der Leitsatz, den Persephone gesagt hat: Was will ich damit vermitteln? Und sobald ich über die Szene irgendwas vermitteln kann - was nicht unbedingt Voranschreiten des Plots sein muss! - hat diese Szene eine Berechtigung und einen Grund.

Es gibt ja Leute, die sagen, dass jede Szene irgendwie den Plot voranbringen muss, wo ich dann immer schmunzel. Ich finde, manchmal braucht es auch Passagen, in denen sowohl der Leser als auch Charaktere durchatmen können und man die Zeit bekommt, Örtlichkeiten, Personen oder auch die Atmosphäre kennenzulernen und wirken zu lassen. Wenn die Handlung Knall auf Fall und auf Kante genäht ist, geht das nämlich unter. (Allerdings findet auch so eine Geschichte sicher ihre Zielgruppe bzw. will man manchmal ja auch rüberbringen, dass der Charakter ebenfalls gehetzt ist und keine Zeit hat, sich nach links oder rechts umzudrehen, dann ist das wieder genau richtig.)
« Letzte Änderung: Januar 13, 2018, 09:40:48 Vormittag von BlueScullyZ »

Wolf

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« Antwort #13 am: Januar 13, 2018, 07:49:20 Nachmittag »
Keine Bange deine Antwort ist nicht zu spät. Vielen Dank für deinen Beitrag Scully  :keks: ist notiert

 Hatte keine gelegenheit die Arbeit abzuschließen. Vermutlich wird es auch nächste Woche erst werden, also falls noch jemand anders was loswerden will....

Wolf

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« Antwort #14 am: Januar 17, 2018, 09:40:51 Nachmittag »
Sooooo.... ich habe schon dick fortschritt gemacht. So bei der Drohnunschulung bin ich jetzt.

Hier könnt ihr ja mal gucken. https://docs.google.com/document/d/1sRPvGqfQIXIqSCRioCIhakLLrmWSkqDfDTAtlbYAcPU/edit?usp=sharing

Zur Orientierung: 2. Kapitel und alles was blau ist, is neu das was gelöscht wurde, ist halt weg.